Reisterrassen auf Bali
Reisterrassen auf Bali

Nichts bleibt einem in Indonsien so in Erinnerung, wie die Reisterrassen auf Bali. Die Reisterrassen können Besucher an vielen Stellen Balis bewundern. Die Akkuratesse, mit der mancherorts die für die Ernährung der Insel so wichtige Pflanze angebaut wird, ist schon bemerkenswert. Dazu muss gesagt werden, dass Reispflanzen sehr empfindlich sind und eben genau diese Pflege und Achtsamkeit brauchen. Viele Faktoren spielen eine Rolle beim Reisanbau. Einer dieser Faktoren führt auch zu den so fotogenen Reisterrassen, die mittlerweile zu Touristenmagneten geworden sind.

Warum gibt es Reisterrassen auf Bali – die Arten des Anbaus

Reispflanzen auf Bali
Reispflanzen auf Bali

Im Reisanbau gibt es verschiedene Methoden, die sich grundlegende voneinander unterscheiden. Nassreisanbau und Trockenreisanbau. Welche der Methoden zum Einsatz kommt, hat mit der Topografie des Anbaugebiets zu tun, ist abhängig von den Wetterverhältnissen und der daraus resultierenden Wassermenge, die zur Verfügung steht. Auf Bali wird Nassreisanbau betrieben. Pro Kilogramm Reis werden zwischen 3000 und 5000 Liter Regen- oder Flusswasser benötigt. Das wichtigste ist aber, dass den Reispflanzen eine gerade Wachstumsfläche zur Verfügung steht, da sonst das Wasser von den Berghängen in die Täler laufen und die Pflanzen ungleichmäßig und nicht genügende bewässert würden.

Dieser scheinbare Widerspruch zu den Terrassen ist in Wirklichkeit keiner! Denn obwohl das tropische Klima der Insel genügend Wasser für den Reis zur Verfügung stellt, wären die abschüssigen Hänge auf Bali für den Reisanbau völlig ungeeignet.

Reisanbau auf Bali
Reisanbau auf Bali

Das Resultat sind Terrassen, die zunächst eine gerade Fläche, also quasi ein kleines Reisfeld schaffen. Hier kann das Wasser lange genug stehen, um den die Pflanzen genügend zu bewässern. Wenn Wasser im Überfluss vorhanden ist, laufen die Reisterrassen über und die darunter liegende Ebene wird bewässert. Es handelt sich bei den Reisterrassen um ein geschickt genutztes Bewässerungssystem. Dieses System wird seit Jahrtausenden in ganz Asien und nicht nur auf Bali genutzt. Daher gehören die Reisterrassen auf Bali zum Weltkulturerbe der UNESCO. Die Pflanzen werden, nachdem die Anbauflächen in traditioneller Weise mit einem Wasserbüffel gepflügt wurden, noch von Hand gesetzt. Auch die Pflege ist bis zur Ernte mühsame Handarbeit.

Die zweite Methode des Reisanbaus ist der Trockenreisanbau. Er ist nur in Regionen mit wenig Niederschlag möglich und auch die Pflanzensorten sind völlig unterschiedlich. Das Anbaugebiet liegt in Bergregionen in eine Höhe von 2000 m. Da der Reis stark von Schädlingen befallen werden kann, denn der Schutz des Wassers fehlt, ist Reis aus Trockenanbau sehr teuer. Hier kommen massiv Maschinen zum Einsatz. Diese Art, den Reis anzubauen, ist auf Bali nicht üblich. Auf der Insel werden im Nassreisanbau bis zu 3 Ernten eingefahren.

Die Reisterrassen auf Bali und die Religion

Nassreisanbau in Indonesien
Nassreisanbau in Indonesien

Für Balinesen sind die Reisterrassen Himmelstreppen zu den Göttern. Deshalb wird der Reisanbau vom Pflügen des Feldes, der Aussaat, der Ruhezeit und der Ernte von zahlreichen Zeremonien und Riten begleitet. Bali wir auch die Insel der Götter und Dämonen genannt. Das hat zur Folge, dass nahezu das gesamte Leben in irgendeiner Form mit den Menschen und deren Beziehung zu den unzähligen Geistern, Hexen und Göttern zu tun hat. Diese Wesen können, nach dem Glauben der Balinesen positiv wie negativ in das eigene Leben eingreifen. So findet sich nahezu auf jedem Reisfeld irgendeine Götterfigur und in jedem Tal zwischen den Reisterrassen ein Feldtempel. Hier werden regelmäßig Opfer gebracht, um eine gute Ernte zu erbitten.

Die Terrassen von Tegalalang – Touristenziel Nr. 1

Reisterrassen bei Tegalalang auf Bali
Reisterrassen bei Tegalalang auf Bali

Eine der bekanntesten Reisterrassen-Ansammlung liegt nahe dem Dorf Tegalalang auf Bali, denn sie sind nur 12 km vom Touristenort Ubud entfernt. Hier lassen sich die verschiedenen Formen, die herrliche Palmenlandschaft, die Feldtempel, die Reispflanzen und das Bewässerungssystem aus nächster Nähe studieren. Schon von der Straße aus genießt man einen tollen Blick auf Terrassen. Das ist vor allem für Fotografen sehr interessant. Die Bilder dieses Beitrags sind alle in Tetalalang entstanden. Besonders reizvoll ist dies am Morgen oder am Abend, wenn die Balinesen in den Feldern arbeiten oder aber auf dem Weg dorthin sind. Viele Reisterrassen auf Bali sind eher flach und kommen Reisfeldern gleich. Doch Tegalalang hat alle Vorzüge, die man sich als Reisender von Reisterrassen erhofft.

Fazit

Reisanbau ist auf Bali mehr als nur Landwirtschaft. Es ist Kultur und Lebensart. Die Reisterrassen sind Ausdruck von Liebe zur Natur, von persönlichem Einsatz für die Landschaft, die Familie und die Religion. Ein Besuch auf der Insel, ohne die Reisterrassen gesehen zu haben, bliebe unvollständig.

Tegalalang auf Bali
Tegalalang auf Bali
Reispflanzen bei Tegalalang auf Bali
Reispflanzen bei Tegalalang auf Bali

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