StartAsienChinaYu Yuan - der Yu Garten der Ming-Dynastie in Shanghai

Yu Yuan – der Yu Garten der Ming-Dynastie in Shanghai

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Yu Yuan – der Yu Garten der Ming-Dynastie

Der Yu Yuan, auch Yu Garten genannt (chinesisch 豫園 / 豫园, Pinyin Yùyuán) in Shanghai gilt als einer der schönsten Gärten in ganz China. Der Yu Garten entstand vor über 400 Jahren zur Zeit der Ming-Dynastie und liegt im Nordteil der Altstadt von Shanghai. Tritt man durch das Portal, so nimmt der Geräuschpegel der Metropole Shanghai schlagartig ab und der Besucher empfindet den Yu Yuan wie eine Oase der Ruhe.

Noch vor dem Eintreten sollte man einen Blick auf das Huxing Ting-Teehaus werfen und den Blick auf den Yu Yuan Garten genießen. Es handelt sich um das älteste Teehaus der Stadt und es wird behauptet, das das Gebäude ohne einen einzigen Nagel errichtet wurde. Auch hier befindet sich, wie überall im Garten eine Zickzackbrücke. Diese Brücken wurden erbaut, um böse Geister abzuhalten und ihnen das Erreichen des Gartens unmöglich zu machen. Nach der Tradition der Chinesen können Geister nur geradeaus gehen.

Im Yu Garten verschmelzen Kunst und Poesie, denn hier harmonieren Architektur und das Grün der zahllosen Pflanzen mit den künstlichen Teichen und den Zick-Zack-Brücken auf eine einzigartige Weise. Das zwei Hektar große Areal ist von einer Mauer umgeben und es befinden sich 28 Gebäude innerhalb der Anlage, die wiederum in sich in verschiedene Bereiche unterteilt ist.

Yu Yuan – ein historischer Privatgarten in Shanghai mit Liebe zum Detail

Der Yu Garten wurde im Jahre 1559 als Privatgarten angelegt. Pan Yunduan (潘 允 端) war damals der Gouverneur der Provinz Sichuan, der seinem berühmten Ministervater Pan En (潘恩) diente. Pan Yunduan beschloss 1559, die Yu-Gärten (was Garten des Friedens und des Trostes bedeutet) zu errichten, damit seine Eltern sie im Alter genießen konnten.

Er war kein Gelehrter, sondern entwarf jeden Pavillon und jeden Hof und benannte sie nach Gedichten. Beachtlich ist die Liebe zum Detail überall im Yu Yuan. Die Folge waren 18 Jahre Bauzeit und brachte die Familie Pan an den Rande des Ruins. Zu Beginn der Qing-Dynastie waren die Gärten verfallen, bis sie von einer Reihe reicher Kaufleute restauriert und erweitert wurden.

Im Yu Garten empfindet der Besucher die Fülle der möglichen Wege und Brücken wie ein Labyrinth. Immer wieder sind Pavillons zu bewundern, die zum Verweilen einladen und kunstvoll im Stil der Ming Dynastie gestaltet wurden.

Der Grand Rockery ist ein unvergesslicher Anblick

Im ersten Teil des Gartens befindet sich der Grand Rockery (Dajia Shan, 大 假山), eine 12 Meter hohe Formation, die aus 2.000 Tonnen von unterschiedlich großen Steinen gestaltet wurde. Zur Befestigung der mitunter sehr schweren Steine wurde eine Kombination aus Reiskleber und Kalkstein verwendet. So entstand eine Miniatur-Landschaft aus Klippen, gewundenen Wegen und kleinen Schluchten. Der Entwurf soll von Zhang Nanyang stammen, dem berühmtesten Gartenkünstler der Ming-Dynastie.

Immer wieder war der Yu Yuan in kriegerische Auseinandersetzungen in Shanghai verwickelt und wurde beschädigt oder sogar fast völlig zerstört. Während des Opiumkrieges von 1842 wurden die Gärten schwer bombardiert, die britische Armee übernahm den Garten und nutzte das Teehaus Huxinting als Operationsbasis.

Die Gärten wurden zwischen 1956 und 1961 von der Regierung von Shanghai wieder aufgebaut und renoviert, während der Kulturrevolution erneut beschädigt.

Interessant sind auch die vielen Drachenabbildungen und Figuren. Sie sind kunstvoll als Dachaufsätze oder Mauern in der Form von Drachenschwänzen gestaltet. Oft sind diese Kunstwerke bunt gekachelt. Durch die Drachenmauern sind die sechs unterschiedlichen Bereiche des Gartens deutlich voneinander getrennt.

Fazit

Die Yu Gärten gehören sicher in das Programm jedes Besuchs in Shanghai. Sie ermöglichen eine intensive Begegnung mit einer der bekanntesten Dynastien der chinesischen Geschichte, der Ming Dynastie.

Hier finden Sie weitere Informationen zum Garten:

https://www.thechinaguide.com/de/sight/yuyuan-garden

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Peter Jurgilewitschhttps://peter-jurgilewitsch.de
Peter Jurgilewitsch ist Kulturhistoriker, Reiseexperte und Autor. Nach einem Studium der Musik- und Kunstgeschichte war er jahrzehntelang als Reiseleiter, Kreuzfahrtdirektor und Reisevermittler tätig und bereiste über 160 Länder. Seine Arbeit verbindet Kulturgeschichte, Archäologie, Natur- und Landschaftsverständnis mit eigener Erfahrung vor Ort. Er ist Autor mehrerer Reise- und Kulturführer.

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