Inmitten der Altstadt von Jerusalem liegt die Grabeskirche. Dieser Ort gilt als heiligste Ort der Christenheit, denn in der Grabeskirche befinden sich die wichtigsten Stationen, die Jesus Christus am Ende seines Leidenswegs erreichte und auch die Stelle der Kreuzigung und seines Todes. So pilgern jährlich zahllose Menschen aus aller Welt zur Grabeskirche in Jerusalem, um selbst die Orte des Leidens und Sterbens Jesu zu besuchen.

Die Geschichte der Grabeskirche

Im Mittelpunkt der Geschichte um die Entstehung der Grabeskirche steht Helena, die Mutter Kaiser Konstantins. Sie veranlasste, die heiligen Stätten rund um das Ende des Erlösers Jesu aufzufinden und zu sichern. So kam es 326 n. Chr. zum Bau der Grabeskirche, die 335 n. Chr. geweiht wurde. Es dürfte sich damals nicht um den Bau gehandelt haben, den wir heute in der Altstadt von Jerusalem bewundern können, sondern lediglich um einen Kuppelbau, der das Grab Jesu umschloss.

Im Laufe der Jahrhunderte wurden auch die umliegenden heiligen Stätten, die in Verbindung mit Jesu Tod stehen mit in das Bauwerk einbezogen. Dazu gehört die Stelle, an der Jesu Leichnam gesalbt wurde und der Golgotha-Hügel. Letzterer lag, der Bibel zu Folge, außerhalb der Stadt, da Kreuzigungen nicht innerhalb der Stadtmauern stattfinden durften.


Natürlich hat das uralte Gotteshaus die Zeiten nicht schadlos überstanden. 614 kam es zu einem Angriff der Perser. Die Folge war ein Feuer in der Kirche und die Tatsache, dass das Kreuz Jesu gestohlen wurde. Nachdem das Kreuz im 7. Jh. wieder in die Grabeskirche zurückgebracht worden war, folgten wechselvolle Zeiten, die immer wieder von Zerstörung und es wurde fortwährende über Zerstörungen und Wiederaufbau berichtet.

Hinzu kamen ungeklärte Besitzverhältnisse und Ansprüche der Konfessionen in dem Gotteshaus und interne Auseinandersetzungen. So sind heute die griechisch-orthodoxen Christen, die römisch-katholische, die syrisch-orthodoxe und die äthiopisch-orthodoxe Kirche in der Grabeskirche vertreten und erheben Ansprüche auf Teile des Kirchenraums.

Die äthiopisch-orthodoxe Glaubensgemeinschaft lebt sogar auf dem Dach der Kirche, was in den letzten Jahrzehnten dringend notwendige Restaurierungsarbeiten verhindert hat. Diese konnten erst in den letzten Jahren durchgeführt werden.

Ein Besuch in der Grabeskirche in Jerusalem

Wer die Grabeskirche besuchen möchte, muss sich auf einen gewaltigen Menschenandrang gefasst machen. War es vor einigen Jahren, mit etwas Glück möglich, früh morgens oder später am Nachmittag, auch ruhige Momente in der Kirche zu erleben und die heiligen Stätten ungestört zu besuchen, so ist dies heutzutage nahezu ausgeschlossen.

Kommen dann noch mehrere Kreuzfahrtschiffe hinzu, die in Haifa liegen und mit zahlreichen Bussen nach Jerusalem kommen, reichen die Warteschlangen vor der Kirche, deren Innenräume nicht für solche Menschenmassen gedacht sind, bis weit in die Via Dolorosa hinein.

Der Salbungsstein

In der Bibel lesen wir im Johannes-Evangelium 19, 38-40:
„38 Danach bat Josef von Arimathäa, der ein Jünger Jesu war, doch heimlich, aus Furcht vor den Juden, den Pilatus, dass er den Leichnam Jesu abnehmen dürfe. Und Pilatus erlaubte es. Da kam er und nahm den Leichnam Jesu ab. 39 Es kam aber auch Nikodemus, der vormals in der Nacht zu Jesus gekommen war, und brachte Myrrhe gemischt mit Aloe, etwa hundert Pfund. 40 Da nahmen sie den Leichnam Jesu und banden ihn in Leinentücher mit Spezereien, wie die Juden zu begraben pflegen.“

Dieser Salbungsort ist eine Steinplatte aus Marmor, die der Salbungsstein genannt wird. Er gilt als Besitz aller in der Grabeskirche vertretenen Konfessionen. Ob es sich dabei um das Original handelt, ist mehr als fraglich, denn durch die Zerstörungen in der Grabeskirche und die Brände, dürfte auch der Stein nicht verschont worden sein. Es ist Brauch, den Stein zu küssen und ihn mit Rosenwasser zu beträufeln.

Der Hügel Golgotha

In der Bibel lesen wir im Johannes-Evangelium 19, 17-19:
„Sie nahmen ihn aber 17 und er trug sein Kreuz und ging hinaus zur Stätte, die da heißt Schädelstätte, auf Hebräisch Golgatha. 18 Dort kreuzigten sie ihn und mit ihm zwei andere zu beiden Seiten, Jesus aber in der Mitte. 19 Pilatus aber schrieb eine Aufschrift und setzte sie auf das Kreuz; und es war geschrieben: Jesus von Nazareth, der König der Juden.“

Auch wenn die Bibelforscher bis heute nicht sicher sind, ob es sich bei dem in der Grabeskirche befindlichen Hügel um den in der Heiligen Schrift erwähnten Kreuzigungshügel handelt, so verbietet es die Tradition von Jahrtausenden nahezu, diesen Volksglauben zu negieren. Klar ist, dass Jesus hier, in der Altstadt und in ihrer unmittelbaren Nähe seinen Leidensweg gegangen ist.

Die Bibel erwähnt, dass der zum Tode verurteilte dem Simon von Cyrene begegnete, der gerade vom Feld kam, also einem Acker. Das legt nahe, dass der Hügel wohl nahe der Stadt, aber dennoch außerhalb gelegen hat.

In der Grabeskirche muss man eine steile Treppe, rechts neben dem Salbungsstein nach oben gehen, um an die Stelle der Kreuzigung zu kommen, also auf den Hügel Golgotha.

Die Stelle der Kreuzigung

In der Bibel lesen wir im Matthäus-Evangelium 27, 33-38
„33 So kamen sie an den Ort, der Golgota genannt wird, das heißt Schädelhöhe. 34 Und sie gaben ihm Wein zu trinken, der mit Galle vermischt war; als er aber davon gekostet hatte, wollte er ihn nicht trinken. 35 Nachdem sie ihn gekreuzigt hatten, verteilten sie seine Kleider, indem sie das Los über sie warfen.

36 Dann setzten sie sich nieder und bewachten ihn dort. 37 Über seinem Kopf hatten sie eine Aufschrift angebracht, die seine Schuld angab: Das ist Jesus, der König der Juden. 38 Zusammen mit ihm wurden zwei Räuber gekreuzigt, der eine rechts von ihm, der andere links.

Der Ort der Kreuzigung, der Kalvarienberg, ist mit Abstand der schmuckvollste Raum der Grabeskirche und hier macht sich eine Enge bemerkbar, denn die mit Mosaiken geschmückte Decke ist sehr flach. Im Zentrum befindet sich der Altar mit der Darstellung des Kreuzes, das prachtvoll ausgestaltet ist. Der Altar besitzt unter der Altarplatte eine Vertiefung. Hier knien die Menschen vor einer runden silbernen Scheibe, die mit einem Loch versehen ist und die jene Stelle markiert, an der Jesus gekreuzigt wurde.

Mit dem Arm kann man in den wenigen Sekunden, die man an dieser Stelle verweilen darf, in die Vertiefung hineinfassen und den Felsen des Golgotha-Hügels erfühlen. Gleichzeitig absolviert man damit die 11. Station des Kreuzwegs.

Die Rotunde

Nach dem Besuch auf Golgotha erreicht der Besucher nun die konstantinische Rotunde, in deren Mitte sich das Grab Jesu befindet. Sie wurde im Laufe der Zeit mehrfach gesichert und auch in Stand gesetzt und überwölbt die Grabkapelle.

Die griechisch-orthodoxe Auferstehungskirche

Direkt gegenüber des Jesus-Grabs befindet sich das Katholikon. Es handelt sich um das Mittelschiff, in dem auch der Hauptaltar der Grabeskirche steht. Darüber ist Christus als Weltenrichter und die Mutter Gottes in Mosaiken zu sehen. Dieser Teil der Kirche wird von der griechisch-orthodoxen Kirche verwaltet.

Das Grab Jesu

In der Bibel lesen wir im Johannes-Evangelium 19,38-42:
„38 Danach bat Josef von Arimathäa, der ein Jünger Jesu war, doch heimlich, aus Furcht vor den Juden, den Pilatus, dass er den Leichnam Jesu abnehmen dürfe. Und Pilatus erlaubte es. Da kam er und nahm den Leichnam Jesu ab. 39 Es kam aber auch Nikodemus, der vormals in der Nacht zu Jesus gekommen war, und brachte Myrrhe gemischt mit Aloe, etwa hundert Pfund.

40 Da nahmen sie den Leichnam Jesu und banden ihn in Leinentücher mit Spezereien, wie die Juden zu begraben pflegen. 41 Es war aber an der Stätte, wo er gekreuzigt wurde, ein Garten und im Garten ein neues Grab, in das noch nie jemand gelegt worden war. 42 Dahin legten sie Jesus wegen des Rüsttags der Juden, weil das Grab nahe war.

Die Grabkapelle wurde im Laufe der Jahrtausende viermal neu errichtet. Dies geschah im 4., 11., 16. und 19. Jahrhundert. Umfangreich wurde das Grab, das aus einem Vorraum und der Stelle der Grablegung besteht, nach schwierigen Verhandlungen in den Jahren 2016 und 2017 umfassend restauriert. Die dabei gewonnenen Forschungsergebnisse bestätigen in weiten Teilen die Angaben der Bibel und lassen vermuten, dass es sich hier tatsächlich um das Grab Christi handelt.

Was liegt unterhalb der Grabeskirche?

Unterhalb der Grabeskirche befinden sich mehrere interessante Räume und Kapellen. Die interessantesten sind die Helena-Kapelle und die Kapelle der Kreuzauffindung. Hier handelt sich um die Urzelle des Gotteshauses. Die Stelle, an der das Kreuz aufgefunden wurde, ist deutlich markiert. Des Weiteren befinden sich herrliche Mosaiken in den Kapellen unterhalb der Grabeskirche.

Fazit

Ob man sich als Besucher als religiös, Zweifler, ob Atheist bezeichnet. Ein Besuch an dieser einzigartigen historischen Stätte und dem unglaublichen architektonischen Meisterwerk der Grabeskirche, ist für jede Reise nach Israel unverzichtbar und stellt für viele, die Erfüllung eines Lebensziels dar.

Dieser Artikel hat Ihnen gefallen? Sie möchten Ihn zu Hause nochmals nachlesen?

hier können Sie den Beitrag kostenlos als PDF-Datei herunterladen. Auch alle weiteren Artikel auf meiner Seite stehen als Download für Sie bereit. Einfach vorbeischauen, lesen und sammeln! Viel Spaß dabei:

Hier den Beitrag als PDF herunterladen