Kelaniya Raja Maha Vihara Tempel, Sri Lanka
Der Kelaniya Raja Maha Vihara nabe Colombo auf Sri Lanka ist einer der bekanntesten buddhistischen Tempel Sri Lankas. Er befindet sich am Ufer des Kelani-Flusses, nur wenige Kilometer nordöstlich von Colombo. Eingebettet in eine grüne, ruhige Umgebung, bildet er einen wichtigen spirituellen Mittelpunkt.
Viele Menschen besuchen ihn, um Stille, Inspiration und Segen zu finden. Für die buddhistische Bevölkerung hat Kelaniya eine tief verwurzelte religiöse Bedeutung. Der Tempel gilt als heiliger Ort, an dem sich Glaube und Geschichte eng miteinander verbinden.
Er symbolisiert Reinheit, Erneuerung und die Gegenwart der Lehre Buddhas im täglichen Leben. Zahlreiche Gläubige kommen regelmäßig, um zu beten, zu meditieren und Opfergaben darzubringen. Die Anlage gehört zu den bedeutensten in Asien.
Der Kelaniya Raja Maha Vihara ist nicht nur ein Ort der Andacht, sondern auch ein Zentrum des Gemeinschaftslebens. Hier finden Feste, Zeremonien und religiöse Feiern statt, die Menschen aller Generationen vereinen. Besonders während der großen Prozessionen verwandelt sich Kelaniya in ein Meer aus Farbe und Klang.
Diese Ereignisse stärken den Zusammenhalt und das kulturelle Bewusstsein der Bevölkerung. Auch für Besucher von außerhalb besitzt der Tempel eine besondere Anziehungskraft. Seine Atmosphäre aus Frieden, Kunst und Tradition macht ihn zu einem Symbol der sri-lankischen Identität.
Er wird oft als ein Ort beschrieben, an dem Vergangenheit und Gegenwart harmonisch verschmelzen. So lädt Kelaniya nicht nur zum Beten, sondern auch zum Nachdenken und Staunen ein.
Die Anlage selbst vermittelt Ruhe und Ausgeglichenheit inmitten geschäftiger Umgebung.
Zwischen Bäumen, Schreinen und dem stillen Fluss entfaltet sich eine zeitlose Spiritualität. Viele Pilger empfinden den Besuch als innere Reise und Ausdruck von Dankbarkeit. Kelaniya wird so zu einem Ort, an dem Religion, Kultur und Alltag auf natürliche Weise zusammenfinden.
Der Tempel steht als Sinnbild für Glauben, Gemeinschaft und kulturelle Kontinuität. Er erinnert an die Bedeutung von Achtsamkeit und Mitgefühl im Leben der Menschen. Ob Einheimische oder Reisende – alle finden hier Raum für Besinnung und Verbundenheit.
So bleibt der Kelaniya Raja Maha Vihara bis heute ein lebendiges Herzstück des buddhistischen Sri Lanka.
Die Geschichte des Kelaniya Raja Maha Vihara
Die Ursprünge und die buddhistische Legende
Die Geschichte des Kelaniya Raja Maha Vihara reicht weit in die Vergangenheit zurück und ist eng mit der religiösen und kulturellen Identität Sri Lankas verbunden. Der Tempel gilt als einer der ältesten buddhistischen Heiligtümer des Landes.
Nach der Überlieferung soll Buddha selbst diesen Ort während seines dritten Besuchs in Sri Lanka gesegnet haben. Dieser Besuch, so erzählen die Chroniken, fand etwa 500 Jahre vor unserer Zeitrechnung statt.
In der buddhistischen Tradition wird berichtet, dass Buddha nach Kelaniya kam, um zwischen zwei Nāga-Königen, die um einen Edelstein stritten, Frieden zu stiften. Als Zeichen der Dankbarkeit soll der König des Landes an jener Stelle einen Schrein errichtet haben, wo Buddha saß.
Dieser Schrein gilt als der Ursprung des heutigen Tempels. Obwohl die Legende nur kurz in den Chroniken erwähnt wird, bildet sie das geistige Fundament, auf dem sich der Glaube und die Verehrung um den Kelaniya Raja Maha Vihara entwickelten.
Die Anfänge der Tempelanlage Kelaniya Raja Maha Vihara
Historische Aufzeichnungen deuten darauf hin, dass Kelaniya schon früh zu einem religiösen Zentrum heranwuchs. Während der Anuradhapura-Periode, die etwa vom 3. Jahrhundert v. Chr. bis ins 10. Jahrhundert n. Chr. reichte, war der Tempel ein bedeutender Wallfahrtsort. König Devanampiya Tissa, der den Buddhismus als Staatsreligion einführte, soll die erste größere Struktur an dieser Stelle errichtet haben.
Die Anlage diente nicht nur als Ort der Verehrung, sondern auch als kulturelles und bildungspolitisches Zentrum. Mönche aus verschiedenen Regionen kamen nach Kelaniya, um zu studieren, zu lehren und religiöse Schriften zu kopieren.
Schon früh war der Tempel für seine Stupa bekannt, die als Reliquienstätte verehrt wurde. Auch der Bodhi-Baum im Tempelbezirk, ein Ableger des heiligen Baumes von Anuradhapura, symbolisierte Kontinuität und die Weitergabe der Lehre Buddhas.
Über viele Jahrhunderte blieb Kelaniya ein Ort, an dem Religion, Kunst und Politik ineinandergriffen. Könige, Adelige und Gläubige trugen gleichermaßen zum Erhalt und Ausbau des Heiligtums bei und der Tempel wurde in ganz Asien bekannt.
Zerstörung und Wiederaufbau des Kelaniya Raja Maha Vihara
Wie viele bedeutende Tempel Sri Lankas wurde auch der Kelaniya Raja Maha Vihara im Lauf der Geschichte mehrfach zerstört und wiederaufgebaut. Besonders einschneidend waren die Ereignisse während der portugiesischen Kolonialzeit im 16. Jahrhundert.
Als die Portugiesen weite Teile der Insel eroberten, verfolgten sie das Ziel, den Katholizismus zu verbreiten, und zerstörten zahlreiche buddhistische und hinduistische Heiligtümer.
Der Tempel von Kelaniya blieb davon nicht verschont. Seine Gebäude wurden niedergebrannt, Statuen und Reliquien zerstört oder geraubt. Der einst prächtige Wallfahrtsort fiel in Verfall, und für mehr als ein Jahrhundert blieb Kelaniya weitgehend verlassen.
Die Bevölkerung hielt den Glauben jedoch im Verborgenen aufrecht. Auch ohne Tempel kamen Gläubige an das Ufer des Kelani-Flusses, um dort Gebete zu sprechen und Opfergaben darzubringen.
Mit dem Niedergang der portugiesischen Herrschaft und dem Aufstieg des Königreichs Kandy wuchs die Hoffnung auf eine religiöse Erneuerung.
Wiederaufbau unter König Kirthi Sri Rajasingha
Im 18. Jahrhundert begann eine neue Blütezeit des Tempels. König Kirthi Sri Rajasingha von Kandy (1747–1782), bekannt für seine Unterstützung des Buddhismus, ließ zahlreiche zerstörte Heiligtümer wieder errichten – darunter auch den Kelaniya Raja Maha Vihara. Er ordnete an, dass der Tempel vollständig restauriert und neu geweiht werden solle.
Unter seiner Herrschaft entstanden neue Gebäude im traditionellen Kandyan-Stil, und der Tempel wurde erneut zu einem Ort der Verehrung. Die Mönche kehrten zurück, Pilger kamen wieder in großer Zahl, und Kelaniya erhielt seinen früheren Rang als religiöses Zentrum zurück.
Diese Wiederherstellung war jedoch nicht nur ein Akt der Frömmigkeit, sondern auch ein Ausdruck nationaler Identität. Der Tempel wurde zum Symbol des Widerstands gegen die kulturelle Dominanz der Kolonialmächte. In dieser Zeit begann sich das Bewusstsein zu festigen, dass Kelaniya mehr war als ein Ort der Religion – er war ein Zeichen des Überlebens und der spirituellen Stärke des singhalesischen Volkes.
Der Kelaniya Raja Maha Vihara in der Kolonialzeit und im 20. Jahrhundert
Mit dem Beginn der britischen Kolonialherrschaft im 19. Jahrhundert wandelte sich die politische und kulturelle Landschaft Sri Lankas erneut. Der Buddhismus verlor an institutioneller Macht, blieb aber in der Bevölkerung tief verwurzelt. Der Kelaniya Raja Maha Vihara geriet erneut in den Hintergrund, doch seine Bedeutung als Symbol religiöser Identität blieb bestehen.
Erst Anfang des 20. Jahrhunderts begann eine neue Phase der Erneuerung. Die Bewegung zur Wiederbelebung des Buddhismus in Sri Lanka, unterstützt durch engagierte Laien und Intellektuelle, führte auch zu einer intensiven Wiederbelebung des Tempels. Besonders die Familie Wijewardene spielte dabei eine Schlüsselrolle. Unter der Leitung von Helena Wijewardene wurde der Tempel umfassend restauriert und in seiner heutigen Form neu errichtet.
Die Bauarbeiten begannen 1927 und zogen sich über fast zwei Jahrzehnte hin. 1946 wurde der neue Haupttempel feierlich eröffnet. Die Architektur verband traditionelle Formen mit modernen Einflüssen, wobei der spirituelle Charakter der Anlage gewahrt blieb.
Ein besonderes Merkmal des neuen Tempels sind die monumentalen Wandmalereien des Künstlers Solius Mendis, die zwischen 1930 und 1946 entstanden. Sie erzählen Szenen aus dem Leben des Buddha, aus den Jātaka-Geschichten und der singhalesischen Geschichte. Diese Kunstwerke gelten heute als Meisterleistung religiöser Malerei und spiegeln den Geist einer ganzen Epoche wider.
Der Kelaniya Raja Maha Vihara als nationales Symbol
Nach der Unabhängigkeit Sri Lankas im Jahr 1948 nahm der Kelaniya Raja Maha Vihara eine neue Rolle ein. Er wurde zu einem zentralen Symbol des wiedererstarkten Buddhismus und der kulturellen Identität des Landes. Regierungen, Mönchsorden und Laien sahen in ihm einen Ort, der das nationale Erbe verkörpert.
Jedes Jahr im Januar findet die Duruthu Perahera eine prächtige Prozession statt. Sie erinnert an den mythischen Besuch des Buddha und gilt als eine der ältesten religiösen Feste Sri Lankas. Trommler, Tänzer, Mönche und festlich geschmückte Elefanten ziehen durch die Straßen, begleitet von Tausenden Gläubigen. Diese Feierlichkeiten zeigen, wie lebendig die Verbindung zwischen Vergangenheit, Glauben und Gegenwart geblieben ist.
Heute ist der Kelaniya Raja Maha Vihara nicht nur ein religiöses Heiligtum, sondern auch ein kulturelles Denkmal. Er steht für die Einheit des Landes und für den unerschütterlichen Glauben seiner Menschen. Besucher aus aller Welt kommen hierher, um die Kunst, Architektur und Spiritualität des Ortes zu erleben.
Bedeutung des Kelaniya Raja Maha Vihara in der Gegenwart
In der modernen Gesellschaft Sri Lankas spielt der Tempel weiterhin eine zentrale Rolle. Er ist Sitz einer aktiven Mönchsgemeinschaft, Ort für religiöse Lehre und Zentrum für soziale Initiativen. Viele Schulen und Bildungseinrichtungen in der Umgebung arbeiten eng mit dem Tempel zusammen, um Werte wie Mitgefühl, Respekt und Achtsamkeit zu fördern.
Zugleich bleibt Kelaniya ein lebendiger Pilgerort. Menschen aller Schichten kommen, um Opfergaben darzubringen, zu meditieren oder einfach die friedliche Atmosphäre zu genießen. Der Klang der Gebetsglocken, der Duft von Räucherwerk und die Stimmen der Gläubigen schaffen eine besondere Stimmung, die über Jahrhunderte hinweg fast unverändert geblieben ist.
Der Kelaniya Raja Maha Vihara ist damit weit mehr als ein historischer Bau. Er ist ein lebendiger Ausdruck des spirituellen Erbes Sri Lankas – ein Ort, an dem Geschichte, Religion und Kultur auf einzigartige Weise verschmelzen und der den Glauben an die dauerhafte Kraft der Erneuerung bezeugt.
Die Legende vom Besuch des Buddha in Kelaniya
Nach der buddhistischen Überlieferung reicht die heilige Geschichte des Kelaniya Raja Maha Vihara bis in die Zeit des Erleuchteten selbst zurück. Es heißt, dass Buddha während seines dritten Besuchs auf der Insel Sri Lanka an den Ufern des Kelani-Flusses verweilte.
Zu jener Zeit, so erzählt die Legende, war das Land von den Nāga, mythischen Schlangengöttern bewohnt. Zwei ihrer Könige – Maniakkhika von Kelaniya und Mahodara vom Meer – gerieten in Streit über einen kostbaren Edelstein-Thron. Der Konflikt drohte das Gleichgewicht der Welt zu stören, und die Nāga-Völker rüsteten sich bereits zum Krieg.
Buddha, der in seiner grenzenlosen Weisheit das Leiden aller Wesen sah, erschien inmitten dieser Auseinandersetzung, um Frieden zu stiften. Mit seinem strahlenden Licht beruhigte er die wütenden Nāgas und sprach über Mitgefühl, Gleichmut und den Wert der Harmonie. Tief bewegt von seiner Güte legten die Könige ihren Streit bei und übergaben Buddha den Edelstein-Thron als Zeichen der Versöhnung.
An dieser Stelle, wo Buddha saß und lehrte, wurde später ein Schrein errichtet. Der Nāga-König Maniakkhika bat Buddha, den Ort zu segnen, damit er für immer ein Platz des Friedens und der Erleuchtung bleibe. Buddha legte seine rechte Hand über den Boden und sprach den Segen aus, dass dieser Ort für alle Zeiten heilig sein solle, ein Ort, an dem Menschen Zuflucht finden und den Dharma – die Wahrheit – erkennen können.
Seit jener Zeit gilt Kelaniya als einer der heiligsten Plätze des Buddhismus in Sri Lanka. Es wird geglaubt, dass der ursprüngliche Edelstein-Thron tief unter dem Tempel ruht, geschützt durch die Kraft des Segens Buddhas. Die Menschen, die heute dort beten, tun dies in der Überzeugung, dass seine Präsenz weiterhin spürbar ist – als stilles Leuchten, das Frieden in die Herzen bringt.
So ist die Legende vom Besuch Buddhas in Kelaniya mehr als nur eine Erzählung aus alter Zeit. Sie ist Sinnbild für die ewige Bedeutung von Versöhnung, Mitgefühl und geistiger Reinheit. Der Segen, den Buddha einst über den Ort sprach, wird bis heute in jedem Gebet, jeder Opfergabe und jedem Klang der Tempelglocken lebendig.
Rundgang durch den Kelaniya Raja Maha Vihara
Die weißen Toranas und Treppen des Kelaniya Raja Maha Vihara
Die beiden weißen Toranas (Eingangstore) des Kelaniya Raja Maha Vihara bilden die feierlichen Zugänge zum heiligen Tempelgelände. Sie sind nicht nur architektonische Übergänge, sondern auch symbolische Tore zwischen der äußeren Welt und dem spirituellen Raum des Dharma.
Errichtet wurden sie im Zuge der großen Restaurierung im frühen 20. Jahrhundert, zeitgleich mit dem Neubau des Aluth Vihara Ge, also etwa um das Jahr 1930. Ihr Baustil vereint traditionelle singhalesische Formen der Kandy-Periode mit klaren, symmetrischen Linien und Einflüssen des kolonialen Klassizismus. Die Toranas bestehen aus massivem Ziegelmauerwerk mit einer Verkleidung aus feinem Kalkputz. Sie sind etwa 6 bis 7 Meter hoch und durch ihre harmonische Proportion sowie ihre geschwungene Dachlinie besonders eindrucksvoll.
An den oberen Rändern finden sich kunstvolle Reliefs von Lotusblüten, Wolkenmotiven und Wächterfiguren, die den Eingang symbolisch schützen. Die beiden Bauwerke markieren die Hauptachsen des Tempelkomplexes – das äußere Tor am Eingang des Geländes und das innere Tor, das direkt in den Bereich des Haupttempels führt.
Die Wahl der weißen Farbe ist bewusst getroffen: Weiß steht im Buddhismus für Reinheit, Wahrheit und die Befreiung von Unwissenheit. Die Toranas sind daher nicht nur dekorativ, sondern verkörpern den geistigen Zustand, den jeder Gläubige beim Betreten des Tempels anstrebt – die Reinigung von Geist und Herz. Durch das blendende Weiß heben sie sich zudem strahlend vom satten Grün der Umgebung ab und wirken besonders bei Sonnenlicht fast leuchtend.
Zu den Toranas führen zwei breite Steintreppen, jeweils flankiert von Steinbalustraden in Form von Makara-Fabelwesen – Mischgestalten aus Elefant, Löwe und Schlange, die Schutz und Stärke symbolisieren. Diese Treppen sind aus Granit gefertigt, etwa 10 Meter breit und leicht ansteigend, sodass der Besucher den Tempel buchstäblich „emporsteigt“.
Beim Betreten des Kelaniya-Tempels über diese weißen Tore und Treppen entsteht ein Übergangserlebnis: Man verlässt die Welt des Alltags und tritt in den Raum der Stille und Andacht ein. In ihrer Schlichtheit und Leuchtkraft sind die Toranas Ausdruck jener Reinheit, die den Tempel seit Jahrhunderten umgibt – ein stiller Empfang durch Schönheit, Gleichmaß und spirituelle Klarheit.
Der Platz des Kelaniya Tempels
Hinter den beiden weißen Toranas öffnet sich ein weiter friedvoller Platz, der als Übergang vom äußeren zum inneren Heiligtum des Kelaniya Raja Maha Vihara dient. Dieser Bereich bildet den Auftakt des eigentlichen Tempelhofs und ist so gestaltet, dass er Besucher und Pilger in eine Atmosphäre der Ruhe und Einkehr führt.
Der Platz ist großzügig gepflastert, von niedrigen Mauern und sorgfältig gepflegten Grünflächen umgeben, die den heiligen Raum klar umrahmen.
Im Mittelpunkt dieses Vorhofs befindet sich ein runder Springbrunnen, der mit einer schlichten steinernen Lotusblüte verziert ist – einem Symbol der Reinheit und Erleuchtung. Der Brunnen wurde im frühen 20. Jahrhundert angelegt, vermutlich zeitgleich mit dem Neubau des Aluth Vihara Ge.
Er misst etwa drei Meter im Durchmesser und ist von einem flachen Wasserbecken umgeben. Das stetige Rauschen des Wassers erzeugt eine beruhigende Klangkulisse, die viele Pilger schon vor dem Betreten des Tempels in einen meditativen Zustand versetzt. Das Wasser gilt als Zeichen der Reinigung; viele Besucher waschen hier symbolisch ihre Hände, bevor sie den Tempel betreten, um sich innerlich wie äußerlich zu läutern.
Etwas weiter hinter dem Brunnen liegt ein flacher Steinblock, der als Altarstein für Opfergaben dient. Dieser Stein, leicht oval und etwa einen Meter hoch, ist glatt poliert durch die unzähligen Hände der Gläubigen, die hier täglich Blumen, Räucherstäbchen und Öllampen niederlegen.
Seine Oberfläche ist meist übersät mit bunten Lotus- und Frangipani-Blüten, während die feinen Rauchfäden der Räucherstäbchen in die Luft steigen und sich mit dem Duft von Sandelholz und Jasmin vermischen.
Der Altar- und Opferstein
Der Altarstein wird als ein Ort stiller Hingabe betrachtet – eine Schwelle zwischen Weltlichem und Heiligem. Die Gläubigen verweilen hier für kurze Gebete, bevor sie weiter zum Bodhi-Baum oder zum Haupttempel gehen. Besonders in den frühen Morgenstunden und bei Sonnenuntergang herrscht hier eine beinahe andächtige Stille, nur durchbrochen vom sanften Plätschern des Brunnens und dem Flüstern der Gebete.
Die Fläche um den Brunnen und den Opferstein ist gesäumt von schattenspendenden Bäumen, deren Blätter sich im Wind leicht bewegen. Der helle Steinboden reflektiert das Sonnenlicht und das Weiß der Toranas im Hintergrund verstärkt den Eindruck von Reinheit und Frieden.
So bildet dieser Platz ein Gleichgewicht zwischen natürlicher Schönheit und spiritueller Bedeutung – ein Ort, an dem der Pilger seine Gedanken sammelt, den Alltag hinter sich lässt und innerlich bereit wird, den Tempel und die Lehre Buddhas zu betreten.
Dieser schlichte, harmonisch gestaltete Raum verkörpert die Essenz des Kelaniya Raja Maha Vihara: eine Balance zwischen Form und Geist, Stille und Bewegung, Mensch und Natur. Hier beginnt für viele Besucher die eigentliche spirituelle Reise – mit einer Blume, einem Räucherstäbchen und einem stillen Gebet.
Der Bodhi-Baum und der Tempelhof des Kelaniya Raja Maha Vihara
Im Herzen des Tempelkomplexes von Kelaniya steht einer der ehrwürdigsten Orte der Anlage – der Bodhi-Baum und der ihn umgebende Tempelhof. Dieser Bereich ist das spirituelle Zentrum des Tempels, ein Ort stiller Verehrung und tiefer Verbundenheit mit der Lehre Buddhas.
Der Bodhi-Baum wird von den Gläubigen als lebendiges Symbol des Erwachens betrachtet, denn unter einem solchen Baum erlangte Buddha einst seine Erleuchtung.
Der Bodhi-Baum in Kelaniya ist ein Ableger des heiligen Baumes von Anuradhapura, der selbst von einem Zweig des ursprünglichen Bodhi-Baumes in Bodh Gaya (Indien) abstammt. Sein Alter wird auf über 2.000 Jahre geschätzt, was ihn zu einem der ältesten lebenden Nachkommen des ursprünglichen Baumes macht.
Seine ausladende Krone breitet sich über den Hof aus, und die Hauptäste erreichen eine Höhe von etwa 20 bis 25 Metern. Der Stamm ist breit und verwunden, bedeckt von goldbrauner, schuppiger Rinde, die an vielen Stellen von Gläubigen mit duftenden Blumen, Öllämpchen und kleinen Gebetsfahnen geschmückt wird.
Der Platz um den Baum ist von einer niedrigen, weißen Mauer umgeben, die mit traditionellen Verzierungen versehen ist. In regelmäßigen Abständen stehen dort bronzene Öllampen, die bei Sonnenuntergang entzündet werden.
Der Boden des Hofes ist gepflastert, und in der Mitte führen einige Stufen hinauf zur erhöhten Plattform, auf der der Baum wächst. Hier sitzen Pilger oft in stiller Meditation, während das Rascheln der Blätter und das leise Flüstern des Windes eine beinahe zeitlose Atmosphäre schaffen.
Rund um den Bodhi-Baum liegen kleine Schreine, Blumenaltäre und Sitzbänke, die zum Verweilen einladen. Besonders an Poya-Tagen (Vollmondtagen) versammeln sich hier Hunderte von Gläubigen, um Opfergaben darzubringen – meist Lotusblüten, Jasmin und brennende Öllampen. Der Hof erstrahlt dann in warmem Licht, und der Baum scheint, als würde er selbst den Segen Buddhas in alle Richtungen ausstrahlen.
Die Gläubigen betrachten den Bodhi-Baum als Verkörperung des Lebens und der Erneuerung. Er steht für Geduld, Erkenntnis und die dauerhafte Verbindung zwischen Mensch und Natur. In der Symbolik des Tempels bildet er das Herz der Anlage – während Stupa und Tempelgebäude den Körper und Geist des Buddhismus darstellen, steht der Bodhi-Baum für das Bewusstsein, das alles miteinander verbindet.
Legende von der Pflanzung des Bodhi-Baumes im Kelaniya Raja Maha Vihara
Der Legende nach wurde der Bodhi-Baum von Kelaniya in einer feierlichen Zeremonie gepflanzt, die von Mönchen und Gläubigen begleitet wurde. Ein junger Spross des heiligen Baumes aus Anuradhapura wurde von einem ehrwürdigen Mönch nach Kelaniya gebracht. Es heißt, der Zweig sei auf wundersame Weise unversehrt geblieben, obwohl die Reise lang und beschwerlich war.
Als der Setzling im Boden des Tempelhofes gepflanzt wurde, soll die Erde leicht erzittert haben, und ein sanfter goldener Schimmer habe den Platz erleuchtet. Die Anwesenden nahmen dies als Zeichen dafür, dass Buddha selbst den Ort segnete. Seitdem gilt der Baum als Wächter des Tempels und als Symbol der spirituellen Kontinuität.
Eine weitere Überlieferung erzählt, dass der Baum gepflanzt wurde, um an den Ort zu erinnern, an dem Buddha während seines Besuchs in Kelaniya verweilte. Der Bodhi-Baum wurde so zu einem lebendigen Denkmal, das an die Begegnung des Erleuchteten mit dem Nāga-König Maniakkhika erinnert.
Heute wird der Bodhi-Baum von Mönchen und Laien mit großer Sorgfalt gepflegt. Es ist Brauch, dass Gläubige täglich Wasser an seine Wurzeln gießen und ihm Blumen opfern – ein Ausdruck von Dankbarkeit und Respekt für die Lehre Buddhas. Der Baum gilt als heiliges Wesen, das Segen spendet, Frieden bringt und die spirituelle Verbindung zwischen Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft bewahrt.
So bleibt der Bodhi-Baum von Kelaniya nicht nur ein eindrucksvolles Naturdenkmal, sondern ein Ort tiefster Verehrung – ein lebender Zeuge von über zwei Jahrtausenden buddhistischer Geschichte und ein Sinnbild für die unvergängliche Kraft des Erwachens.
Der Bell Tower des Kelaniya Raja Maha Vihara
Der Bell Tower – auf Singhalesisch oft „Ghantakara“ genannt – ist eines der markantesten Bauwerke auf dem Gelände des Kelaniya Raja Maha Vihara. Er erhebt sich in unmittelbarer Nähe des Haupttempels und ist sowohl architektonisch als auch symbolisch von großer Bedeutung.
Der Glockenturm wurde im frühen 20. Jahrhundert errichtet, im Zuge der großen Restaurations- und Neubauarbeiten unter der Schirmherrschaft von Helena Wijewardene, die maßgeblich zur Wiederbelebung des Tempels beitrug. Die Bauarbeiten begannen etwa um 1930 und wurden wenige Jahre später abgeschlossen, zeitgleich mit der Fertigstellung des neuen Haupttempels.
Der Bell Tower wurde errichtet, um den Beginn und das Ende religiöser Zeremonien zu verkünden. Er dient zudem als Rufzeichen für die täglichen Gebete und besonderen Feierlichkeiten.
Die Glocke wird traditionell vor jeder größeren Zeremonie geläutet – ein Klang, der über den Kelani-Fluss hinweg hallt und die Gläubigen zum Gebet ruft. Der Ton der Glocke gilt als heilig und soll Achtsamkeit, Reinheit des Geistes und die Gegenwart des Dharma symbolisieren.
Der Turm selbst misst etwa 15 bis 18 Meter in der Höhe und ist in einer harmonischen Kombination aus traditioneller singhalesischer und kolonialzeitlicher Architektur gestaltet. Das Fundament besteht aus massiven Granitsteinen, während die oberen Abschnitte mit fein verputztem Stuck und kunstvollen Reliefs geschmückt sind.
Die vier Seiten des Turmes sind mit Rundbögen geöffnet, sodass der Klang der Glocke frei in alle Himmelsrichtungen getragen wird. Auf der Spitze befindet sich eine vergoldete Finialkugel, die im Sonnenlicht erstrahlt – ein Symbol für Erleuchtung und spirituelle Klarheit.
Die Glocke selbst ist aus Bronze gefertigt und besitzt einen tiefen, resonanten Ton. Über ihre Herstellung ist bekannt, dass sie in Colombo gegossen und anschließend nach Kelaniya gebracht wurde. Sie trägt eingravierte Inschriften in Singhalesisch und Pali, die dem Buddha, dem Dhamma und der Sangha gewidmet sind.
Der Bell Tower ist heute nicht nur ein funktionales, sondern auch ein ästhetisches Wahrzeichen des Tempels. Bei Sonnenaufgang und in den Abendstunden, wenn das Licht auf seine weißen und goldenen Flächen fällt, wirkt er fast wie ein Leuchtturm des Glaubens.
Seine Präsenz erinnert Besucher und Pilger gleichermaßen daran, dass der Klang der Glocke nicht nur die Luft erfüllt, sondern auch das Herz berührt – als Aufruf zu innerer Stille, Achtsamkeit und Erneuerung.
Der neue Tempel – Aluth Vihara Ge
Der neue Tempel, auf Singhalesisch Aluth Vihara Ge bildet das Herzstück des modernen Kelaniya Raja Maha Vihara und symbolisiert die Wiedergeburt des buddhistischen Glaubens im 20. Jahrhundert. Er wurde im Jahr 1946 fertiggestellt, nach fast zwei Jahrzehnten sorgfältiger Bauarbeit.
Die Initiative für diesen Neubau ging von Helena Wijewardene aus, einer gläubigen Laienanhängerin, die maßgeblich zur Wiederherstellung des Tempels beitrug. Der Bau des Aluth Vihara Ge wurde als spirituelles und nationales Projekt verstanden, das die Verbindung zwischen Tradition und Moderne in architektonischer Form ausdrücken sollte.
Der Tempel ist architektonisch ein beeindruckendes Beispiel für die Verschmelzung klassischer singhalesischer Formen mit zeitgenössischen Elementen der damaligen Kolonialzeit. Die Struktur ist massiv mit hohen, weiß getünchten Wänden, geschnitzten Holzportalen und einem weitgespannten Dach, das von kunstvoll gearbeiteten Säulen getragen wird. Im Inneren öffnet sich eine weite Haupthalle mit poliertem Steinboden, in deren Zentrum eine große sitzende Buddha-Statue aus vergoldetem Gips thront.
Die Wände und Decken des Aluth Vihara Ge sind über und über mit farbintensiven Wandmalereien bedeckt, die vom Künstler Solius Mendis geschaffen wurden. Zwischen 1930 und 1946 entstanden hier mehr als hundert großflächige Gemälde, die das Leben des Buddha, die Jātaka-Geschichten und Episoden der sri-lankischen Geschichte darstellen. Sie gelten als Meilenstein moderner Tempelkunst und machen den Raum zu einer Galerie buddhistischer Spiritualität.
Die Atmosphäre im Aluth Vihara Ge ist zugleich erhaben und friedlich. Das Licht fällt sanft durch kleine Fensteröffnungen, das Aroma von Räucherwerk liegt in der Luft, und die Stimmen der Gläubigen verweilen ehrfürchtig. Der neue Tempel steht heute sinnbildlich für das Wiedererwachen des Buddhismus nach den Kolonialjahren und verkörpert den Glauben einer ganzen Nation an die fortwährende Gegenwart des Dharma.
Die Wandstatue des Königs Maniakkhika im Aluth Vihara Ge
Im Aluth Vihara Ge, der großen Haupthalle des Kelaniya Raja Maha Vihara, befindet sich eine besonders bedeutende Wanddarstellung: die Statue des Königs Maniakkhika – jener mythischen Herrschergestalt, die in der Überlieferung als der Gründer und erste Beschützer des Tempels gilt. Die Figur ist in die Wand eingelassen und Teil eines großflächigen Freskos, das vom Künstler Solius Mendis in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts geschaffen wurde.
König Maniakkhika war nach der buddhistischen Legende der Nāga-König von Kelaniya, ein mythisches Schlangenwesen, das in menschlicher Gestalt erscheinen konnte. Er soll zur Zeit des Buddha, also etwa im 6. Jahrhundert v. Chr., über das Gebiet des heutigen Kelaniya geherrscht haben.
Der Legende nach suchte er Buddha auf, um Heilung von einer Krankheit zu erbitten, und wurde durch dessen Mitgefühl bekehrt. Als Zeichen seiner Dankbarkeit ließ er an dem Ort, an dem Buddha verweilte, den ersten Schrein errichten – den Ursprung des heutigen Kelaniya Raja Maha Vihara. Damit gilt Maniakkhika als spiritueller Stifter des Tempels und als Symbol für die Vereinigung des Menschlichen und Göttlichen.
Die Wandstatue zeigt den König in majestätischer, aber demütiger Haltung. Er trägt eine Krone in Form einer Nāga-Haube – ein direkter Hinweis auf seine mythische Herkunft – und ein reich verziertes königliches Gewand mit goldenen und roten Ornamenten.
Die Figur ist etwa 2,3 Meter hoch, leicht aus der Wand hervortretend und in kräftigen Erdtönen gehalten. Gold und Ocker dominieren die Farbgestaltung, wobei die Konturen in feinem Schwarz und Zinnoberrot betont sind. Das Gesicht ist sanft, mit leicht geneigtem Kopf und gefalteten Händen – eine Geste der Verehrung gegenüber Buddha.
Der Künstler hat die Darstellung so gestaltet, dass sie sowohl historische Würde als auch spirituelle Hingabe ausdrückt. Maniakkhika erscheint nicht als Herrscher, sondern als gläubiger Schüler des Erleuchteten.
Diese Dualität – Macht und Demut, König und Gläubiger – macht die Statue zu einem zentralen Symbol des Tempels. Ihr Alter entspricht der Entstehungszeit der Mendis-Fresken, also etwa 80 bis 90 Jahre, doch ihre Bedeutung reicht bis zu den ältesten Wurzeln der Tempelgeschichte zurück.
Die Figur des Maniakkhika erinnert Besucher an die mythische Verbindung zwischen Buddha und dem Land Sri Lanka. Sie steht für das Vertrauen, das Mitgefühl und die Erkenntnis, dass selbst Macht und Reichtum sich der Wahrheit des Dharma beugen müssen.
So bleibt der Nāga-König in der Wand des Aluth Vihara Ge nicht nur ein kunsthistorisches Meisterwerk, sondern auch ein lebendiges Sinnbild der Verehrung und Dankbarkeit.
Der Oth Pilima Ge im Kelaniya Raja Maha Vihara
Der Oth Pilima Ge – wörtlich „Halle der liegenden Statue“ – ist eines der ältesten und zugleich eindrucksvollsten Gebäude auf dem Gelände des Kelaniya Raja Maha Vihara. Er befindet sich in unmittelbarer Nähe des neuen Tempels und beherbergt eine monumentale Statue des liegenden Buddha, die den Moment seines Eintritts ins Parinirvana darstellt. Dieses Gebäude ist architektonisch einfacher als der Aluth Vihara Ge, doch seine spirituelle Ausstrahlung ist tief und ergreifend.
Der Oth Pilima Ge stammt aus einer früheren Bauperiode, vermutlich aus der Zeit des 18. Jahrhunderts, als der Tempel unter König Kirthi Sri Rajasingha wiederaufgebaut wurde. Der Baukörper ist rechteckig und relativ niedrig, mit einem traditionellen Ziegeldach und kunstvoll geschnitzten Holztüren. Im Inneren herrscht dämmriges Licht, das nur von wenigen Lampen und Kerzen gebrochen wird – eine Atmosphäre der Ruhe, die den Besucher unweigerlich zum Schweigen bringt.
Die liegende Buddha-Statue misst etwa 12 Meter in der Länge und ist aus Lehm und Ziegeln gefertigt, mit einer feinen Gipsverkleidung. Sie zeigt den Buddha in der Seitenlage mit der rechten Hand unter dem Kopf und einem friedlichen Gesichtsausdruck, der Gelassenheit und Vollendung ausstrahlt. Die Statue ist vergoldet und mit farbigen Ornamenten bemalt, die bis heute regelmäßig restauriert werden.
Rund um die Hauptfigur sind kleinere Reliefs und Malereien angebracht, die Szenen aus Buddhas letztem Leben und aus der Verehrung durch seine Jünger zeigen. Der Oth Pilima Ge dient den Gläubigen als Ort der stillen Andacht und des Gedenkens an die Vergänglichkeit allen Daseins.
Viele Pilger verweilen hier, um über das Parinirvana und den Weg der Befreiung zu meditieren. Das Gebäude mag im Vergleich zu den prächtigen Hallen des neuen Tempels bescheiden erscheinen, doch gerade seine Schlichtheit verleiht ihm eine tiefe spirituelle Würde.
Die Statue des liegenden Parinibbana-Buddha im Kelaniya Raja Maha Vihara
Die Statue des liegenden Buddha im Kelaniya Raja Maha Vihara gehört zu den eindrucksvollsten Darstellungen des Parinibbana, also des endgültigen Eingehen Buddhas in das Nirvana. Sie befindet sich im Gebäude des Oth Pilima Ge (‚Halle der liegenden Statue‘) und gilt als eines der spirituellen Herzstücke des alten Tempels.
Mit einer Länge von rund 12 Metern und einer Höhe von etwa 2,5 Metern nimmt sie fast den gesamten Innenraum des Gebäudes ein. Die Figur ist aus Ziegeln und Lehm gefertigt, mit einer feinen Gipsverkleidung überzogen und sorgfältig vergoldet.
Der Buddha liegt auf seiner rechten Seite, den Kopf auf seine rechte Hand gestützt, die in einer eleganten Biegung ruht. Der Gesichtsausdruck ist von vollkommener Ruhe und Mitgefühl geprägt. Die Augen sind halb geschlossen – ein Ausdruck der inneren Sammlung und des Übergangs in die absolute Befreiung.
Seine linke Hand liegt locker entlang des Körpers, die Gewandfalten verlaufen weich und harmonisch über die Figur. Die künstlerische Gestaltung folgt dem Stil der Kandy-Ära, wobei sowohl Symbolik als auch Proportionen streng nach religiösen Vorgaben ausgeführt sind.
Die Statue ist von einer Vielzahl kleinerer Figuren umgeben – darunter Mönche, himmlische Wesen und trauernde Schüler, die in stiller Verehrung neben dem Buddha knien.
Über seinem Haupt sind himmlische Blumen dargestellt, die als Zeichen des göttlichen Abschieds vom Erleuchteten herabfallen. Die Farbgebung ist zurückhaltend, dominiert von warmem Gold, gebrochenem Weiß und tiefem Rotbraun.
Besonders bemerkenswert ist die Atmosphäre in der Halle: Gedämpftes Licht, der Duft von Räucherwerk und das leise Murmeln der Gläubigen schaffen einen Raum der Kontemplation.
Besucher berichten oft von einem Gefühl tiefer Gelassenheit und Ehrfurcht. Die Statue verkörpert den Moment des Friedens, der über Leben und Tod hinausgeht – das vollkommene Loslassen, das der Kern des Parinibbana ist.
Der Ran Pilima Ge im Kelaniya Raja Maha Vihara
Der Ran Pilima Ge, was übersetzt ‚Haus der goldenen Statue‘ bedeutet, ist einer der prachtvollsten Räume innerhalb des Kelaniya Raja Maha Vihara. Er befindet sich etwas erhöht hinter der Hauptgebetshalle und wird von den Gläubigen als besonders heiliger Ort angesehen. Das Gebäude verdankt seinen Namen der eindrucksvollen goldenen Buddha-Statue, die im Zentrum des Raumes auf einem mit Edelmetall beschlagenen Podest thront.
Der Ran Pilima Ge wurde in seiner heutigen Form im frühen 20. Jahrhundert errichtet, ebenfalls im Rahmen der umfassenden Wiederherstellung des Tempels. Ziel war es, einen Raum zu schaffen, der sowohl den Reichtum des Glaubens als auch die künstlerische Handwerkskunst Sri Lankas widerspiegelt. Der Bau besteht aus massiven Steinmauern, die außen schlicht, innen jedoch reich dekoriert sind. Über der Statue wölbt sich eine kunstvolle Decke mit floralen Mustern, die in Gold- und Rottönen gehalten ist.
Die zentrale Statue des Buddha, etwa vier Meter hoch, ist vollständig vergoldet und zeigt ihn in der Haltung des Dhyana Mudra – der Meditation. Der Ausdruck seines Gesichts ist ruhig, gelassen und zugleich erhaben. Vor der Statue sind Opfergaben aus Blumen, Weihrauch und Öllampen angeordnet, die den Raum in ein warmes, goldenes Licht tauchen.
An den Seitenwänden des Ran Pilima Ge befinden sich fein ausgearbeitete Reliefs mit Motiven aus dem Leben Buddhas, umgeben von Darstellungen himmlischer Wesen und Wächterfiguren. Die Malereien stammen größtenteils aus der Zeit von Solius Mendis und zeigen denselben Stil wie jene im Aluth Vihara Ge – farbenprächtig, erzählerisch und voller Symbolik.
Der Ran Pilima Ge dient heute als Ort für besondere Zeremonien und Segnungen. Hier werden wichtige Poya-Rituale durchgeführt, und Mönche sprechen Gebete für das Wohlergehen der Gläubigen.
Der Raum strahlt eine besondere Heiligkeit aus, in der Kunst, Andacht und Spiritualität in vollkommener Harmonie zusammentreffen. Besucher empfinden den Aufenthalt im Ran Pilima Ge oft als den erhabensten Moment ihres Besuchs – ein stilles, leuchtendes Sinnbild des Buddha-Weges.
Die Stupa des Kelaniya Raja Maha Vihara
Die Stupa des Kelaniya Raja Maha Vihara ist eines der ältesten und zugleich ehrwürdigsten Bauwerke Sri Lankas. Sie erhebt sich majestätisch im Zentrum des Tempelgeländes und gilt als sichtbares Symbol des Glaubens und der spirituellen Kontinuität.
In ihrer Form, ihrer Geschichte und ihrer Bedeutung verkörpert sie das Herz des buddhistischen Tempels – die Verbindung von Vergangenheit, Gegenwart und Ewigkeit.
Entstehung und historische Entwicklung der Stupa
Nach der Überlieferung wurde die Stupa erstmals errichtet, nachdem Buddha selbst den Ort gesegnet hatte. Der Nāga-König Maniakkhika soll auf Wunsch Buddhas eine Reliquienstätte an jener Stelle erbaut haben, wo der Erleuchtete während seines dritten Besuchs in Sri Lanka verweilte.
Diese erste Stupa diente dazu, den Edelstein-Thron (Mani-Throne) zu umschließen, auf dem Buddha gesessen hatte, als er den Nāgas Frieden lehrte. Damit ist die Stupa von Kelaniya eine der wenigen auf der Insel, die direkt mit einem angeblichen Aufenthalt des Buddha in Verbindung gebracht werden.
Die ursprüngliche Struktur bestand vermutlich aus Lehm und Ziegeln im Stil der frühen Zeit und wurde mehrfach erneuert. Historische Aufzeichnungen deuten darauf hin, dass der Tempelkomplex und damit auch die Stupa bereits im 3. Jahrhundert v. Chr. während der Herrschaft von König Devanampiya Tissa als Pilgerstätte etabliert waren.
In den folgenden Jahrhunderten wurde sie immer wieder erweitert, zerstört und rekonstruiert, insbesondere während der Invasionen und Kolonialkriege, die Sri Lanka mehrfach erschütterten. Während der portugiesischen Besatzung im 16. Jahrhundert wurde die Stupa nahezu vollständig zerstört. Erst im 18. Jahrhundert ließ König Kirthi Sri Rajasingha von Kandy den Wiederaufbau veranlassen.
Unter seiner Herrschaft erhielt die Stupa ihre bis heute bekannte Form. Sie wurde nach traditionellen Maßstäben der singhalesischen Architektur neu errichtet, wobei das ursprüngliche Fundament beibehalten wurde. Im 20. Jahrhundert erfolgten weitere Restaurierungen, um die Stabilität der Struktur zu sichern und ihre äußere Gestalt zu erneuern.
Maße, Struktur und wichtige Fakten der Stupa
Die Stupa von Kelaniya ist eine imposante Konstruktion. Sie erreicht eine Höhe von rund 30 Metern und einen Durchmesser an der Basis von etwa 25 Metern. Ihre Form gehört zur sogenannten Dhāthu-Garbha-Stilrichtung, einer Variation der klassischen „Bell Shape“-Stupas Sri Lankas. Der Aufbau folgt dabei einer symbolischen Struktur, die die buddhistische Kosmologie widerspiegelt.
Das Fundament besteht aus massiven Granitblöcken, die tief im Boden verankert sind und die Stabilität des Bauwerks gewährleisten. Darauf ruht ein abgestufter Sockel, der in konzentrischen Ringen ansteigt. Der Hauptkörper der Stupa, die sogenannte „Anda“ oder „Kuppel“, ist halbkugelförmig und mit einem feinen weißen Kalkputz überzogen, der regelmäßig erneuert wird.
Über der Kuppel erhebt sich ein zylindrischer Teil der Harmikā, gekrönt von einem Yasti (Zentralpfeiler), auf dem mehrere kreisförmige Scheiben – die sogenannten Chattras oder Sonnenschirme – angebracht sind.
Diese symbolisieren die verschiedenen Ebenen der Erleuchtung und die Herrschaft der Wahrheit über die Welt. Die Spitze der Stupa ist mit einer vergoldeten Finialkugel geschmückt, die im Sonnenlicht weit über den Fluss Kelani hinaus sichtbar glänzt.
Die Gesamtstruktur ist nicht nur ästhetisch, sondern auch technisch bemerkenswert. Der Bau wurde ohne moderne Werkzeuge errichtet, allein mit traditionellen Methoden des Maurerhandwerks. Der verwendete Ziegelmörtel besteht aus Kalk, Sand, Palmensaft und Naturharzen, was eine außergewöhnliche Langlebigkeit ermöglicht hat. Trotz der Jahrhunderte und zahlreicher Restaurierungen ist der Kern der Stupa weitgehend original erhalten geblieben.
Das Innere der Stupa im Kelaniya Raja Maha Vihara
Wie bei allen buddhistischen Stupas ist das Innere des Bauwerks nicht begehbar. Es dient als Reliquienkammer und wird als heiligster Teil des gesamten Tempelkomplexes betrachtet. Nach der Legende enthält die Stupa mehrere bedeutende Reliquien: ein Stück vom Edelstein-Thron Buddhas, auf dem er in Kelaniya saß, sowie angeblich Haare und Gewandfasern des Erleuchteten.
Archäologische Untersuchungen deuten darauf hin, dass im Inneren mehrere Kammern übereinander angelegt sind, in denen kostbare Opfergaben, Reliquienbehälter und vergoldete Miniaturstupas eingeschlossen wurden.
Diese Reliquien sind versiegelt und dürfen nicht geöffnet werden, da der Glaube besagt, dass die spirituelle Energie, die in ihnen ruht, den Tempel und seine Besucher beschützt.
Symbolische und religiöse Bedeutung der Stupa
Die Stupa von Kelaniya ist weit mehr als ein architektonisches Denkmal – sie ist ein lebendiges Symbol der Erleuchtung. In der buddhistischen Kosmologie stellt die Form einer Stupa den Buddha selbst in meditativer Haltung dar: Die Basis steht für seine gekreuzten Beine, die Kuppel für den Körper, der Turm für das Haupt und die Spitze für die Erleuchtung.
Für die Gläubigen bedeutet der Rundgang um die Stupa, die sogenannte Pradakshina, eine rituelle Handlung des Respekts und der Besinnung. Man geht im Uhrzeigersinn um sie herum, meist dreimal, während man Gebete spricht oder still meditiert. Dieser symbolische Weg steht für den Kreislauf von Geburt, Tod und Wiedergeburt, der durch das Verständnis des Dharma überwunden wird.
Besonders während der Duruthu-Perahera im Januar wird die Stupa festlich geschmückt. Tausende von Lichtern, Blumengirlanden und Opfergaben werden rund um sie aufgestellt. In diesen Nächten erstrahlt die weiße Kuppel im Schein der Öllampen, während Gebete, Trommeln und Gesänge die Luft erfüllen – ein eindrucksvolles Zeichen lebendiger Tradition.
Architektur und Ästhetik der Stupa
Die äußere Erscheinung der Stupa vermittelt Reinheit, Harmonie und Gleichgewicht. Die weiße Oberfläche steht für die Klarheit des Geistes, während die runde Form Einheit und Vollkommenheit symbolisiert. Die Proportionen sind nach den klassischen Maßregeln der buddhistischen Geometrie gestaltet, die darauf abzielen, spirituelle Ruhe und Ausgewogenheit auszudrücken.
Der umliegende Bereich der Stupa ist sorgfältig gestaltet: Ein gepflasterter Rundweg führt um die Basis, und niedrige Steinmauern mit eingelassenen Öllampen markieren die Gebetszonen. In den vier Himmelsrichtungen befinden sich kleine Schreine mit Buddhafiguren, die die universelle Ausrichtung des Dharma betonen.
In den frühen Morgenstunden, wenn Nebel über dem Kelani-Fluss liegt und das erste Sonnenlicht die Kuppel berührt, erscheint die Stupa fast schwebend. Ihr stilles, leuchtendes Weiß steht im Kontrast zum satten Grün der Bäume und dem tiefen Blau des Himmels – ein Bild, das viele Besucher als tief spirituell empfinden.
Die Stupa als Symbol des Glaubens
Heute steht die Stupa von Kelaniya als Zeugnis für die Ausdauer des Glaubens über zwei Jahrtausende hinweg. Sie überstand Kriege, Kolonialherrschaften und Naturkatastrophen und wurde dennoch immer wieder erneuert – ein Sinnbild für die Beständigkeit des Dharma inmitten der Vergänglichkeit.
Für die Menschen Sri Lankas ist sie nicht nur ein Bauwerk, sondern ein Ort, an dem sich Geschichte, Legende und gelebter Glaube begegnen. Wer sie umrundet, betritt gewissermaßen den zeitlosen Kreis des Buddhismus – und spürt die Stille, die Buddha selbst einst über diesen Ort gelegt haben soll.
So bleibt die Stupa von Kelaniya bis heute eines der heiligsten Wahrzeichen Sri Lankas: ein Monument des Friedens, ein Symbol spiritueller Kraft und ein leuchtendes Zentrum der buddhistischen Welt, das Menschen aus aller Welt in seinen stillen Bann zieht.
Wandmalereien der Kandy-Ära im Kelaniya Raja Maha Vihara
Die Wandmalereien der Kandy-Ära im Kelaniya Raja Maha Vihara gehören zu den bedeutendsten Zeugnissen traditioneller buddhistischer Kunst Sri Lankas. Ihre Entstehungszeit wird in das späte 18. Jahrhundert datiert, also in jene Epoche, in der König Kirthi Sri Rajasingha (1747–1782) den Wiederaufbau des Tempels veranlasste.
Nach den Zerstörungen während der portugiesischen Kolonialherrschaft befand sich der Tempel in einem ruinösen Zustand. Mit der Unterstützung des Königreichs Kandy begann eine umfassende Restaurationsphase, in der nicht nur neue Gebäude entstanden, sondern auch die künstlerische Innenausstattung erneuert wurde.
Diese Malereien wurden in einer Zeit geschaffen, in der die Kunst der Kandy-Periode ihren Höhepunkt erreichte. Sie zeichnen sich durch eine klare Symbolsprache, flache Bildkompositionen und den bewussten Verzicht auf räumliche Perspektive aus.
Der Fokus lag auf der Vermittlung religiöser Inhalte – nicht auf naturalistischer Darstellung. Die Wände des alten Tempelteils, insbesondere im Oth Pilima Ge und den angrenzenden Hallen, wurden in dieser Phase vollständig mit Szenen aus den Jātaka-Erzählungen und dem Leben Buddhas bedeckt.
Die Künstler dieser Zeit stammten meist aus lokalen Werkstätten, die von Mönchen und höfischen Meistern der Kandyan-Schule beeinflusst waren. Ihre Namen sind kaum überliefert, da das Schaffen religiöser Kunst als Akt der Hingabe galt, nicht als persönlicher Ruhm. Die Maler arbeiteten in Gruppen, wobei jeder für bestimmte Elemente zuständig war – Figuren, Ornamente, florale Muster oder Randverzierungen.
Technisch verwendeten sie natürliche Pigmente, die aus Pflanzen, Mineralien und Erden gewonnen wurden. Farben wie Rot, Ocker, Schwarz, Weiß und Gelb dominierten, ergänzt durch gelegentliches Grün oder Blau, das aus seltenen Mineralien gewonnen wurde.
Die Malerei erfolgte auf einem mit Kalk verputzten Wandgrund, der in mehreren Schichten aufgetragen und geglättet wurde. Anschließend wurden die Motive mit feinen Pinseln aus Tierhaaren aufgetragen.
Inhaltlich zeigen die Kandy-Malereien in Kelaniya eine klare narrative Struktur. Jede Wand erzählt eine Geschichte, die in horizontalen Registern verläuft. So lassen sich die Taten des Buddha, Szenen aus der Dambadeniya-Periode und Darstellungen der königlichen Gönner erkennen. Besonders charakteristisch sind die stilisierten Figuren mit mandelförmigen Augen, feinen Umrisslinien und harmonischer Flächenaufteilung.
Die Farbgestaltung dieser Epoche war von einer strengen Symbolik geprägt. Goldgelb stand für das Heilige, Rot für Kraft und Hingabe, Weiß für Reinheit und Schwarz für Abkehr von weltlichen Begierden. In ihrer Gesamtheit schufen die Künstler der Kandy-Zeit eine Atmosphäre der Ruhe, Würde und spirituellen Tiefe. Die Wandmalereien dieser Ära bilden bis heute das Fundament der künstlerischen Tradition im Kelaniya Raja Maha Vihara – eine Brücke zwischen Vergangenheit und Gegenwart, die den Geist der alten singhalesischen Malerei lebendig hält.
Moderne Wandmalereien im Kelaniya Raja Maha Vihara
Die modernen Wandmalereien des Kelaniya Raja Maha Vihara sind das Werk des berühmten Künstlers Solius Mendis (1896–1975), der zwischen 1930 und 1946 fast zwei Jahrzehnte an der Ausgestaltung des Aluth Vihara Ge arbeitete. Diese Werke markieren einen Wendepunkt in der Geschichte der sri-lankischen Tempelmalerei.
Mendis verband die traditionellen Formen der Kandy-Ära mit neuen Einflüssen, die er aus indischer, westlicher und klassisch-sinhalesischer Kunst aufnahm. Sein Ziel war es, die alte religiöse Kunst zu erneuern, ohne ihre spirituelle Tiefe zu verlieren. Mendis verstand die Malerei als Weg des Glaubens – als Meditation in Farbe und Form. Seine Darstellungen sind weiträumiger, erzählerisch komplexer und zugleich emotionaler als jene der früheren Jahrhunderte.
Der Künstler erhielt seine Ausbildung durch Selbststudium und durch das Studium alter Fresken in Dambulla und Sigiriya, deren Techniken er für die Moderne adaptierte. Die Wände des neuen Tempels sind vollständig mit Fresken bedeckt, die Szenen aus dem Leben des Buddha, den Jātaka-Geschichten und Episoden der sri-lankischen Geschichte darstellen.
Besonders bemerkenswert ist, dass Mendis auch zeitgeschichtliche Themen einbezog – etwa die Begegnung des singhalesischen Königs Devanampiya Tissa mit dem Mönch Mahinda, der den Buddhismus auf die Insel brachte. Damit verknüpfte er Religion, Geschichte und nationale Identität zu einem harmonischen Gesamtbild.
Die Maltechnik von Mendis war eine Mischung aus traditioneller Kalkmalerei und modernem Temperaverfahren. Er arbeitete auf einem feinen Kalkgrund, trug dann Schichten aus natürlichen Pigmenten, Gummi und Wasserfarben auf und fixierte sie mit Wachs und Harz. Diese Methode verlieh den Bildern eine besondere Leuchtkraft und Haltbarkeit
.
In der Farbgestaltung bevorzugte Mendis warme, harmonische Töne: Gold, Ocker, Terrakotta und Braun dominieren, durchzogen von Blau- und Grüntönen, die Tiefe und Bewegung erzeugen. Seine Figuren sind lebendig und ausdrucksstark, mit fein modellierten Gesichtern und fließenden Körperhaltungen. Dabei blieb er stets dem religiösen Kontext verpflichtet – kein Strich diente der Dekoration allein, alles hatte spirituelle Bedeutung.
Solius Mendis’ Werk im Kelaniya Raja Maha Vihara gilt als Höhepunkt der modernen singhalesischen Malerei. Es steht für den Dialog zwischen Tradition und Moderne, zwischen Meditation und Kunst. Bis heute inspirieren seine Fresken Künstler, Mönche und Besucher gleichermaßen – als zeitlose Botschaft, dass Spiritualität und Kreativität ein und dieselbe Quelle teilen.

Die Ausschmückung der Decke im Kelaniya Raja Maha Vihara
Die Deckenmalereien des Kelaniya Raja Maha Vihara bilden ein faszinierendes Kapitel der Tempelkunst, das oft übersehen wird, obwohl sie die visuelle und spirituelle Atmosphäre des gesamten Raumes prägen. Die Ausschmückung der Decken wurde während der Restaurierung im 20. Jahrhundert parallel zu den Wandmalereien ausgeführt, teilweise ebenfalls von Solius Mendis und seinen Schülern. Sie verbindet traditionelle Ornamentik mit symbolischen Darstellungen des Himmels und der kosmischen Ordnung.
Die Decke des Aluth Vihara Ge ist in mehrere Zonen unterteilt, die von geometrischen und floralen Mustern durchzogen sind. Der zentrale Teil zeigt kreisförmige Mandalas, die die Harmonie des Universums darstellen. Um diese herum befinden sich Reihen von Lotusblüten, Wolken und himmlischen Wesen – Devas und Gandhabbas –, die in leuchtenden Farben über die Gläubigen zu schweben scheinen.
Technisch wurden die Deckenbilder in einer Kombination aus Fresko und Tempera ausgeführt. Der feuchte Kalkputz wurde mit feinen Pigmentschichten bemalt, sodass die Farben dauerhaft in den Putz eingebunden blieben. Anschließend wurden Details mit trockenen Temperafarben hervorgehoben, wodurch ein plastischer Eindruck entstand. Diese Technik verlieh der Decke Tiefe und Glanz, ohne den meditativen Charakter zu stören.
Farblich dominiert eine warme, goldene Grundstimmung, die von Rot-, Orange- und Brauntönen durchzogen ist. Blau wird sparsam verwendet, meist für himmlische Sphären oder ornamentale Rahmen.
Weiß und Gold markieren göttliche Reinheit und Licht, während dunklere Erdtöne die materielle Welt symbolisieren. Diese bewusste Farbordnung spiegelt die buddhistische Lehre vom Übergang vom Irdischen ins Geistige wider.
Symbolisch steht die Decke des Tempels für den „Himmel des Dharma“. Wer im Aluth Vihara Ge steht und nach oben blickt, soll sich an die Unendlichkeit des Kosmos erinnern – daran, dass die Lehre Buddhas über Zeit, Raum und Vergänglichkeit hinausreicht.
Architektonisch ist die Decke durch kunstvoll geschnitzte Holzbalken unterteilt, deren Enden mit floralen Mustern bemalt sind. In der Mitte mancher Felder finden sich kleine Medaillons mit buddhistischen Symbolen: das Rad des Dharma, die Lotusblüte, die Muschel, der Sonnenschirm oder der Schatzknoten. Zusammen formen sie ein ornamentales Netz, das den gesamten Raum trägt – sowohl im physischen als auch im geistigen Sinn.
Die Deckenmalerei des Kelaniya Raja Maha Vihara ist somit mehr als reine Dekoration: Sie ist eine visuelle Meditation. Ihr Zusammenspiel von Licht, Farbe und Symbolik führt den Betrachter in einen Zustand ruhiger Achtsamkeit. Während die Wände das Leben Buddhas erzählen, öffnet die Decke den Blick in die Unendlichkeit des Geistes. So entsteht im Tempel ein harmonisches Ganzes – ein Raum, der nicht nur geschmückt, sondern beseelt ist.
Die Muragals im Kelaniya Raja Maha Vihara
Die Muragals, die steinernen Türwächter und Wächterfiguren des Kelaniya Raja Maha Vihara, sind ein weiteres herausragendes Element der künstlerischen Gestaltung des Tempelkomplexes. Sie befinden sich an den Eingängen zu den Hauptgebäuden, insbesondere am Aluth Vihara Ge und am Oth Pilima Ge.
Diese Skulpturen stammen zum Teil noch aus der Zeit der Wiedererrichtung im 18. Jahrhundert und verkörpern eine tiefe symbolische Bedeutung im buddhistischen Glaubensverständnis: Sie schützen den Tempel vor negativen Einflüssen und wachen über die Reinheit des heiligen Ortes.
Die Muragals sind in Granit gehauen und etwa 2 Meter hoch. Sie zeigen kräftige Wächterfiguren, oft mit Schwert, Lotus oder Vajra in den Händen, die in symmetrischer Haltung an beiden Seiten der Eingänge stehen. Ihre Gesichter sind ernst, aber nicht furchterregend – Ausdruck der Achtsamkeit, nicht der Aggression. Ihre Haltung symbolisiert das wachsame Bewusstsein des Dharma, das Unwissenheit und Gier vertreibt.
Neben den Wächterfiguren sind die Muragal-Platten – steinerne Sockelplatten – mit Tiermotiven geschmückt. Besonders häufig erscheinen Elefanten, die in Prozessionen dargestellt sind, sowie Löwen, Pferde und Stiere. Diese Tiere repräsentieren Stärke, Mut und Ausdauer im Streben nach Erleuchtung. Elefanten, die in buddhistischer Symbolik für geistige Kraft und Geduld stehen, bilden meist die Basis des Reliefs. Sie tragen symbolisch den Tempel und damit den Glauben selbst.
Ein besonderes Detail ist die Darstellung von halbmenschlichen Figuren – den sogenannten Nāgas und Yakshas –, die sich an den Ecken der Portale winden. Sie gelten als Hüter des Wassers und des Reichtums, Beschützer des Tempels gegen Unheil und Naturgewalten.
Im gleichen Bereich befindet sich auch eine Statue des Gottes Kataragama (Skanda), der in Sri Lanka sowohl von Buddhisten als auch von Hindus verehrt wird. Diese Statue zeigt ihn als jugendlichen Krieger mit Speer und Pfau, dem heiligen Tier, das seine Reinheit symbolisiert. Kataragama gilt als Beschützer der Gerechtigkeit und Verteidiger des Dharma.
Seine Anwesenheit im Tempelkomplex steht für den harmonischen Einklang zwischen buddhistischer und hinduistischer Glaubenstradition – ein Beispiel für die kulturelle Toleranz und religiöse Vielfalt Sri Lankas.
Die Muragals und begleitenden Figuren des Kelaniya Raja Maha Vihara sind somit nicht nur Dekoration, sondern ein Teil der spirituellen Architektur des Tempels. Sie bilden die Schwelle zwischen der äußeren Welt und der heiligen Sphäre – ein stilles Mahnmal dafür, dass der Weg zur Erkenntnis mit Achtsamkeit beginnt.
Die Avalokitesvara-Statue im Kelaniya Raja Maha Vihara
Die Statue des Avalokitesvara Bodhisattva ist eine der eindrucksvollsten heiligen Figuren im Kelaniya Raja Maha Vihara und spiegelt die tiefe Verbindung zwischen Mitgefühl und Erleuchtung wider. Avalokitesvara – auf Singhalesisch meist als Natha oder Natha Deviyo bezeichnet – gilt in der buddhistischen Tradition als der Bodhisattva des grenzenlosen Mitgefühls, der Gelübde abgelegt hat, allen fühlenden Wesen auf ihrem Weg zur Befreiung zu helfen.
Die Statue befindet sich in einem eigenen Schrein auf dem Tempelgelände und ist aus massivem Granit gefertigt. Sie misst etwa 3,5 Meter in der Höhe und wiegt schätzungsweise mehrere Tonnen.
Aufgrund ihres Materials und der aufwendigen handwerklichen Bearbeitung wird ihr Alter auf über 800 Jahre geschätzt, was sie zu einem der ältesten erhaltenen Kunstwerke im Kelaniya-Tempel macht. Ihre Entstehung wird in die späte Polonnaruwa- oder frühe Dambadeniya-Zeit datiert, als der Kult um Avalokitesvara in Sri Lanka besonders verbreitet war.
Die Statue zeigt den Bodhisattva in stehender Haltung, den Körper leicht nach vorne geneigt – eine Geste der Zuwendung. In der rechten Hand hält er eine Lotusblüte, Symbol der Reinheit und des Erwachens, während die linke Hand in der Varada Mudra (Geste des Gebens) ruht. Sein Gesicht ist von sanfter Ruhe geprägt, mit feinen Zügen, halbgeschlossenen Augen und einem leichten Lächeln, das Mitgefühl und Gelassenheit ausstrahlt.
Besonders auffällig ist der kunstvoll gearbeitete Kopfschmuck, der in mehreren Lagen angeordnet ist und mit floralen Ornamenten verziert wurde. Ein kleiner Abbild des Buddha Amitabha – der „Herr des unendlichen Lichts“ – befindet sich im Scheitelbereich der Figur, was in der Ikonografie ein zentrales Merkmal Avalokitesvaras darstellt.
Die Statue ist von einem Steinsockel umgeben, der mit Reliefs von Tieren und Blumen verziert ist. Löwen, Hirsche und Pfauen sind häufig dargestellt – Symbole für königliche Würde, Friedfertigkeit und spirituelle Reinheit. Im Licht der untergehenden Sonne schimmert der Stein in einem weichen Grau-Gold-Ton, der dem Bodhisattva eine fast lebendige Präsenz verleiht.
Für die Gläubigen ist die Avalokitesvara-Statue ein Ort der Zuflucht. Viele Pilger beten hier, um Schutz, Heilung oder Führung zu erbitten. Es heißt, dass Avalokitesvara alle Bitten hört, die mit reinem Herzen ausgesprochen werden. Sein Blick soll Mitgefühl über alle Wesen verbreiten, unabhängig von Religion oder Herkunft.
Im Kontext des Kelaniya Raja Maha Vihara symbolisiert Avalokitesvara die mitleidsvolle Dimension des Buddhismus – das Prinzip, das Handeln aus Liebe und Güte leitet. Seine Statue erinnert daran, dass Erleuchtung nicht nur Erkenntnis bedeutet, sondern vor allem die Fähigkeit, das Leid anderer zu verstehen und zu lindern. So steht die Avalokitesvara-Figur im Kelaniya-Tempel als stilles, kraftvolles Sinnbild der universellen Menschlichkeit und des grenzenlosen Mitgefühls.
Die Wandmalerei ‚Dantakumara und Hemamala‘ im Kelaniya Raja Maha Vihara
Unter den eindrucksvollsten Fresken des Aluth Vihara Ge im Kelaniya Raja Maha Vihara befindet sich die Szene „Dantakumara und Hemamala“, geschaffen von Solius Mendis in den 1930er-Jahren. Sie zeigt die legendäre Überführung der heiligen Zahnreliquie des Buddha von Indien nach Sri Lanka – ein zentrales Ereignis in der buddhistischen Geschichte der Insel.
Dargestellt sind Prinz Dantakumara und Prinzessin Hemamala, die den Zahn in Hemamalas kunstvoller Haarpracht verborgen über das Meer bringen. Mendis stellte das Paar in feierlicher Haltung dar, begleitet von sanft bewegten Wellen, Palmen und stilisierten Figuren, die die Ehrfurcht des Moments widerspiegeln.
Die Farbgestaltung ist warm und harmonisch – Gold, Ocker und Zinnoberrot dominieren, während feine Linien Tiefe und Eleganz verleihen. Die Szene symbolisiert die Bewahrung des Dharma und die spirituelle Verbindung zwischen Indien und Sri Lanka – ein Sinnbild von Hingabe, Mut und göttlicher Bestimmung.
Legenden rund um den Kelaniya Raja Maha Vihara
Der Kelaniya Raja Maha Vihara ist nicht nur ein Ort tiefer religiöser Bedeutung, sondern auch ein Schauplatz vieler Legenden, die über Jahrhunderte hinweg weitergegeben wurden. Diese Erzählungen spiegeln den Glauben, die Kultur und die spirituelle Vorstellungskraft der singhalesischen Bevölkerung wider.
Neben der berühmten Geschichte über den Besuch Buddhas und die Weihe des Ortes existieren mehrere andere Legenden, die das Ansehen und die Heiligkeit des Tempels weiter untermauern.
Die Legende von der heiligen Zahnreliquie
Eine der bekanntesten Legenden rund um den Kelaniya Raja Maha Vihara erzählt, dass der Kelaniya-Tempel einst eine zentrale Rolle bei der Aufbewahrung der heiligen Zahnreliquie des Buddha spielte. Nachdem Prinz Dantakumara und Prinzessin Hemamala die Reliquie im 4. Jahrhundert n. Chr. aus Indien nach Sri Lanka gebracht hatten, soll sie zunächst im Kelaniya Raja Maha Vihara verehrt worden sein, bevor sie ihren endgültigen Platz in Anuradhapura und später in Kandy fand.
Diese Überlieferung erklärt, warum Kelaniya bis heute als ‚Tor des Dharma‘ gilt – der Ort, an dem die höchste buddhistische Reliquie erstmals singhalesischen Boden berührte. Noch heute erinnern Wandmalereien und Rituale im Tempel an dieses Ereignis, das die spirituelle Verbindung zwischen den beiden Ländern symbolisiert.
Die Legende von Vibhishana, dem gerechten König der Dämonen
Eine weitere berühmte Legende verknüpft den Kelaniya Raja Maha Vihara mit der indischen Mythologie des Ramayana. Nach dem Epos war Vibhishana, der jüngere Bruder des Dämonenkönigs Ravana, ein tugendhafter und rechtschaffener Herrscher. Als Ravana im Kampf gegen Rama fiel, wurde Vibhishana zum König von Lanka gekrönt. Der Legende nach regierte er gerecht und weise von Kelaniya aus.
Man glaubt, dass Vibhishana auch heute noch als göttlicher Wächter über den Tempel wacht. Im südlichen Teil des Geländes befindet sich ein Schrein, der ihm geweiht ist.
Er gilt als Deva (Gottheit), der den Tempel beschützt und Segen über die Gläubigen bringt. Besonders während der jährlichen Duruthu-Perahera wird Vibhishana in feierlichen Gebeten geehrt. Seine Figur steht für Loyalität, Wahrhaftigkeit und das Ideal des gerechten Herrschers.
Die Legende von der Entstehung des Kelani-Flusses
Nach einer alten singhalesischen Überlieferung ist der Kelani-Fluss, an dessen Ufer der Tempel liegt, selbst göttlichen Ursprungs. Es heißt, dass einst ein heiliger Asket am Ufer meditierte und durch seine spirituelle Kraft den Fluss entstehen ließ, um die trockenen Ebenen des Landes zu segnen. Der Fluss wurde zum Symbol der Reinigung und der Lebensenergie, die alles nährt.
Eine volkstümliche Variante berichtet, dass der Nāga-König Maniakkhika den Fluss bat, seine Unterwasserwelt mit dem Land der Menschen zu verbinden. Seitdem gilt der Fluss als Verbindungslinie zwischen der sichtbaren und der unsichtbaren Welt. Daher ist das Wasser des Kelani für Pilger besonders heilig – viele bringen es als Segen mit nach Hause.
Die Legende vom Bodhi-Baum im Kelaniya Raja Maha Vihara
Eine weitere bedeutende Legende erzählt von der Pflanzung des heiligen Bodhi-Baums im Tempelhof. Ein Ableger des ursprünglichen Bodhi-Baumes aus Anuradhapura wurde feierlich nach Kelaniya gebracht. Während der Pflanzung, so heißt es, begann der Boden zu leuchten, und himmlische Wesen erschienen, um den Segen Buddhas zu bezeugen.
Die Menschen sahen darin ein Zeichen, dass Buddha selbst den Ort erneut segnete. Seit jener Zeit gilt der Bodhi-Baum von Kelaniya als Wächter über den Tempel. Er soll Wünsche erfüllen, die aus reinem Herzen gesprochen werden und Krankheiten heilen. Noch heute bringen Gläubige Opfergaben aus Wasser, Milchreis und Blumen dar, um seinen Schutz zu erbitten.
Die Legende von der goldenen Götterstatue im Ran Pilima Ge
Der Ran Pilima Ge (‚Haus der goldenen Statue‘) birgt einer alten Erzählung zufolge eine geheimnisvolle Geschichte. Es heißt, die Statue des goldenen Buddha sei nicht von Menschenhand geschaffen, sondern durch göttliche Erscheinung entstanden.
Eines Nachts, so berichtet die Überlieferung, sollen Mönche ein leuchtendes Licht im Inneren des Schreins gesehen haben. Als sie am nächsten Morgen die Tür öffneten, fanden sie eine glänzende Buddha-Statue aus purem Gold, deren Ursprung niemand erklären konnte.
Man glaubte, dass diese Erscheinung ein Zeichen göttlichen Beistands war, das den Wiederaufbau des Tempels nach einer Zeit der Zerstörung segnete. Seither wird die Statue als „Ran Pilima Deviyo“ – die „göttliche goldene Gestalt“ – verehrt.
Die Legende vom göttlichen Klang der Tempelglocke
Eine populäre Volkserzählung rund um den Kelaniya Raja Maha Vihara berichtet, dass die Glocke des Bell Tower von Kelaniya eine besondere spirituelle Macht besitzt. Wenn sie zu den Festtagen erklingt, heißt es, dass ihr Klang nicht nur durch die Luft, sondern auch durch das Wasser des Kelani-Flusses hallt und bis in die Unterwelt der Nāgas dringt. Der Klang soll Reinheit und Frieden über alle drei Welten bringen – die Welt der Götter, die der Menschen und die der spirituellen Wesen.
Diese Legenden machen den Kelaniya Raja Maha Vihara zu weit mehr als einem architektonischen Meisterwerk. Sie verbinden die sichtbare Welt des Tempels mit der unsichtbaren Welt der Götter, Geister und Mythen – und verleihen dem Ort jene Aura des Heiligen, die Besucher aus aller Welt bis heute tief berührt.
Jede dieser Geschichten ist Ausdruck einer jahrtausendealten Tradition, in der Glaube, Geschichte und Legende untrennbar miteinander verwoben sind – und die Kelaniya zu einem ewigen Symbol des gelebten Buddhismus macht.
Fazit zum Kelaniya Raja Maha Vihara
Der Kelaniya Raja Maha Vihara ist weit mehr als ein Ort der Anbetung – er ist ein Symbol des spirituellen Erbes Sri Lankas. Zwischen dem Fluss Kelani und den sanften Hügeln gelegen, vereint der Tempel Geschichte, Kunst und Glauben in einer harmonischen Einheit. Seine Gebäude, Statuen und Fresken erzählen von Jahrtausenden religiöser Hingabe und kultureller Blüte.
Als Pilgerstätte besitzt Kelaniya eine einzigartige Anziehungskraft. Menschen aus allen Teilen des Landes kommen hierher, um zu beten, zu meditieren oder einfach Frieden zu finden.
Der Duft von Räucherwerk, das Läuten der Glocken und die Stille unter dem Bodhi-Baum schaffen eine Atmosphäre, in der sich Glaube und Alltag berühren. Der Tempel ist ein lebendiger Ausdruck der inneren Ruhe, die der Buddhismus verkörpert.
Auch künstlerisch bleibt der Kelaniya Raja Maha Vihara ein nationales Juwel. Die Wandmalereien, Skulpturen und architektonischen Formen vereinen Jahrhunderte singhalesischer Handwerkskunst. Sie zeigen, dass spirituelle Inspiration und künstlerische Schöpfungskraft im Kelaniya Raja Maha Vihara untrennbar miteinander verbunden sind. Jede Linie, jede Figur, jede Farbe trägt den Geist des Dharma in sich.
Heute steht der Kelaniya Raja Maha Vihara als zeitloses Wahrzeichen des Glaubens, der Kultur und des Mitgefühls. Er erinnert daran, dass Erneuerung und Frieden immer im Herzen beginnen. Wer diesen Tempel besucht, begegnet nicht nur einem Bauwerk, sondern einem lebendigen Symbol der menschlichen Suche nach Weisheit und Erleuchtung in Asien.
Hier finden Sie weitere interessante Informationen zum Kelaniya Raja Maha Vihara:
https://photodharma.net/Guests/Maya-Kelaniya/index.htm
Hier ein Video-Eindruck des Kelaniya Raja Maha Vihara:






































