Istanbul, Türkei

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Istanbul, Türkei

Der erste Tag einer neuen Reise an Bord von MS EUROPA 2 mit dem Titel „Faszination Ägäis“ beginnt mit einem Aufenthalt in Istanbul, dem alten Konstantinopel. Und in dieser Stadt herrschst wirklich Faszination überall, auf den Straßen und Plätzen, den Aussichten auf den Bosporus, in den Moscheen und Kirchen und auf den Märkten. In über 3000 Jahren Stadtgeschichte hat diese Metropole nichts von ihrem Flair eingebüßt obwohl heute im Großraum Istanbul 14 Mio. Menschen leben.

MS EUROPA 2 ist im Hafen von Galata direkt vor dem berühmten Turm am besten Liegeplatz festgemacht. Hier genießen die Passagiere nach Ihrer Anreise den ersten Tag der Reise an Deck bei herrlichem Sonnenschein und nahezu 30 Grad. Hinzu kommt der einzigartige Ausblick auf den Topkapipalast, die Hagia Sophia und die Süleyman-Moschee. Besser kann eine Kreuzfahrt nicht beginnen.

Die Süleyman-Moschee

Das erste Ziel der Stadrundfahrt am heutigen Tag ist die große Süleymaniye Moschee. Sie wurde im Auftrag von Sultan Süleyman dem Prächtigen in der sehr kurzen Bauzeit von nur 7 Jahren zwischen 1550 und 1557 fertiggestellt. Der Architekt Sinan, der für viele große Bauwerke Istanbuls verantwortlich war, hat dieses Meisterwerk geplant und ausgeführt.

Im Inneren der Moschee wird erstmals das berühmte Bolus-Rot in den Iznik-Fliesen verwendet. 130 farbige, bunte Steinglasfenster mit erlesener Kalligraphie lassen das Licht durch die Kiblawand treten. Der Innenhof wird von vier Minaretten umfasst, wobei die beiden der Moschee zugewandten höher sind (81 Meter).

Die Moschee befindet sich in einem Hof von 216 mal 144 Metern, der auch die Türben und einen Friedhof umfasst. Außen betragen die Maße inklusive des Innenhofes 108 mal 73 Meter. Die Moschee ist innen 59 Meter lang und 58 Meter breit.

Für das Riesengewicht dieser Moschee ließ Sinan ein mit Pfählen stabilisiertes Fundament aus einem besonders dafür geeigneten Zement legen, den er sehr langsam abtrocknen ließ. Erst nachdem das Fundament sich sachte gesetzt, die erstrebte Festigkeit erreicht hatte und seine Erdbebenwellen puffernde Wirkung entfalten konnte, ließ er die Hochbauten errichten.

Die Hagia Sophia – die Kirche der Heiligen Weisheit

Eines der bekanntesten Bauwerke der Welt ist die Hagia Sophia, die Kirche er heiligen Weisheit. Sie entstand unter Kaiser Konstantin I. als Basilika und wurde über Jahrunderte hinweg erweitert und verändert, durch Erdbeben beschädigt und erneut aufgebaut. Sie war zunächst die Hauptkirche des Byzantinischen Reiches, dann gleich gegenüber dem Topkapi-Palast gelegen die Hauptmoschee der Osmanen.

Ihr Bau war von hoher Bedeutung für die frühe orthodoxe Christenheit und das Byzantinische Reich. Die Kirche gilt als erstes Beispiel einer spezifisch byzantinischen Architektur. Die Hagia Sophia war Jahrhunderte lang die größte Kirche der Welt und später unerreichtes Vorbild vieler Moscheen im Osmanischen Reich. Als am 29. Mai 1453 die Osmanen unter Sultan Mehmed II. Fatih (dem Eroberer) die Stadt einnahmen, soll dieser bereits am Nachmittag des Tages den ersten moslemischen Gottesdienst abgehalten haben.

Der Innenraum der Hagia Sophia

In den folgenden Jahren wurde die Kirche zur Moschee umgewandelt, wobei man danach trachtete, möglichst wenig zu zerstören. Christliche Insignien wurden durch moslemische ersetzt, die Ikonen entfernt, die Mosaiken innerhalb der Kirche wegen des Bilderverbotes im Islam unter Putz gelegt, Kreuze gegen den Halbmond ausgetauscht. Der äußere Eindruck der Kirche wurde vor allem dadurch verändert, dass man neben dem Gebäude vier Minarette errichtete.

Im Laufe der Zeit wurden immer prächtigere muslimische Ergänzungen hinzugefügt. Die Hagia Sophia diente bis 1932 als Moschee. Auf Anregung Atatürks, des ersten Präsidenten der jungen Republik Türkei, wurde sie in das heute bestehende Museum umgewandelt und die typisch byzantinischen Mosaiken wieder freigelegt.

Um den Protest von Muslimen zu mildern, wurden einige Zeit später große, arabisch beschriftete hölzerne Rundschilder aus dem 19. Jahrhundert mit den Namen Muhammads und der ersten vier Kalifen im Gebäude angebracht. Man bemühte sich um die Wiederherstellung des byzantinischen Zustandes ohne den muslimischen zerstören zu wollen.

Meisterwerk und Weltkulturerbe

Die Hagia Sophia hat vier Minarette. Das früheste stammt bereits aus der Zeit Mehmeds des Eroberers. Das kannelierte Minarett ließ sein Sohn Bayezid II. (1481-1512) erreichten, die übrigen Selim II. im 16. Jahrhundert. Die Pläne dieses bedeutenden Bauwerkes und heutigen UNESCO-Weltkulturerbes blieben für immer verschollen.

Seit Hunderten von Jahren versuchen Fachleute zu ergründen, wie es den Wissenschaftlern und Künstlern im 6. Jahrhundert gelungen war, eine frei schwebende nahezu 56 Meter hohe Kuppel von 31 Metern Durchmesser auf nur vier Pfeilern zu errichten. Berücksichtigt man die in der Spätantike verfügbaren technischen Möglichkeiten, so gilt sie noch heute für viele Fachleute als eine der kühnsten Konstruktionen von Menschenhand. „

Istanbuls grosser Basar

Der Kapali Çarsi (‚überdachter Markt‘), im deutschen Großer Basar oder Großer gedeckter Basar genannt, ist ein Meisterwerk der Architektur. Der Große Basar erstreckt sich über 31 Hektar und beherbergt rund 4.000 Geschäfte mit den verschiedensten Angeboten. Angelegt wurde er im 15. Jahrhundert unter Sultan Mehmet Fatih nach der Eroberung Konstantinopels. Zentrum ist der Eski Bedesten ursprünglich als Schatzkammer geplant unter dessen Kuppeln sich heute noch die Geschäfte der Gold- und Silberhändler befinden.

In unmittelbarer Nähe liegt der Beyazit-Platz, auf dessen Gelände zuerst das Forum des Kaisers Theodosius II. stand. Wie bei Basaren üblich, sind die Geschäfte im Großen Basar nach Branchen sortiert, was häufig auch an den Straßennamen zu erkennen ist. Außerhalb der Geschäftszeiten sind nicht nur die Läden, sondern auch die zahlreichen Eingänge zu den überdachten Gassen verschlossen.

Das Pooldeck auf MS Europa 2

Das heutige EUROPA 2-Detail bringt uns zurück auf das Pooldeck des Schiffes. Hier ist im wahrsten Sinne des Wortes nicht nur der großzügig bemessene Pool sondern eine komplette Poollandschaft. Es lassen sich ein oder mehrere Tage mit Faulentzen füllen und das bei einem unübertroffenen Service der Besatzung. An der Poolbar gibt es die neuesten Cocktails, Eistee, Smoothies, Obst und sogar Softeis, frisch aus der Maschine, lassen keine Wünsche offen. Am Nachmittag werden frische Waffeln gebacken und eine Fülle von Topings erwarten die Gäste.

Ein in der Tat faszinierender Tag in einer der großen Weltstädte geht zu Ende. Um Mitternacht verlässt MS EUROPA 2 ihren Liegeplatz und setzt Kurs auf die Dardanellen, deren Passage morgen ansteht bevor ein erholsamer Tag auf See den Passagieren Zeit gibt MS EUROPA 2 zu erkunden. Bis zum nächsten Reisebericht grüße ich Sie alle

Peter Jurgilewitsch

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Hier finden Sie weitere Informationen zu Istanbul:

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Peter Jurgilewitschhttps://peter-jurgilewitsch.de
Peter Jurgilewitsch ist Kulturhistoriker, Reiseexperte und Autor. Nach einem Studium der Musik- und Kunstgeschichte war er jahrzehntelang als Reiseleiter, Kreuzfahrtdirektor und Reisevermittler tätig und bereiste über 160 Länder. Seine Arbeit verbindet Kulturgeschichte, Archäologie, Natur- und Landschaftsverständnis mit eigener Erfahrung vor Ort. Er ist Autor mehrerer Reise- und Kulturführer.

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