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Schmuck aus Cheonmachong

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Neben den Kronen wurden im Grab von Cheonmachong zahlreiche Schmuck- und Zierobjekte gefunden, die zu den bedeutendsten erhaltenen Beispielen frühkoreanischer Goldschmiedekunst zählen. Diese Objekte bilden kein einheitliches Ensemble im modernen Sinn, sondern ein rituell abgestimmtes Gefüge aus Kopfschmuck, Ohrschmuck, Bekleidungszier und zeremoniellen Applikationen. Sie stammen sämtlich aus dem 5. Jahrhundert n. Chr. und sind Ausdruck einer eigenständigen kulturellen Entwicklung.

Schmuck und Kopfbedeckungen aus dem Grab von Cheonmachong, sind weit mehr als dekorative Beigaben. Sie dienten der sichtbaren Markierung von Rang, Identität und sozialer Rolle und verwandelten den Körper des Herrschers in eine rituelle Erscheinung. Im frühen Silla-Reich war Schmuck kein persönlicher Ausdruck, sondern Teil eines streng codierten Zeichensystems, das Macht, Zugehörigkeit und kosmische Ordnung sichtbar machte. Die im Grab gefundenen Objekte zeigen, wie der menschliche Körper durch Gold, Form und Bewegung symbolisch neu definiert wurde – nicht für die Welt der Lebenden, sondern für das Jenseits.

Schmuck- und Zierobjekte als Zeichen von Rang

Neben den Kronen wurden im Grab von Cheonmachong zahlreiche Schmuck- und Zierobjekte gefunden, die zu den bedeutendsten erhaltenen Beispielen frühkoreanischer Goldschmiedekunst zählen. Diese Objekte bilden kein einheitliches Ensemble im modernen Sinn, sondern ein rituell abgestimmtes Gefüge aus Kopfschmuck, Ohrschmuck, Bekleidungszier und zeremoniellen Applikationen. Sie stammen sämtlich aus dem 5. Jahrhundert n. Chr. und sind Ausdruck einer eigenständigen kulturellen Entwicklung.

Goldene Kopfbedeckung (Goldkappe / Kronenkappe) aus dem Silla-Reich

Diese goldene Kopfbedeckung stellt einen anderen, oft weniger beachteten, aber zentralen Bestandteil der königlichen Repräsentation im Silla-Reich dar. Anders als die spektakulären, nach außen gerichteten Kronenornamente war sie körpernah, funktional und zugleich hochsymbolisch. Auch diese Goldarbeiten aus Cheonmachong verdienen höchste Beachtung.

Form und Konstruktion

Die Kappe ist aus dünnem Goldblech gefertigt und folgt exakt der Form des menschlichen Kopfes. Ihre Oberfläche ist vollständig durchbrochen gearbeitet: regelmäßige Muster, geometrische Wiederholungen und ornamental verdichtete Zonen wechseln einander ab. Diese Durchbrechungen dienten nicht nur der Gewichtsreduktion, sondern erzeugten auch ein komplexes Spiel von Licht und Schatten.

Die seitlich verlaufenden Verstärkungsbänder und die sorgfältig ausgearbeiteten Kanten zeigen, dass es sich um ein technisch anspruchsvolles Objekt handelt. Trotz ihrer fragilen Erscheinung besitzt die Kappe eine klare strukturelle Ordnung – ein Gleichgewicht aus Flexibilität und Stabilität.

Funktion und Trageweise

Solche Goldkappen wurden vermutlich unter oder zusammen mit aufgesetzten Kronenelementen getragen. Sie bildeten die eigentliche Basis der Krone und standen in direktem Kontakt mit dem Körper des Herrschers. Damit waren sie nicht nur Schmuck, sondern Teil eines rituellen Apparates, der den Träger symbolisch transformierte. Man kann hier von einer rituellen Funktion von Schmuck im Grab sprechen.

Im Gegensatz zu späteren ostasiatischen Herrscherkronen zeigt diese Kopfbedeckung keine militärische oder martialische Symbolik. Ihre Form ist weich, geschlossen, schützend – fast intim. Macht erscheint hier nicht als Abwehr oder Dominanz, sondern als innere Ordnung.

Ornamentik und Bedeutung

Die gleichmäßigen Muster erinnern an Textilien, Netze oder Schuppen. Sie erzeugen den Eindruck einer zweiten Haut aus Gold. In der Weltanschauung des Silla-Reiches war Gold kein Zeichen von Reichtum allein, sondern ein reines, unveränderliches Material, geeignet, spirituelle Ordnung sichtbar zu machen.

Die Kappe markiert den Übergang zwischen Mensch und Herrscherfigur. Sie trennt und verbindet zugleich: Das Individuum verschwindet unter einer goldenen Oberfläche, während eine symbolische Rolle sichtbar wird.

Kulturhistorische Einordnung

Diese Kopfbedeckungen sind außergewöhnlich, weil sie eine Form von Herrschaft zeigen, die nicht auf Monumentalität setzt. Sie sprechen von Ritual, Nähe und Kontrolle über das Unsichtbare. Der Herrscher wird nicht durch Masse oder Waffen legitimiert, sondern durch seine Einbindung in eine kosmische Ordnung.

In ihrer stillen Präsenz stehen diese Goldkappen für eine der faszinierendsten Eigenschaften der Silla-Kultur: die Fähigkeit, Macht durch Leichtigkeit, Präzision und Zurückhaltung auszudrücken.

Während die goldene Kopfbedeckung den höchsten Rang und die sakrale Stellung des Herrschers markierte, endete die symbolische Gestaltung des Körpers nicht am Kopf. Schmuck und Zierobjekte waren über den gesamten Körper verteilt und bildeten ein visuelles Gefüge aus Gold, Bewegung und Klang. Sie strukturierten den Körper nicht anatomisch, sondern rituell und machten ihn aus jeder Perspektive als Träger von Macht und Identität erkennbar. Erst im Zusammenspiel dieser Elemente entfaltet sich die volle Bedeutung der Grabbeigaben.

Kopfschmuck und hängende Goldornamente

Zu den auffälligsten Stücken gehören hängende Goldornamente, bestehend aus schmalen Goldstreifen, runden Goldplättchen und halbmondförmigen Jadeanhängern, den sogenannten Kommagok. Ursprünglich waren sie an Kronenreifen oder Kopfbändern befestigt und bewegten sich frei.

Das extrem dünn ausgeschlagene, sorgfältig gelochte Gold wird durch Jade, Glas und gelegentlich Bronze ergänzt. Die Kombination aus glänzendem Metall und matt schimmernder Jade erzeugte ein bewusstes Spiel aus Licht, Bewegung und Farbe. Diese Elemente waren keine Einzelstücke, sondern Teil komplexer Kopfbedeckungen. Sie dienten der visuellen Hervorhebung des Herrschers, der rituellen Transformation der Person und der Darstellung kosmischer Ordnung.

Ohrschmuck – Sichtbarkeit von Rang und Identität

Ebenfalls von zentraler Bedeutung ist der Ohrschmuck. Die langen, vertikal ausgerichteten Ohrringe mit ringförmigem Ansatz und beweglichen Ketten bestehen aus Golddraht, kleinen Goldplättchen und halbmondförmigen Jadeanhängern.

Ihre organischen, asymmetrischen Formen und ihre außergewöhnliche Länge, die weit unter das Kinn reichte, machten sie unübersehbar. Solche Ohrringe waren Kennzeichen höchsten Ranges und vermutlich sowohl Männern als auch Frauen des Herrscherhauses vorbehalten. Sie wurden im Leben getragen und zugleich für die Bestattung bestimmt. Im Grab markierten sie Identität, Status und spirituelle Reinheit über den Tod hinaus.

Bekleidungs- und Gürtelzier – Gold als zweite Haut

Hinzu kommen zahlreiche Bekleidungs- und Gürtelzierden in Form flacher Goldstreifen, gelochter Platten und ornamental geschnittener Bleche. Diese Applikationen waren ursprünglich auf Stoff, Leder oder Gürtel montiert.

Ihre geometrischen, rhythmisch wiederholten Muster erinnern an Textilien oder Rüstungen, sind jedoch zu fein für militärische Nutzung. Gold wird hier als flexible, nahezu textile Oberfläche verstanden, nicht als starres Material. Die Applikationen strukturierten die Kleidung optisch, hoben den Körper als rituellen Träger hervor und besaßen eine Schutzsymbolik im übertragenen Sinn. Im Grab ersetzten sie reale Kleidung, die vergangen ist, während das Gold als dauerhafte Hülle erhalten blieb.

Die Schmuck- und Kopfbedeckungen aus dem Grab von Cheonmachong verdeutlichen, dass der menschliche Körper im frühen Silla-Reich nicht als private, individuelle Erscheinung verstanden wurde, sondern als Träger von Bedeutung. Gold, Form und Bewegung schufen eine visuelle Sprache, die Rang, Identität und kosmische Zugehörigkeit zugleich ausdrückte.

Diese Objekte waren keine persönlichen Accessoires, sondern Elemente eines rituellen Systems, das den Übergang vom Diesseits ins Jenseits strukturierte. In ihrer Gesamtheit zeigen sie, wie eng Macht, Körper und Symbolik in der Vorstellungswelt Sillas miteinander verbunden waren – und wie bewusst selbst kleinste Details Teil eines größeren Bedeutungsgefüges wurden.

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