Auf dem Mount Koya

Brücke in Mount Koya
Brücke in Mount Koya

Heute führt uns unsere Reise zu einem seltenen Ziel in Japan. Nicht sehr oft kommen Touristen in die entlegene Bergregion und wenn, dann sind es Individualreisende, wie wir. Jetzt, Anfang April, ist es in einer Berghöhe von 800 m noch recht kalt. Selbst tagsüber erreichen die Temperaturen kaum 5 °C. Das gesamte Areal ist nur über eine sich stark befindende Bergstraße zu erreichen, die zwar gut ausgebaut aber dennoch abenteuerlich ist. Die Japaner nennen die Bergregion Koya-san, was die Ehrerbietung zum Ausdruck bringt, die man den zahllosen Tempeln entgegenbringt. Sie sind nicht selten mehr als 1000 Jahre alt.

Kunst und Geschichte

Tempel im Danjōgaran Mount Koya
Tempel im Danjōgaran Mount Koya

Das Gebiet wurde im Jahre 816 von dem buddhistischen Mönch Kūkai alias Kōbō Daishi erschlossen, dem es gelungen war, die Unterstützung des Tennō Saga zu gewinnen. Nach dem Ableben von Kūkai, der 835 hier seine letzte Ruhestätte fand, entwickelte sich der Berg zur wichtigsten Stätte der Shingon-Schule neben dem Osttempel (Tō-ji) in Kyōto. Zu den bedeutendsten Gebäuden gehört das Tempelareal Danjogaran. Hier finden sich grundlegende architektonische Merkmale, die man hier entwickelt hat und die zum Symbol für diese Religionsrichtung wurden.

Der Kompon Daito, die Hauptpagode auf dem Mount Koya

Hauptpagode im Danjōgaran Mount Koya
Hauptpagode im Danjōgaran Mount Koya

Kompon Daito, was übersetzt „grundlegende Pagode“ bedeutet, ist eine Pagode, die nach der Lehre des Shingon-Buddhismus aufgebaut ist. Hierbei drehte sich um eine Lehre, die dieses Bauwerk als Mittelpunkt des räumlichen Mandalas sieht. Im Inneren der Großpagode im Danjogaran-Tempel befinden sich riesige und sehr wertvolle vergoldete Buddha Statuen. Mit der Kamera ist hier nichts zu machen. Das Fotografieren strengstens verboten, wie im Inneren aller buddhistischer Tempelräume. Nicht minder beeindruckend ist das äußere der Pagode.

Die Tempel sind Weltkulturerbe

Glockenpavillion im Danjōgaran Mount Koya
Glockenpavillion im Danjōgaran Mount Koya

Im Jahre 2004 wurde Kōya-san zusammen mit anderen Stätten auf der Halbinsel Kii von der UNESCO zur Stätte des Weltkulturerbes erklärt. Seitdem steigt die Zahl ausländischer Besucher. Beeindruckend ist die Tatsache, dass die meisten Pavillons und Tempel mitten im Wald stehen also eng verbunden geblieben sind mit der Natur über mehr als 1000 Jahre. Hier scheint niemand Stress zu haben, hier dreht sich alles um das Gebet, hier ist es noch möglich dass Menschen vor-und nach der Arbeit mit dem Auto vor einem der Tempel anhalten, zu bieten.

Toori im Danjōgaran Mount Koya
Toori im Danjōgaran Mount Koya

Der Friedhof Oku-no-in auf dem Mount Koya

Friedahof Oku-no-in Mount Koya
Friedahof Oku-no-in Mount Koya

Nicht versäumen sollte man den großen Friedhof  ‚Oku-no-in‘. Man könnte diese riesige Bestattung stellte Mitten im Wald auch als eine Stadt der Toten oder statt der Seelen bezeichnen. Besonders spannend wird es, wenn plötzlich, wie bei unserem Besuch, Schneefall einsetzt, was um diese Jahreszeit in dieser Region Japans durchaus für kurze Zeit möglich ist. Was zunächst als Ungemach wahrgenommen wird, entpuppt sich nach wenigen Minuten als einzigartige Gelegenheit, zu erleben, wie sich die Landschaft, das Licht und die Schatten verändern. In der Nekropole mit tausenden von Grabmälern, die im viele bekannte Persönlichkeiten und auch internationale Großkonzerne haben hierfür verstorbene Mitarbeiter Gedenkstätten errichtet.

Gräber auf dem Friedhof Oku-no Mount Koya
Gräber auf dem Friedhof Oku-no Mount Koya
Grabmäler auf dem Friedhof Oku-no Mount Koya
Grabmäler auf dem Friedhof Oku-no Mount Koya

Eine Nacht im Kloster auf dem heiligen Berg

Im Kloster auf dem Mount Koya
Im Kloster auf dem Mount Koya

Für uns ist der Tag noch nicht ganz zu Ende, denn jetzt steht ein weiterer spannender Abschnitt unserer Reise vor. Wir übernachten im Kloster. Was zunächst wie eine ganz normale Pension aussieht, stellt sich schnell als streng geführter Konvent dar, in dem sechs Mönche und ein Priester sowie Hilfspersonal lebt. Letzteres betreibt, zusammen mit den Menschen, ein kleines Hotel. Hier herrschen strenge Regeln. Die Schuhe, müssen am Eingang abgegeben werden. Man bekommt Hausschuhe. Nur mit diesen darf man sich innerhalb der Anlage bewegen. Für das eigene Zimmer, das in traditioneller japanischer aber sehr schlichter Weise eingerichtet ist, erhält man noch einmal ein paar Zimmerschuhe. Es wird erwartet, dass auch der Besucher sich an diese Grundregeln hält.

Abend im Kloster in Mount Koya
Abend im Kloster in Mount Koya
Abendessen im Kloster auf dem Mount Koya
Abendessen im Kloster auf dem Mount Koya
Schlafen im Kloster auf dem Mount Koya
Schlafen im Kloster auf dem Mount Koya

Ein sehr spannender Tag endet in ruhiger und abgeschiedener Weise auf dem Mount Koya. Morgen geht es mit der Fähre auf die Insel Shikoku und nach Takamatsu.