Die Kathedrale in Comayagua gehört zu den schönsten und sehenswertesten Kirchen in Honduras. Sie ist dem heiligen Michael geweiht. Honduras ist, aufgrund der zeitweise unbeständigen politischen Situation, ein eher seltenes Reiseland für Europäer geworden. Wer sich dennoch aufmacht das Land zu besuchen, muss auch nach Comayagua reisen. Neben der Kathedrale St. Michael sind weitere Kirchen sehr interessant, jedoch sollte das Hauptaugenmerk auf die Kathedrale von Comayagua gerichtet werden.

Geschichte der Kathedrale in Comayagua

Comayagua war eine Stadt unter spanischer Kolonialverwaltung und so war die Planung und Errichtung der Kathedrale ein langwieriger Prozess. Dieser begann bereits 1563 als fünf Priester beschlossen in der Stadt eine Kathedrale zu bauen. Es dauerte, bedingt durch zahlreiche Unterbrechungen, 148 Jahre bis das Gotteshaus am 8. Dezember 1711 eingeweiht werden konnte. Das Ergebnis dieser Baujahre ist ein barockes Meisterwerk, dessen Fassade zu den schönsten in ganz Honduras gehört.

Die Fassade der Kathedrale in Comayagua

Die Hauptfassade ist in Weiß gehalten und in drei horizontal verlaufende Teile gegliedert. Das Ganze ähnelt sehr einem barocken Altar-Retabel, denn die Abschnitte sind mit 14 glatte Säulen unterteilt. Bemerkenswert ist der filigrane Schmuck der Fassade. Hier kommen alle Elemente des spanischen Barock zum Tragen.

In den Details finden sich Pflanzen und Tiere, Heiligenfiguren und Darstellungen von Päpsten mit der Tiara, der dreistöckigen Papstkrone auf dem Haupt. Auch grafische Elemente wie Stuckkreise mit stilisierten Palmen befinden sich in der dritten Etage der Fassade.

Der Turm ist angebaut und glatt verputzt. Auch er ist dreigeschossig. Diese deutliche Dreiteilung des Äußeren, die durch die vertikal verlaufenden Säulen hervortritt, symbolisiert die Dreifaltigkeit. In der Mitte auf Straßenniveau befindet sich das Hauptportal mit Rundbogen und Holztür.

Das Innere der Kathedrale in Comayagua

Das Innere der Kirche beschreibt ein lateinisches Kreuz mit drei Kirchenschiffen. Der Innenraum wird von einem Tonnengewölbe überspannt. Auf der Höhe des Chorraums beschließen drei Kuppeln den Raum. Licht tritt durch 10 kleinere Fenster im oberen Bereich der Seitenschiffe in den Raum ein. Auf einer der beiden Seiten ist die Sakramentskapelle sehenswert und das Bildnis der Unbefleckten Empfängnis.

Die Zentralkuppel über dem Chorraum wurde zwischen 1704 und 1708 von Bischof Pérez Carpintero erbaut. Aus der Geschichte der Kathedrale St. Michael in Comayagua weiß man, dass sie ursprünglich 16 Altäre besaß. Heute sind davon noch 4 erhalten. Diese sind jedoch besonders prachtvoll verziert und bestehen aus wertvollen Schnitzarbeiten, die mit Gold überzogen sind.

Am eindrucksvollsten ist der Hauptaltar. Hier ist die Mutter Gottes als Jungfrau der Unbefleckten Empfängnis zu sehen. Sie ist die Schutzpatronin der Diözese. Die Figur stammt aus der Werkstatt des spanischen Bildhauers Francisco de Ocampo und ist ein Geschenk von König Philipp II. von Spanien an die Gemeinde in Comayagua.

Die Turmuhr der Kathedrale in Comayagua

Auch wenn der Turm der Kirche von außen betrachtet einfach wirkt, so birgt er doch einen Schatz der besonderen Art. In der Glockenstube befinden sich 8 Glocken. Ein Aufstieg auf den Turm lohnt aber vor allem wegen der historischen Turmuhr. Es handelt sich um die älteste noch funktionierende Turmuhr der Welt.

Sie kam aus Spanien im Jahr 1636 nach Comayagua und wurde im Turm der Kirche La Merced, die damals der Bischofssitz war und heute noch existiert, eingebaut. Als im Jahr 1711 die neue Kirche fertig war, übertrug man die Uhr dorthin. Seither versieht sie dort ihren Dienst. Ein Beauftragter der Kirchengemeinde pflegt die Uhr und achtet darauf, dass sie immer funktioniert.

Die Uhr war ebenfalls ein Geschenk von König Philipp II. von Spanien. Durch eine Holztür im Turm und durch einen engen Gang gelangt man nach oben. Der Uhrenraum wird von einer Glasvitrine beherrscht, in der sich das Uhrwerk befindet. Deutlich ist das komplexe Werk zu erkennen und Drähte die vom Uhrwerk aus zu den Glocken im Turm führen.

So schlägt das Werk jede Viertelstunde und zur vollen Stunde. Vom Uhrbeauftragten, der gerne eine Führung auf Spanisch hält, ist zu erfahren, dass die Uhr zwar funktioniert, aber ohne tägliches Nachstellen zu ungenau geht, als dass sie unbeaufsichtigt längere Zeit verlässlich arbeiten könnte.

Wer den Turm in seine Besichtigung der Kathedrale in Comayagua einbezieht, erhält zusätzlich die schönsten Ausblicke auf die Plaza Central, die Kuppeln der Kathedrale, die umliegenden Berge und die Dächer der Stadt.

Fazit

Die Kathedrale in Comayagua ist eine Reise wert. Wer in Honduras unterwegs ist, sollte diese Kirche nicht verpassen und auch nicht die Stadt mit ihrem kolonialen Gepräge.

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