Skyline von Sydney mit Sydney Oper
Skyline von Sydney mit Sydney Oper

Eines der bekanntesten Bauwerke weltweit ist das Sydney Opera House. Die Sydney Oper, wie das Gebäude in Deutsch genannt wird, gilt als eines der Wahrzeichen Australiens. Darüber hinaus gehört es zu den am meisten fotografierten Bauwerken auf der Erde. Schon von Weitem kann ein Besucher, der mit einem Schiff anreist, das Opernhaus vor der Skyline sehen und je mehr man sich der Stadt annähert, umso spektakulärer wird die Silhouette und die ganze Szenerie, denn das Gebäude liegt auf einer in den Hafen hineinragenden Landzunge, sodass es, egal von welchem Winkel man es betrachtet, mit der Stadtansicht verschmilzt. Das macht das Sydney Oper House zu einem der wichtigsten architektonischen Monumente des 20. Jahrhunderts.

Sydney braucht ein Opernhaus – die Entstehung der Sydney Oper

Aussenansicht Sydney Opera House
Aussenansicht Sydney Opera House

Nach dem Zweiten Weltkrieg begann man in Sydney zu überlegen ein Opernhaus zu bauen. Das war die eigentliche Gebutsstunde vom Sydney Opera House. Von Anfang an sollte es auf der Halbinsel Bennelong Point im Hafen der Metropole entstehen. Es dauerte noch bis in die 50iger Jahre, bis die Stadt Sydney einen Wettbewerb ausschrieb mit dem Ziel, gute Vorschläge und Entwürfe für das Mammutvorhaben zu erhalten. In der Tat war das Echo auf dieses Ansinnen überwältigend, denn 233 Vorschläge aus aller Welt, darunter von sehr renommierten Architekten, erreichten die Verantwortlichen.

Das Rennen machte ein damals als revolutionär geltender Entwurf des bekannten dänischen Architekten Jørn Utzon. 1959 begannen die Arbeiten an dem Bauwerk, dessen einzelne Teile wie Segel im Wind aussehen sollten und für damalige Verhältnisse extrem schwungvoll waren.

Viele Australier urteilten über die Entwürfe sogar mit Worten wie ‚monströs‘ oder ‚furchteinflößend‘. Und tatsächlich bereiteten die statischen Erfordernisse von Anfang an massive Probleme.

Das wegweisende Design verlangte es, neue Arbeits- und Bautechniken anzuwenden und althergebrachte Vorgehensweisen anzupassen. Die Kosten explodierten von den ursprünglich veranschlagten 3,5 Mio. britische Pfund auf über £ 50 Mio. also das mehr als 15-Fache! Die Gefahr, dass das neue Opernhaus eine Bauruine bleiben würde, wuchs mit jedem Tag. Schließlich wurde mit Hilfe einer Lotterie der finanzielle Notstand beseitigt und das Sydney Opera House konnte am 20. Oktober 1973 von Königin Elisabeth II. eingeweiht und mit einer Aufführung von Beethovens 9. Symphonie ‚Ode an die Freunde‘ eröffnet werden.

Die Sydney Oper – ein Meisterwerk mit Dimensionen

Verkleidung des Sydney Opera House
Verkleidung des Sydney Opera House

Wer das Sydney Opera House betritt, ist von der lichten Größe und der Höhe, die das schon Außen sichtbare Design bietet, beeindruckt. Zugleich sind die Innenräume in der Mehrzahl mit Holz verkleidet und gestaltet, was eine wohnliche Atmosphäre zur Folge hat. An anderer Stelle fällt die gelungene Kombination zwischen dem steinernen Rahmen der Segel und der Ausschmückung mit Holzleisten auf. Der Eindruck ist futuristisch. Die Oper ist 184 m lang und 118 m breit und bedeckt eine Fläche von 1,8 Hektar. Insgesamt finden 5541 Besucher in allen Konzertsälen Platz, die das Haus zu bieten hat.

Großer Konzertsaal im Sydney Opera House
Großer Konzertsaal im Sydney Opera House

Sie verteilen sich auf die große Konzerthalle mit alleine 2699 Plätzen und der imposanten Orgel, das Joan Sutherland Theatre, das Dramen Theater, das Playhouse und das Studio Theatre. Während einer Führung, die mehrfach am Tag angeboten wird, erfährt der Besucher, dass es insgesamt 100 Räume im Sydney Oper House gibt, Proben- und Umkleideräume für die Künstler, Bars Restaurants und nicht zuletzt auch ein Kino. Höhepunkt der Führung ist die große Konzerthalle.

Beim Betreten eröffnet sich ein Raum, der rundum Sitzplätze besitzt, eine strahlenförmige Decken- und Wandgestaltung wobei auch hier das Holz und Holzfarben bestimmend sind. Alle Strahlen konzentrieren sind in einem Rund direkt über der Bühne und konzentrieren so den Blick der Konzertgäste auf die Bühne und das Geschehen dort. Wer diese Harmonie, vor allem in Inneren der Sydney Oper selbst erlebt hat, kann nicht nachvollziehen, dass Jørn Utzon 1966, während der Bauphase, Sydney verließ und nie wieder nach Australien zurückkehrte. Er hat des Sydney Oper House niemals fertig gesehen. Ein Zeichen für den Disput, der damals zwischen ihm und den Auftraggebern geherrscht haben muss.

Die große Orgel im Sydney Opera House

Orgel im Sydney Opera House
Orgel im Sydney Opera House

Zu den beeindruckendsten Dingen, die man in der Sydney Oper sehen kann, gehört die Orgel im Konzertsaal. Sie wurde von Ronald Sharp und drei weiteren Designern entworfen und war 1979 fertiggestellt. Sie besitzt 5 Manuale mit 131 klingenden Registern und insgesamt 10244 Pfeifen. Das schmuckvolle Werk bildet den richtigen Kontrast zum Interieur des großen Konzertsaals und ist der Blickfang oberhalb der Bühne. Das Instrument besitzt, neben einem Spieltisch direkt am Instrument, auch eine zweite elektrisch gesteuerte Konsole, die an verschiedenen Stellen des Raumes genutzt werden kann. So können Gastorganisten aus aller Welt, für das Publikum sichtbar, auf der Bühne konzertieren und auch mit dem Orchester zusammenspielen.

Fazit

Das Sydney Opera House (Sydney Oper) ist ein architektonisches Meisterwerk des 20. Jahrhunderts, Wahrzeichen und neben dem Uluru (Ayers Rock) auch Symbol für den australischen Kontinent. Eine Vision wurde, wenn auch mit Schwierigkeiten, Realität und ist bis heute richtungsweisend geblieben. Die massiven Kosten sind längst vergessen und haben sich in einen Gewinn für alle umgewandelt.

Segeldesign am Sydney Opera House
Segeldesign am Sydney Opera House
Platz vor dem Sydney Opera House
Platz vor dem Sydney Opera House