Der Ayers Rock (Uluru) mitten im roten Kontinent Australien ist eines der bekanntesten Landschaftsbilder der Welt. Auch wer Australien nicht bereist hat, erkennt diesen Felsen sofort. Das rote Herz, wie die Region um den Ayers Rock und die Olgas auch genannt wird, gehört zum Weltnaturerbe der UNESCO und ist geologisch hochinteressant. Er ist 350 m hoch.

Aber Uluru ist auch eine religiöse Stätte, denn für die Aborigines, die Ureinwohner Australiens ist dieser Ort heiliger Boden. Immer wieder gab es in der Vergangenheit Probleme mit dem wachsenden Tourismus und den damit einhergehenden Besucherströmen. Der Felsen liegt rund 450 km südwestlich von Alice Springs. Unternehmen wir einen Rundgang.

Wie entstand der Ayers Rock (Uluru)

Der gewaltige Felsen hat sich nach heutigem Wissensstand vor rund 600 Millionen Jahren gebildet. Damals befand sich in dieser Region das Amadeus Meer. Es kam zu Ablagerungen. Das Amadeus-Meer wurde vom Ozean abgeschnitten und das Meerwasser verdunstete. Das Klima war kalt und immer wieder war die Region von Gletschern bedeckt, ähnlich wie in unseren Regionen während der letzten Eiszeit, wo ein großer Teil der Nordhalbkugel unter einem mehrere Kilometer dicken Eispanzer begraben war.

Danach kam es zu seitlichen Auffaltungen in der Erdkruste und ein langwieriger und komplizierter Prozess der Entstehung des Felsens aus Arkos, einem Sedimentgestein, begann. Geblieben ist der heutige Berg, der entgegen vielen Aussagen, kein Monolith ist, sondern aus vielen verschiedenen Schichten von Arkose-Sedimentgesteinen besteht, die vermutlich bis zu 6 km tief in die Erde hineinreichen.

Der Ayers >Rock (Uluru) weist starke Erosionsspuren auf, vor allem auch Höhlen und Verwitterungsgrotten. Überall sind auch Verwitterungsspuren an der Oberfläche des Felsens zu sehen, die wie Fußabdrücke wirken. Auch riesige Felsspalten sind am Fuß des Berges zu erkennen und es entstehen Licht- und Schattenbereiche, die einen Rundgang sehr spannend machen.

Der Uluru und seine Farben

Nichts ist so mitreißend am Ayers Rock (Uluru), wie seine Farben. Dabei hat man, je nach Tageszeit und Stärke der Bewölkung den Eindruck, dass sich die Farben im Minutentakt ändern. Vor allem die Zeiten kurz vor und nach Sonnenaufgang- und Untergang bieten fantastische Möglichkeiten für Fotos. Die Farbtöne reichen von einem dunklen Braun über orange, leuchtend Rot oder tiefrot vor dem Sonnenuntergang. Selbst bei Regenwetter sind die Farben bemerkenswert und haben den Felsen zu einem Weltmotiv gemacht.

Der heilige Ort der Aborigines

Was wir als Besucher als Naturschönheit und Wildnis sehen, das ist für die Ureinwohner Australiens, die Aborigines ein Stück ihrer Identität und Religion. Seit mehr als 10000 Jahren leben hier Stämme der Aborigines. 1873 stieß der britisch-australische Naturforscher und Entdecker William Gosse, als er den Uluru erstmals sah, auf die Ureinwohner und bemerkte, dass der Felsen mehr war als eine geologische Erscheinung auf der Erdoberfläche. Er benannte den Felsen nach dem südaustralischen Premierminister Henry Ayers.

Für die Ureinwohner Australiens ist der Uluru ein Teil ihrer Mythologie. Wir nennen diese die ‚Traumzeit‘. Traumzeit (Alcheringa), ist die Zeitspanne bei der Erschaffung der Welt, in der Helden und Totemtiere die Erde bevölkerten und mit Plätzen in Verbindung standen, die heute als heilig gelten. Für die Stammeseingeborenen dauert die Traumzeit noch immer an und gibt ihnen ein Gefühl der mythischen Eingebundenheit und Identifikation.

Das Land, die Sprachen und die Menschen wurden von Schöpfungswesen geschaffen, die den Menschen das Land anvertrauten. Mit jeder Region und Sprache wurde eine andere Gruppe Menschen betraut – so erklären sich die Aborigines den Ursprung der verschiedenen Stämme. Diese Schöpfungsakte geschahen in der sogenannten Traumzeit.

Der Ayers Rock aus der Sicht der Aborigines

Die Legenden der Aborigines berichten über die Ahnen und über die Regenbogenschlange. So sollen die Ahnen die Erdoberfläche geformt und die Lebewesen geschaffen haben. Der Uluru entstand, dieser Geschichte zu Folge, als die Regenbogenschlange sich aufrichtete und den Stein an die Oberfläche schob.

In den Grotten und Vertiefungen speichert der Uluru das in dieser Region Australiens so lebenswichtige Wasser und ermöglicht den Menschen, hier zu leben. So ist der Felsen im Entstehungsmythos der Erde und der Menschen verankert, was zahlreiche Felsenzeichnungen belegen.

Der Name des Uluru bedeutet übersetzt „schattiger Platz“. Dieser Name ist für uns Besucher bei selbst erlebten Temperaturen von fast 40° C am Ayers Rock kaum nachvollziehbar.

Massentourismus am Uluru und die Folgen

Es gibt also viele Gründe dafür, warum die Aborigines mit dem Massentourismus rund um den heiligen Felsen alles andere als glücklich sind. Auf der einen Seite ist der wirtschaftliche Aspekt positiv für die Stämme, auf der anderen Seite ist das Besteigen des Ayers Rock (Uluru) und die damit verbundene Profanierung, ein Sakrileg und unakzeptabel.

Hinzu kommt noch die Verschmutzung durch Abfälle und viele schwere Stürze und Abstürze, sogar mit Todesfolge, die immer wieder am Uluru zu beklagen sind. Mittlerweile wurde das Besteigen des Ayers Rock seitens der Behörden verboten.

Fazit

Der Ayers Rock (Uluru) ist ein einzigartiger Ort sowohl kulturhistorisch als auch geologisch. Er gehört zu den Weltbildern unseres Planeten und ist ohne Zweifel ein ‚Must Go‘ für jeden, der Australien besucht. Doch eines bleibt zu hoffen: Möge der Massentourismus diesen magischen Ort nicht beschädigen oder entweihen.