Der Fujisan – Japans heiliger Berg

Der Fujisan, Mount Fuji in Japan
Der Fujisan, Mount Fuji in Japan

Heute geht die Fahrt nach Hakone und in das bergige Vorland des Fujisan. Der Vulkan Fuji ist das Postkartenbild Japans und gleichzeitig so etwas wie ein Synonym für das ganze Land. Er wird als Gott der Natur verehrt und gilt in Japan als heiliger Berg. Deshalb trägt er den Beinamen „san“, was soviel wie „der Ehrenwerte“ bedeutet. Der Mount Fuji gehört zu den Stratovulkanen und ist mit 3776 m der höchste Berg Japans. Er liegt an der Bruchstelle mehrerer Kontinentalplatten und ist Teil des pazifischen Feuerrings. Seit dem Beginn unserer Reise haben wir gehofft den Berg sehen zu können. Das ist keineswegs selbstverständlich oder sicher, denn er wird sehr oft komplett von Wolken eingehüllt. Als wir am Morgen in Tokio abgefahren sind, sah es so aus als würde der Wunsch nicht in Erfüllung gehen. Doch als wir am Lake Kawaguchi ankommen, ist der Vulkan frei bis zum Gipfel. Das ist ein riesiges Glück, denn schon einen Tag später sagt der Wetterbericht für die Region Regen voraus.

 

Der höchste Berg Japans ist der Fujisan. Der Vulkan hat die gewaltige Höhe von 3776 m und ist von der Hauptstadt Tokio aus, bei klarem Wetter, gut zu sehen. Er ist Naturschönheit und religiöse Ikone gleichermaßen. Die letzte Eruption des Berges fand 1707 statt, was erdgeschichtlich gesehen gar nicht lange her ist. Die Bildung des Berges durch immer wiederkehrende Eruptionen begann vor rund 100000 Jahren. In vier Abschnitten entstand der heutige Berg. An dem Vulkan kommt es regelmäßig zu verstärkter seismischer Aktivität. So auch in den Jahren 2000 und 2001. Eruptionen folgten jedoch nicht. Das Geschehen zeigt aber, dass der Vulkan immer noch aktiv ist und die Frage nach einem erneuten Ausbruch stellt sich nicht. Er wird kommen!
Kaum jemand kann sich vorstellen, was passieren könnte, würde der Berg in der extrem dicht besiedelten Region um die Hauptstadt heutzutage ausbrechen.

Die Narusawa Eishöhle

Narusawa Eishöhle
Narusawa Eishöhle

Unser nächstes Ziel ist die Narusawa Eishöhle, nahe dem Fujisan. Die Höhle liegt 21 m unter der Erdoberfläche und ist zunächst über eine enge uns sehr steile Treppe zugänglich. Danach verengt sich der Zugang so, dass man in eine tiefe Hocke gehen muss und das dalles auf recht glitschigem Boden. Schliesslich öffnet sich die Höhle, die 137,2 m lang ist und deren Temperatur ganzjährig zwischen -2 und +3 Grad liegt. Dies hat zur Folge, dass man beeindruckende Stalaktien aus Eis und wohlgeformte Blöcke bestaunen kann. In der Eso-Zeit, also zwischen 1603 und 1878 wurde das Eis förmlich geerntet und zum Kühlen von Speisen genutzt. Heutzutage ist die Höhle ein nationales Naturdenkmal.

Narusawa Eishöhle
Narusawa Eishöhle

Als Eishöhlen werden Höhlen bezeichnet, die durch ihre Lage ein (fast) ganzjähriges Klima mit Temperaturen unter dem Gefrierpunkt haben. Hierdurch hält sich auch das ganze Jahr über Eis in Form eines gefrorenen Sees oder von Eiszapfen. Es entsteht dadurch, dass im Winter kalte Luft in den abwärts gerichteten Zugang strömt. Da wärmere Luft leichter ist, kann diese die eingeschlossene kalte Luft auch in den Sommermonaten nicht verdrängen. Auch Höhlen in Gletschern oder anderen Eismassen werden mitunter als Eishöhlen bezeichnet. Eine seit ca. 2010 bekannte natürlich entstandene Höhle befindet sich in 3250 m Höhe unter dem Hintertuxer Gletscher. Eine Vielzahl solcher Höhlen kommt natürlich vor, viele davon in Deutschland und Österreich.

Narusawa Eishöhle
Narusawa Eishöhle
Narusawa Eishöhle
Narusawa Eishöhle

Vom Fujisan zum Ashi See

Ashi See nahe dem Fujisan
Ashi See nahe dem Fujisan
Ashi See

Unsere letzte Station in der Region um den Fujisan ist der Ashi-See. Zunächst fahren wir mit der Seilbahn auf den rund 800 m hohen Hausberg und geniessen eine einzigartige Aussicht auf den See der einer von 5 Seen im Nationalpark rund um den Mount Fuji ist. Der See ist 7,03 km lang und rund 40 m tief. Die Hakone Seilbahn ist eine schnelle Möglichkeit die herrliche Aussicht zu fotografieren. Der See bildete sich vor etwa 3000 Jahren nach dem letzten Ausbruch und teilweisen Einsturz des Vulkans Hakone-yama in dessen Caldera. Zuletzt wurden im Jahr 1170 vulkanische Aktivitäten aufgezeichnet. Der See liegt an der Tōkaidō-Straße, der Hauptverbindung zwischen Kyoto und Tokio. Touristisch ist die Gegen um den Ahsi See sehr wertvoll. Der Name bedeutet auf Japanisch „Schilfsee“. Die Fülle der Natur machte den See zu einem Paradies für Wanderer und Erhohlungssuchende aus der Hauptstadt. Es gibt viele Trails mit unterschiedlichen Schwierigkeitsgraden. Im Anschluss geht es noch mit einem er zahlreichen Boote über den Ashi-See und die Dimension der Berglandschaft rund um den Mount Fuji wird einem hier so richtig bewusst.

Mit dem Boot auf dem Ashi See
Mit dem Boot auf dem Ashi See

Morgen geht es dann mit dem Highspeed-Zug „Shinkansen“ von Tokio nach Kyoto. Das wird bestimmt wieder ein spannender Tag,