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Sri Lanka – Geschichte, Nationalhymne, Flagge, Klima

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Sri Lanka – Geschichte, Nationalhymne, Flagge, Klima

Inhaltsverzeichnis

Sri Lanka fasziniert mit einer einzigartigen Mischung aus natürlicher Schönheit. Sri Lanka hat kulturelle Tiefe und eine lebendige Atmosphäre. Besucher begegnen in Sri Lanka tropischen Landschaften, farbenfrohen Eindrücken und einer spürbaren Ruhe, die im Alltag selten geworden ist. Das Land öffnet sich neugierigen Reisenden mit warmherziger Gastfreundschaft. Jede Region bietet ihren eigenen Zauber.

Die Insel überrascht durch eine beeindruckende Vielfalt an Lebensräumen, die vom goldenen Strand bis zum nebelverhangenen Hochland reichen. Diese Kontraste verleihen Sri Lanka eine unverwechselbare Ausstrahlung. Wer die Natur liebt, findet unzählige Orte zum Staunen und Verweilen. Die Leichtigkeit des tropischen Klimas begleitet jeden Schritt.

Auch kulinarisch offenbart das Land eine Welt voller Aromen, die von sanft bis feurig reichen. Gewürze, frische Zutaten und regionale Traditionen prägen Gerichte, die weit über den Tellerrand hinaus begeistern. Die Küche spiegelt den Charakter des Landes wider: offen, vielfältig und voller Lebensfreude. Jede Mahlzeit erzählt eine kleine Geschichte.

Die Insel ist zudem ein Ort lebendiger Traditionen, die im Alltag sichtbar bleiben. Farbenfrohe Feste, künstlerische Handwerke und kulturelle Ausdrucksformen begegnen Reisenden vielerorts. Dabei wirkt nichts aufgesetzt – vielmehr entsteht der Eindruck einer Kultur, die stolz, aber zugleich herzlich und zugänglich ist. Die Balance zwischen Alt und Neu wirkt harmonisch.

Für Ruhesuchende bietet die Insel zahlreiche Möglichkeiten, dem Alltag zu entfliehen. Ob an abgelegenen Stränden, in üppigen Gärten oder in stillen Tempelanlagen: Überall findet man Momente der Entspannung. Die sanfte Atmosphäre des Landes lädt dazu ein, das Tempo zu reduzieren. Das Land schenkt Raum, um anzukommen und durchzuatmen.

Gleichzeitig kommen Entdecker auf ihre Kosten. Ob bei Aktivitäten an der Küste, Wanderungen im Landesinneren oder Erkundungstouren durch lebendige Städte – Sri Lanka zeigt sich dynamisch und abwechslungsreich. Jeder Aufenthalt kann individuell gestaltet werden, ohne an Tiefe zu verlieren. So entsteht eine Reise, die lange nachklingt.

Flagge Sri Lanka

Die Flagge des Landes zählt zu den markantesten Nationalflaggen der Welt und trägt ein reiches Symbolsystem, das tief mit der kulturellen Identität des Landes verwoben ist. Ihre heutige Form entstand durch mehrere Entwicklungsschritte, die sich an gesellschaftlichen Vorstellungen, Traditionen und dem Bedürfnis nach nationaler Einheit orientierten.

Die offizielle Indienststellung der aktuellen Version erfolgte nach einer Phase der Neugestaltung, in der sowohl historische Elemente bewahrt als auch neue Bedeutungen eingebettet wurden. Damit verkörpert die Flagge das Selbstverständnis des Landes als vielfältige und zugleich geeinte Nation.

Das zentrale Element der Flagge ist der goldgelbe Löwe, der ein Schwert hält. Dieser Löwe ist ein uraltes Symbol, dem eine besondere Bedeutung zugeschrieben wird: Er steht für Mut, Stärke und den Schutz des Landes. Das Schwert in seiner Vorderpfote symbolisiert Bereitschaft und Entschlossenheit, sowie die Fähigkeit, das Wohl des Landes zu wahren.

Die stilisierte Darstellung verbindet traditionelle Bildsprache mit einem klar erkennbaren Symbolwert, der die kulturelle Identität der Insel widerspiegelt. Umgeben ist der Löwe von vier goldenen Blättern, die aus der Darstellung des sogenannten Bo-Baums abgeleitet sind. Diese Blätter stehen sinnbildlich für Weisheit, Mitgefühl, Gelassenheit und Reinheit – vier Werte, die im gesellschaftlichen Verständnis und in spirituellen Traditionen eine wichtige Rolle spielen.

Der Hintergrund des Löwenfeldes ist kastanienbraun. Diese Farbe trägt eine tiefe symbolische Bedeutung und ist eng mit historischen und kulturellen Elementen verbunden. Sie verleiht dem Löwensymbol einen kraftvollen Rahmen und unterstreicht seine zentrale Stellung in der Flagge.

Rechts neben diesem Hauptfeld befinden sich zwei vertikale Streifen in Grün und Orange. Diese beiden Farben repräsentieren wichtige gesellschaftliche Gruppen im Land und stehen für das friedliche Zusammenleben und die Vielfalt innerhalb des Landes. Grün wird häufig mit Harmonie und Naturverbundenheit assoziiert, während Orange für Energie, Vitalität und eine starke kulturelle Tradition steht.

Der goldene Rahmen, der alle Elemente der Flagge umgibt, verbindet die einzelnen Farbflächen zu einem harmonischen Gesamtbild. Er symbolisiert Schutz, Würde und Zusammenhalt, wodurch die Flagge eine zusätzliche Ebene der Bedeutung erhält. Dieses Zusammenspiel aus Formen und Farben verdeutlicht, dass die Flagge weit mehr ist als ein bloßes Emblem:

Sie ist Ausdruck einer komplexen und inspirierenden kulturellen Identität. Jede Linie, jede Farbe und jedes Symbol trägt dazu bei, Geschichte, Werte und Vielfalt zu vereinen. Die Flagge wirkt dadurch wie ein sichtbares Versprechen, die Balance zwischen Tradition und Zukunft, Gemeinschaft und Individualität sowie Stärke und Frieden zu bewahren.

Nationalhymne Sri Lanka

Die Nationalhymne trägt den Titel Sri Lanka Matha (übersetzt: „Mutter Sri Lanka“) und gilt als eines der wichtigsten nationalen Symbole des Landes. Ihre Entstehung reicht in eine Zeit patriotischen Erwachens zurück und sie spiegelt das Selbstverständnis einer jungen Nation wider. Der Komponist und Textdichter war Ananda Samarakoon (1911-1962), ein bedeutender Musiker und Komponist des Landes, der häufig als „Vater der modernen Sinhala Musik“ bezeichnet wird.

Samarakoon studierte unter anderem am Visva‑Bharati University in Indien, gegründet von Rabindranath Tagore, und ließ sich dort musikalisch und kulturell inspirieren.
Wikipedia

Ursprünglich schrieb er um 1940 ein patriotisches Lied mit dem Titel „Namo Namo Matha“ („Salut, salut, Mutter“) für seine Schüler – dieses Lied entwickelte sich später zur Hymne. Im Jahr 1951 wurde seine Komposition offiziell als Nationalhymne angenommen.

Obwohl es hinsichtlich Urheberschaft und Einfluss – insbesondere die Frage, ob Tagore direkt beteiligt war – Kontroversen gibt, so gilt dennoch heute weitgehend Samarakoon als alleiniger Urheber von Musik und Text.
getbengal.com

Textlich setzt die Hymne auf die metaphorische Ansprache der Heimat als Mutter („Mutter Sri Lanka“): Sie ruft Loyalität, Achtung, Stolz und Einheit unter den Bürgerinnen und Bürgern hervor. Es werden Werte wie Wissen, Wahrheit, Kraft, Hingabe, Freiheit und Fortschritt thematisiert – eingebettet in eine Sprache voller Schönheit und Bildkraft.

Musikalisch verbindet das Werk traditionelle Elemente mit einer modernen Hymnenästhetik, was dem Anspruch gerecht wird, eine nationale Klangidentität abzubilden. Über die Jahrzehnte gab es kleinere Änderungen am Text, unter anderem der Anfangszeile aus Aberglauben über „unglückbringende“ Silben – solche Anpassungen äußerten sich in öffentlichen Debatten.

Durch die Hymne wird das nationale Ideal einer pluralistischen Gemeinschaft angesprochen: „Kinder einer Mutter“ sollen vereint voranschreiten, unbeirrt von Spaltung. Angesichts der sprachlich und ethnisch vielfältigen Gesellschaft der Insel bekam die Hymne auch eine Bedeutung als Symbol nationaler Einheit und Identität. Gleichzeitig zeigt ihre Geschichte auch Spannungen – beispielsweise hinsichtlich Sprache und Gemeinschaft – die das Land begleitet haben.

Text der Nationalhymne von Sri Lanka

Text der Nationalhymne Originalsprache (Sinhala)

ශ්‍රී ලංකා මාතා
අප ශ්‍රී ලංකා නමෝ නමෝ නමෝ නමෝ මාතා
සුන්දර සිරිබරිනී
සුරැඳි අති සෝබමාන ලංකා
ධාන්‍ය ධනය නෙක මල් පලතුරු පිරි ජය භුමිය රම්‍යා
අප හට සැප සිරි සෙත සදනා ජීවනයේ මාතා
පිළිගනු මැන අප භක්‍තී පූජා
නමෝ නමෝ මාතා


අප ශ්‍රී ලංකා නමෝ නමෝ නමෝ නමෝ මාතා
ඔබ වේ අප විද්‍යා ඔබ මය අප සත්‍යා
ඔබ වේ අප ශක්ති අප හද තුළ භක්‍තී
ඔබ අප ආලෝකේ අපගේ අනුප්‍රාණේ
ඔබ අප ජීවන වේ අප මුක්තිය ඔබ වේ
නව ජීවන දෙමිනේ නිතින අප පුබුදු කරන් මාතා
ඥාන වීර්‍ය වඩවමින රැගෙන යනු මැන ජය භූමී කරා
එක මවකගෙ දරු කැල බැවිනා යමු යමු වී නොපමා
ප්‍රේම වඩා සැම භේද දුරැර දා නමෝ නමෝ මාතා
අප ශ්‍රී ලංකා නමෝ නමෝ නමෝ නමෝ මාතා

Deutsche Übersetzung der Nationalhymne

(frei übersetzt, nicht offiziell)

Mutter Sri Lanka,
Wir, Dein Sri Lanka, grüßen Dich, grüßen Dich, grüßen Dich, grüßen Dich, o Mutter!
Wunderschön in Glanz und Pracht,
Herrlich erstrahlend, Sri Lanka, geliebtes Land,
Reich an Getreide und Schätzen, voll Blumen und Früchten, das Land des Sieges und der Freude.
Uns schenkt Du Glück, Würde und Schutz im Leben, o Mutter!
Wir bringen Dir unsere ehrerbietige Anbetung in reinem Glauben.

Wir grüßen Dich, o Mutter!
Wir, Dein Sri Lanka, grüßen Dich, grüßen Dich, grüßen Dich, grüßen Dich!
Du bist unser Wissen, Du bist unsere Wahrheit,
Du bist unsere Stärke, in unseren Herzen die Hingabe.
Du bist unser Licht, unsere Lebensatemgabe,
Du bist unser Leben, Du bist unsere Freiheit.
Unvergleichlich neu belebst Du uns durch neuen Lebensatem, o Mutter.

Mit Wissen und Tapferkeit führ uns voran,
Zum siegreichen Land hin, o Heimat!
Wie Kinder einer Mutter vereint, schreiten wir voran, nicht weichen wir.
Mehr als Liebe soll jede Trennung weichen – wir grüßen Dich, grüßen Dich, o Mutter!
Wir, Dein Sri Lanka, grüßen Dich, grüßen Dich, grüßen Dich, grüßen Dich!

Die Landschaften Sri Lanka

Der Norden – Halbinseln, Lagunen und weite Ebenen

Der Norden präsentiert sich als eine Landschaft, die von Trockenheit, Weitläufigkeit und einer ganz eigenen Ruhe geprägt ist. Die Region zeigt eine Mischung aus weiten Ebenen, flachen Küstenstreifen sowie verstreuten Lagunen, die einen besonderen Lebensraum für zahlreiche Vogelarten bieten. Auffällig sind die trockenen Dornbuschwälder, die diese Gegend charakterisieren und dem Norden eine fast meditative Atmosphäre verleihen. Die Halbinsel Jaffna mit ihren hellen Sandflächen und salzhaltigen Ebenen hebt sich deutlich von den übrigen Regionen ab und bildet ein eigenes ökologisches und kulturelles Gebiet.

Der Nordwesten – Salzwiesen, Mangroven und Küstenlandschaften

Weiter südlich, im Nordwesten des Landes, weiten sich lange Küstenstreifen mit ruhigen Buchten und ausgedehnten Mangrovenwäldern aus. Hier wechseln sich Lagunen mit Fischerorten ab, und die Landschaft zeigt ein Zusammenspiel von Wasser und Land, das sich harmonisch ineinanderfügt. Auch die Salinen, in denen traditionell Salz gewonnen wird, gehören zum Bild dieser Region und spiegeln die Verbindung der Bevölkerung zum Meer wider. Die Vegetation bleibt trockenheitsgeprägt, wird jedoch dichter und grüner, je weiter man sich dem Landesinneren nähert.

Der Nordosten – Küstenstreifen und unberührte Natur

An der Nordostküste zeigt sich des Landes von einer besonders ursprünglichen Seite. Lange, fast menschenleere Strände ziehen sich über viele Kilometer, begleitet von tropischen Baumarten, Palmen und ruhigen Dünenbereichen. Im Übergang vom Küstengebiet zum Inland breiten sich lichte Wälder und kleine Wasserläufe aus, die das Landschaftsbild im Monsun stark verändern können. Die Region überzeugt durch ihre Natürlichkeit, die vielerorts noch wenig durch menschliche Eingriffe geprägt ist. Dadurch finden sich hier auch Rückzugsorte für Wildtiere, die zwischen Wald und Wasser wandern.

Das zentrale Tiefland – Landwirtschaft und weite Kulturlandschaften

Verschiebt sich der Blick weiter nach Süden und ins Landesinnere, weichen die trockenen Wälder zunehmend fruchtbaren Kulturlandschaften. Das zentrale Tiefland ist geprägt von ausgedehnten Reisfeldern, Bewässerungsanlagen und großen Wasserreservoiren, die seit Jahrhunderten das Bild des Landes formen.

Diese kunstvollen Wasserbecken spiegeln die langen landwirtschaftlichen Traditionen wider, die hier das Leben bestimmen. Zwischen diesen Feldern und Gewässern wachsen Palmen, Bananenstauden, Gemüseplantagen und blühende Sträucher, die das Landschaftsbild in satten Farben erscheinen lassen. Immer wieder ragen einzelne Felskuppen aus der Ebene, die dem Gebiet seinen charakteristischen Rhythmus geben.

Das zentrale Hochland – Berge, Nebelwälder und Teeplantagen

Südlicher und höher wird die Landschaft zunehmend bergig. Das zentrale Hochland gilt als einer der eindrucksvollsten Landesteile Sri Lankas. Hohe Gebirgsketten, tiefe Täler und steile Felswände wechseln sich ab und verleihen der Region ein fast dramatisches Erscheinungsbild. Der Nebel, der häufig am Morgen in den Tälern hängt, verwandelt die Landschaft in ein mystisches Panorama.

Neben ursprünglichen Bergwäldern, in denen seltene Pflanzen und Tiere leben, dominieren große Teeplantagen die Hänge und Plateaus. Diese Plantagen bilden geometrische Muster in den Berghängen und verleihen der Region ihr unverwechselbares Aussehen. Die kühle Luft, glasklare Bäche und Wasserfälle komplettieren das Bild eines Hochgebirges voller Schönheit und Vielfalt.

Der Süden – Küstenabschnitte, Regenwälder und sattgrüne Vegetation

Im äußersten Süden öffnet sich das Landschaftsbild wieder dem Meer. Die Küsten sind abwechslungsreich: mal geprägt von felsigen Abschnitten, mal von langen, goldenen Stränden, die vom Indischen Ozean umspült werden. Das Hinterland ist deutlich feuchter und dichter bewaldet als die nördlichen Regionen. Tropische Regenwälder breiten sich aus und schaffen ein wahres Naturparadies, in dem Pflanzen und Tiere in großer Vielfalt vorkommen.

Hier mischen sich Flüsse, Sümpfe, dichte Wälder und offene Wiesenflächen zu einem der artenreichsten Naturgebiete des Landes. Der Süden zeigt sich als harmonisches Zusammenspiel aus Küste, Wald und ländlicher Idylle und rundet das landschaftliche Bild des Landes in beeindruckender Weise ab.

Geschichte Sri Lankas

Frühgeschichte und erste Siedlungen

Die Geschichte Sri Lankas beginnt in vorgeschichtlicher Zeit, als Jäger- und Sammlergruppen die Insel besiedelten. Archäologische Funde zeigen, dass Menschen bereits vor vielen Jahrtausenden in den Höhlen und Wäldern des Landes lebten. Diese frühen Gemeinschaften nutzten Werkzeuge aus Stein, sammelten Früchte, jagten Tiere und lebten im Einklang mit der Natur. Mit der Zeit entwickelten sie feste Siedlungen und erste soziale Strukturen. Der Übergang zum Ackerbau erfolgte schrittweise und führte zur Entstehung größerer Gemeinschaften, die sich zunehmend organisierten.

Die frühen Königreiche und der Aufstieg Anuradhapuras

Mit dem Beginn der historischen Zeit entstanden die ersten Königreiche. Anuradhapura entwickelte sich zu einem der bedeutendsten Zentren und wurde zum Macht- und Kulturzentrum des frühen Staates. Die Stadt stand in enger Verbindung mit religiösen Traditionen, insbesondere dem Buddhismus, der in dieser Epoche eine prägende Rolle gewann.

Durch die Einführung des Bewässerungsbaus entstand ein ausgeklügeltes System von Tanks und Kanälen, das die Landwirtschaft stärkte und das Wachstum der Bevölkerung ermöglichte. Die frühen Könige errichteten Tempelanlagen, Klöster und Monumente, die die kulturelle Identität des Landes nachhaltig beeinflussten.

Das mittelalterliche Sri Lanka – Polonnaruwa und regionale Mächte

Nach mehreren Jahrhunderten verschob sich das Zentrum der Macht nach Polonnaruwa. Diese neue Hauptstadt entwickelte sich zu einem Ort eindrucksvoller Architektur, militärischer Organisation und kultureller Weiterentwicklung. Die Monarchen dieser Zeit förderten Kunst, Kultur und Religion und knüpften Handelskontakte zu Regionen jenseits des Meeres.

Dennoch war das Land immer wieder von inneren Konflikten und äußeren Einflüssen geprägt. Verschiedene regionale Herrschaftsgebiete entstanden und konkurrierten um Macht und Einfluss. Die politische Landschaft war komplex und spiegelte den Wandel der Gesellschaft wider.

Einflüsse aus dem Ausland und Veränderungen der Machtverhältnisse

Durch seine strategische Lage im Indischen Ozean geriet die Insel in den Fokus ausländischer Mächte. Händler, Seefahrer und Siedler hinterließen Spuren, und gelegentlich gelangten fremde Herrscher an die Macht. Diese Wechsel beeinflussten Kultur, Sprache und politische Strukturen. Gleichzeitig blieb die Insel ein wichtiger Knotenpunkt des Handels und des Austauschs zwischen Ost und West. Die einheimischen Königreiche passten sich den neuen Gegebenheiten an, ohne ihre kulturelle Identität zu verlieren.

Die Ankunft europäischer Mächte – Portugiesen, Niederländer und Briten

Mit der frühen Neuzeit begann ein völlig neues Kapitel in der Geschichte des Landes. Zuerst erreichten die Portugiesen die Insel und errichteten Handelsstützpunkte sowie militärische Anlagen. Danach übernahmen die Niederländer die Kontrolle über große Teile des Küstengebiets und beeinflussten Verwaltung, Handel und Rechtssysteme.

Schließlich kamen die Briten und etablierten eine Kolonialherrschaft über die gesamte Insel. Diese neue Ordnung brachte umfassende Veränderungen im gesellschaftlichen, wirtschaftlichen und politischen Leben. Plantagenwirtschaft, neue Ausbildungsstrukturen und fremde Verwaltungsformen prägten diese Zeit.

Weg zur Unabhängigkeit und moderne Entwicklungen

Im 20. Jahrhundert wuchs das Bewusstsein für nationale Identität und Selbstbestimmung. Politische Bewegungen formierten sich, und Forderungen nach Unabhängigkeit wurden lauter. Schließlich entstand ein selbstständiger Staat, der sich schrittweise eine eigene Verfassung, Regierung und Verwaltung aufbaute. Die folgenden Jahrzehnte waren geprägt von sozialen, politischen und wirtschaftlichen Herausforderungen, aber auch von Fortschritt und Entwicklung. Verschiedene Bevölkerungsgruppen formten gemeinsam den modernen Staat, dessen Geschichte bis heute von Vielfalt und Dynamik geprägt ist.

Zeitgenössische Entwicklungen und nationale Identität

In der jüngeren Geschichte zeigte sich Sri Lanka als Land im Wandel. Gesellschaftliche Veränderungen, Modernisierung und wirtschaftliche Entwicklung führten zu tiefgreifenden Umbrüchen. Gleichzeitig gewann das Bewusstsein für kulturelles Erbe und historische Wurzeln an Bedeutung.

Die verschiedenen Traditionen, Sprachen und Lebensweisen des Landes prägen sein Selbstverständnis. Die Geschichte Sri Lankas ist ein fortlaufender Prozess, der vom Zusammenspiel vieler Kräfte bestimmt wird – ein Spiegelbild seiner Vielfalt, seiner Herausforderungen und seines ungebrochenen kulturellen Reichtums.

Klima in Sri Lanka

Wetter in Colombo

Sri Lanka besitzt ein tropisches Klima, das stark vom Indischen Ozean und den wechselnden Monsunsystemen geprägt ist. Die Insel erlebt über das Jahr hinweg warme Temperaturen, die nur in den Hochlandgebieten deutlich abfallen. An den Küsten bleibt es meist heiß und feucht, während im zentralen Hochland ein deutlich kühleres und angenehmeres Klima herrscht.

Die verschiedenen Höhenlagen und geografischen Zonen führen dazu, dass sich Wetter und Niederschlagsmengen innerhalb kurzer Distanzen stark verändern können, was die Insel zu einem Land beeindruckender klimatischer Vielfalt macht.

Die beiden Hauptmonsune bestimmen den Rhythmus der Jahreszeiten. Der Südwestmonsun bringt zwischen Mai und September viel Regen an die Südwestküste und ins zentrale Hochland. In dieser Zeit können heftige Niederschläge und starke Winde auftreten, die die Landschaft intensiv erfrischen und die Reisfelder mit Wasser füllen. Gleichzeitig bleibt der Nordosten vergleichsweise trocken.

Der Nordostmonsun, der zwischen Dezember und Februar wirkt, bringt dann seine Niederschläge in die zuvor trockenen Gebiete des Nordens und Ostens. Durch dieses System entstehen auf der Insel unterschiedliche Vegetationszonen, die von trockenen Ebenen bis zu üppigen Regenwäldern reichen.

Zwischen den beiden Monsunzeiten liegen Übergangsphasen, die oft von kurzen, intensiven Regenschauern und ansonsten ruhigem Wetter geprägt sind. Diese Zwischenmonate gelten vielerorts als besonders angenehm, da sie im Vergleich zu den Monsunzeiten weniger Regen, aber auch keine extreme Trockenheit mit sich bringen. Die relative Luftfeuchtigkeit bleibt in weiten Teilen des Landes ganzjährig hoch, wodurch sich die Temperaturen wärmer anfühlen, als sie tatsächlich sind.

Während die Küstenregionen durch konstante Wärme geprägt sind, bietet das Hochland ein komplett anderes Klima. Orte in höheren Lagen sind häufig in Nebel gehüllt, weisen kühlere Nächte und milde Tage auf und erhalten viel Regen.

Diese klimatischen Bedingungen ermöglichen den berühmten Teeanbau, der die Landschaft dort prägt. Insgesamt zeigt sich das Klima Sri Lankas als Zusammenspiel aus tropischer Wärme, jahreszeitlich unterschiedlichem Niederschlag und regionalen Besonderheiten, die der Insel ihre außergewöhnliche naturkundliche Vielfalt verleihen.

Bevölkerung Sri Lanka

Struktur der Bevölkerung

Die Bevölkerung zeigt eine vielfältige Struktur, die sich über Jahrhunderte entwickelt hat. Unterschiedliche Sprachgruppen, Religionsgemeinschaften und kulturelle Traditionen prägen das gesellschaftliche Bild des Landes. Die Bevölkerung ist sowohl in städtischen Zentren als auch in ländlichen Regionen angesiedelt, wobei die Verteilung stark von wirtschaftlichen, kulturellen und geografischen Faktoren beeinflusst wird. Städte wie Colombo, Kandy und Jaffna sind wichtige urbane Zentren, die Handel, Bildung und Kultur konzentrieren, während große Teile der Bevölkerung in kleineren Gemeinden oder landwirtschaftlich geprägten Gegenden leben.

Volksgruppen

Sri Lanka ist ein multiethnisches Land, in dem verschiedene Volksgruppen Seite an Seite leben. Die größte Bevölkerungsgruppe bilden die Singhalesen, deren Sprache und kulturelle Traditionen tief im gesellschaftlichen Leben verankert sind. Neben ihnen bilden die Tamilen eine bedeutende Gruppe, die sowohl im Norden und Osten als auch in anderen Teilen des Landes beheimatet ist. Innerhalb der tamilischen Bevölkerung gibt es historische Unterschiede zwischen jenen, die seit Jahrhunderten im Norden und Osten der Insel leben, und jenen, deren Vorfahren während der Kolonialzeit als Arbeitskräfte in die Zentralregion gebracht wurden.

Eine weitere wichtige Gruppe sind die Muslime, die eine eigene kulturelle Identität besitzen und vielfach in Handelsberufen sowie in städtischen Gebieten vertreten sind. Zudem gibt es kleinere Gemeinschaften wie die Burgher, deren Herkunft in kolonialen Verbindungen liegt, sowie die malaiische Gemeinschaft, die ebenfalls eigene Traditionen pflegt. Diese Vielfalt spiegelt sich in Sprachen, Religionen, Festen und Lebensweisen wider und macht Sri Lanka zu einem Land, das von kultureller Fülle geprägt ist.

Gegenwart

In der Gegenwart erlebt das Land eine dynamische gesellschaftliche Entwicklung, die sowohl von Modernisierung als auch von Tradition beeinflusst wird. Bildung spielt eine zentrale Rolle, und das Land verfügt über ein breit gefächertes System, das vielen Menschen Zugang zu Schulen und Universitäten ermöglicht. Gleichzeitig bleibt die Landwirtschaft ein bedeutender Bestandteil des Alltags vieler Familien, vor allem in ländlichen Gebieten. Die wirtschaftliche Entwicklung konzentriert sich zunehmend auf Dienstleistungen, Tourismus und Handel, was zu veränderten Lebensweisen und neuen beruflichen Möglichkeiten führt.

Trotz Fortschritten stehen auch gesellschaftliche Herausforderungen im Mittelpunkt. Unterschiedliche Gruppen mussten lernen, ein gemeinsames soziales Fundament zu schaffen, das in der Gegenwart durch Dialog und kulturellen Austausch gestärkt wird. Gemeinsame Feste, regionale Traditionen und das tägliche Zusammenleben tragen dazu bei, ein Gefühl der Einheit zu fördern, ohne die Vielfalt einzuschränken.

Weitere Entwicklung

Mit Blick auf die Zukunft wird die Bevölkerung des Landes vor neuen Aufgaben stehen, die sowohl soziale als auch wirtschaftliche Veränderungen mit sich bringen. Die Urbanisierung wird weiter voranschreiten, da immer mehr Menschen in die Städte ziehen, um Arbeit, Bildung und bessere Lebensbedingungen zu finden. Gleichzeitig wird der Schutz kultureller Traditionen eine wichtige Rolle spielen, damit die Vielfalt des Landes erhalten bleibt.

Auch die junge Generation, die zunehmend vernetzt und global orientiert ist, wird das gesellschaftliche Leben neu gestalten. Moderne Kommunikationsformen, neue Berufsfelder und internationale Einflüsse werden dazu beitragen, dass sich das Land weiterhin wandelt. Die zukünftige Entwicklung wird davon abhängen, wie die Insel Tradition und Fortschritt miteinander verbindet und wie es gelingt, eine harmonische Gesellschaft zu fördern, in der die verschiedenen Volksgruppen ihre Identität bewahren und dennoch gemeinsam voranschreiten.

Die Bevölkerung steht somit für eine Geschichte der Vielfalt, der Anpassung und des kulturellen Reichtums – eine Grundlage, die auch die zukünftigen Entwicklungen prägen wird.

Die Religionen auf Sri Lanka

In Sri Lanka existieren mehrere bedeutsame Religionsgruppen, deren Zusammenspiel, Verteilung und Interaktionen sowohl historisch als auch gegenwärtig von großer Bedeutung sind. Im Folgenden werden die wichtigsten Religionsgemeinschaften — Buddhisten, Hindus, Muslime und Christen — vorgestellt, mit Angabe von Größenordnung, aktuellen Herausforderungen und Aspekten des Zusammenlebens.

Buddhisten

Die buddhistische Gemeinschaft stellt mit rund 70,2 % die klare Mehrheit der Bevölkerung dar. Diese Gruppe besteht überwiegend aus der ethnischen Mehrheit, den Singhalesen, und ist durch die Richtung des Theravāda-Buddhismus geprägt. Buddhistische Traditionen und Klöster sind tief in Kultur, Bildung und Alltag integriert.

Historisch haben buddhistische Mönche eine bedeutende Rolle in der Bildungsarbeit, im sozialen Leben und in der Förderung kultureller Identität gespielt. Als Mehrheit beansprucht diese Gemeinschaft häufig eine zentrale Rolle im nationalen Selbstverständnis – beispielsweise durch Verfassungsbestimmungen, die dem Buddhismus „den vordersten Platz“ einräumen.

Herausforderungen bestehen dort insbesondere in der Frage, wie eine Mehrheit ihre Vormachtstellung verantwortungsvoll wahrnimmt und wie sie zugleich religiöse Minderheiten fair behandelt. Es existieren Spannungen, insbesondere wenn in buddhistischen Kreisen eine nationalistische Interpretation auftritt, die Religions- und Ethnizitätsunterschiede stärker betont.

Ein Teil der buddhistischen Gemeinschaft sieht sich zudem durch religiöse Minderheiten oder äußere Einflüsse in seiner Identität herausgefordert. Solche Spannungen betreffen auch das Zusammenleben mit anderen Religionsgruppen, wenn etwa buddhistische religiöse Anliegen politisiert werden.

Hindus

Die Hindus stellen die zweitgrößte Religionsgruppe mit etwa 12,6 % der Bevölkerung dar. Ein Großteil dieser Gemeinschaft gehört der ethnischen Tamil-Bevölkerung an und ist geografisch häufig im Norden und Osten des Landes konzentriert. Die hinduistische Tradition bringt eigene Tempel, Festtage und religiöse Bräuche ein, die sich deutlich von jenen buddhistischer Gemeinschaften unterscheiden. Aufgrund der ethnischen Verknüpfung von „Tamil“ und „Hindu“ wirkt Religion hier auch stark als Ausdruck kultureller Identität.

Problematiken bestehen unter anderem darin, dass hinduistische Gemeinden sich historisch in Regionen mit Konfliktlagen befanden — besonders während des langen Bürgerkriegs der Insel. Religiöse Minderheitserfahrungen, Diskriminierung und ökonomische Benachteiligung spielen eine Rolle. Zudem sind Fragen der Gleichberechtigung und Teilhabe relevant: Wie wird die hinduistische Identität respektiert und wie gelingt der Zugang zu Bildung, Verwaltung und politischer Partizipation? Insgesamt jedoch ist das alltägliche Zusammenleben der Hindus mit anderen Gruppen weitgehend stabil – viele Hindus teilen ihren Alltag mit Buddhisten, Christen und Muslimen.

Muslime

Die muslimische Gemeinschaft macht rund 9,7 % der Bevölkerung aus. Sie umfasst überwiegend sunnitische Muslime, die ethnisch überwiegend den sogenannten „Sri Lankan Moors“ angehören, teils aber auch Malays und andere muslimische Minderheiten. Geografisch sind Muslime sowohl in städtischen Zentren als auch in bestimmten ländlichen Regionen – insbesondere im Osten und im Nordosten – präsent.

Zu den wichtigsten Herausforderungen gehören Fragen der religiösen und gesellschaftlichen Gleichstellung, der Landnutzung und der religiösen Autonomie. Manche muslimische Gemeinden berichten von Einschränkungen bei der Religionsausübung, etwa bei neuen Moscheebauten oder bei Bildungseinrichtungen. Darüber hinaus existieren Spannungen, wenn religiöse Identität und ethnische Herkunft mit politischen Themen verknüpft werden. Besonders in Regionen mit gemischter religiöser Zusammensetzung sind Konflikte um Ressourcen oder religiöse Ausdrucksformen kein seltenes Phänomen.

Das Zusammenleben zwischen Muslimen und den anderen Gruppen weist positive Aspekte auf: Umfragen zeigen eine beachtliche Toleranz gegenüber Nachbarn anderer Religionen. Dennoch fühlen manche Muslime, dass ihre Religion weniger als Teil der „vollständigen“ nationalen Identität angesehen wird – Lagestimmungen, wonach Muslime nicht in demselben Maße als „typisch Sri Lankan“ betrachtet werden wie Buddhisten, sind dokumentiert.

Christen

Christen bilden mit etwa 7,4 % einen weiteren bedeutenden Teil der Bevölkerung. Viele Christen gehören der römisch-katholischen Kirche an, daneben existieren protestantische Gemeinschaften sowie neue evangelikale Gruppen. Christen setzen sich aus verschiedenen ethnischen Gruppen zusammen – sowohl Singhalesen als auch Tamilen und andere Ethnien gehören dieser Religion an.

Herausforderungen für Christen ergeben sich insbesondere im ländlichen Raum, wo Kirchengebäude, Ausbildungsstätten oder öffentliche Anerkennung schwierig sein können. Es gibt Berichte über Schikanen bei Hausgemeinden oder Einschränkungen hinsichtlich Anerkennung von Kirchen bei Behörden. Gleichzeitig sind Christen oft in Bildung, Gesundheitswesen oder sozialen Diensten stark engagiert, was ihrer Gemeinschaft Sichtbarkeit verleiht.

Beim Zusammenleben mit anderen Gruppen zeigt sich, dass Christen vielfach als Brücke fungieren – sie leben in ethnisch durchmischten Gemeinschaften und pflegen häufig Kontakte zu Buddhisten, Hindus und Muslimen. Dennoch bleibt die Frage der religiösen Identität und ihrer Verbindung zur ethnischen Herkunft ein sensibles Thema.

Zusammenleben und interreligiöse Dynamiken

Das Land ist ein Beispiel für religiöse Vielfalt, und Studien zeigen, dass viele Sri Lankaner unterschiedlichster Religion grundsätzlich offen für Nachbarn anderer Glaubensrichtungen sind. So äußerten beispielsweise bedeutende Anteile der buddhistischen Bevölkerung Bereitschaft, Hindus, Christen und Muslime als Nachbarn zu haben.

Dennoch bleibt das Zusammenleben nicht konfliktfrei. Religiöse Zugehörigkeit ist eng mit ethnischer Identität verknüpft – etwa Sinhalese mit Buddhismus, Tamils mit Hinduismus oder Christen –, was die Dynamik komplex macht.

Probleme treten dort auf, wo Religion und ethnische Zugehörigkeit politisiert werden oder wo Ressourcen-, Land- oder Verwaltungsfragen mit religiöser Identität verschränkt sind. Eine starke Betonung buddhistischer Mehrheit und der Vorrangstellung des Buddhismus in der Verfassung tragen mitunter dazu bei, dass Minderheiten sich benachteiligt fühlen. Es besteht die Herausforderung, symbolische Gleichstellung mit faktischer Teilnahme und Schutz aller Religionsgemeinschaften zu verbinden.

Gleichzeitig eröffnen sich Chancen: Religiöse Dialogforen, interkulturelle Bildungsansätze und gemeinsame Veranstaltungen tragen dazu bei, dass das Zusammenleben gestärkt wird. In einer Zeit wachsender Globalisierung, sozialer Mobilität und digitaler Vernetzung wird die religiöse Diversität zunehmend als Stärke betrachtet. Für die Zukunft wird entscheidend sein, wie Sri Lanka gelingt, ein Umfeld zu schaffen, in dem alle Religionsgemeinschaften gleichermaßen gesehen, respektiert und einbezogen werden – sowohl gesellschaftlich als auch politisch.

Sri Lanka – Länderdaten

Fläche67.240 km²
Einwohnerzahlca. 21,916 Mio. (2024)
Bevölkerungsdichteetwa 338 Einwohner pro km²
Größte StadtColombo (wirtschaftliches Zentrum)
Größter SeeDer größte natürliche Süßwassersee Bolgoda Lake mit ca. 374 km²
Höchster BergPidurutalagala, Höhe ca. 2.524 m
Längster FlussMahaweli River, Länge ca. 335 km
Nationalfeiertag4. Februar (Tag der Unabhängigkeit von Großbritannien, 1948)
Wichtige WirtschaftszweigeTextilien und Bekleidung, Tee- und Gewürzexporte, Tourismus, Informationstechnologie & Dienstleistungen
BIP (nominal)ca. 98,9 Mrd. US$ (2024)
BildungsstandDer Alphabetisierungsgrad liegt im hohen Bereich für die Region; Lebenserwartung und Bildungszugang sind relativ gut im südasiatischen Vergleich
WährungSri-Lanka-Rupie (LKR)
ReligionenVorherrschend ist der Buddhismus, daneben sind Hinduismus, Islam und Christentum bedeutende Religionen.

Provinzen in Sri Lanka

NameAbk.HauptstadtEinwohner 2024
Central (Madhyama) [Zentralprovinz]CENKandy2,712,804
Eastern (Kilakku, Negenahira) [Ostprovinz]EASTrincomalee1,782,050
North Central (Uturumeda) [Nord-Zentralprovinz]NCEAnuradhapura1,406,890
Northern (Vatakku, Uturu) [Nordprovinz]NORJaffna1,149,240
North Western (Wayamba) [Nordwestprovinz]NWEKurunegala2,578,894
SabaragamuwaSABRatnapura2,015,039
Southern (Dakunu) [Südprovinz]SOUGalle2,605,506
UvaUVABadulla1,399,049
Western (Basnahira) [Westprovinz]WESColombo6,113,698

Tourismus in Sri Lanka

Beginn des Tourismus

Der Tourismus in Sri Lanka begann bereits in der Mitte des 20. Jahrhunderts, als das Land – damals noch unter dem Namen Ceylon – begann, seine natürliche Schönheit international bekannt zu machen. Erste staatliche Tourismusbehörden wurden gegründet, Hotels entstanden entlang der Küsten, und die Infrastruktur wurde schrittweise ausgebaut.

Besonders europäische Reisende zeigten früh ein wachsendes Interesse an der exotischen Mischung aus Natur, Kultur und tropischem Klima. In den 1960er- und 1970er-Jahren etablierte sich das Land allmählich als Reisedestination, auch wenn der Pakettourismus zu dieser Zeit noch in den Anfängen steckte. Die Besucherzahlen blieben überschaubar, doch sie wuchsen stetig und legten die Grundlage für den späteren Boom.

Ein entscheidender Wendepunkt war das Ende des Bürgerkriegs im Jahr 2009. Mit der neuen Stabilität öffneten sich zuvor unzugängliche Regionen im Norden und Osten des Landes. Strände, kulturelle Stätten und Nationalparks wurden wieder sicher bereisbar, und Sri Lanka trat nun stärker als Ganzjahresziel auf.

Die Zahl internationaler Gäste stieg deutlich an, und innerhalb weniger Jahre entwickelte sich der Tourismus zu einer der wichtigsten Einnahmequellen des Landes. Vor der Pandemie erreichten die Besucherzahlen jährlich über zwei Millionen Reisende, ein Rekordwert, der Sri Lanka auf die Weltkarte bedeutender Fernreiseziele brachte.

Entwicklung des Tourismus

Die Entwicklung des Tourismus verlief nicht geradlinig, sondern unterlag starken Schwankungen. In den Jahren vor der Pandemie verzeichnete Sri Lanka ein dynamisches Wachstum. Moderne Hotels wurden errichtet, neue Flugverbindungen geschaffen und touristische Angebote diversifiziert. Der Sektor erwirtschaftete mehrere Milliarden US-Dollar pro Jahr und schuf zahlreiche Arbeitsplätze – direkt und indirekt. Natur- und Kulturerlebnisse standen im Vordergrund, ebenso wie Wellness- und Ayurveda-Angebote, die Sri Lanka international bekannt machten.

Mit der weltweiten Pandemie brach der Tourismus jedoch fast vollständig ein. Die Besucherzahlen fielen drastisch, viele Hotels mussten schließen, und das wirtschaftliche Umfeld wurde stark belastet. Doch mit der Öffnung der internationalen Reiserouten erholte sich der Sektor zunehmend. Inzwischen liegt die Zahl der Besucher wieder bei rund zwei Millionen jährlich, mit Tendenz nach oben. Auch die Einnahmen steigen wieder – zuletzt auf rund drei Milliarden US-Dollar im Jahr. Die wichtigsten Herkunftsländer der Gäste sind weiterhin Indien, Russland, Großbritannien, Deutschland und andere europäische Staaten.

Neben klassischen Angeboten haben sich neue Arten des Tourismus etabliert: Safaris in Nationalparks, Ökotourismus, Surfreisen, Wanderungen im Hochland sowie kulinarische und kulturelle Themenreisen. Besonders die Kombination aus Bergen, Stränden und historischen Stätten macht Sri Lanka für unterschiedliche Zielgruppen attraktiv. Der Trend zu nachhaltigem Reisen beeinflusst das Angebot zunehmend: Naturschutz, lokale Wertschöpfung und ressourcenschonende Unterkünfte rücken stärker in den Fokus.

Zukunftsaussichten

Die Zukunft des Tourismus in Sri Lanka erscheint vielversprechend, erfordert jedoch sorgfältige Planung. Die Regierung verfolgt das Ziel, die Besucherzahlen weiter zu steigern und gleichzeitig den Wert pro Gast zu erhöhen. Maßnahmen wie Visaerleichterungen, langfristige Investitionen in Infrastruktur, neue internationale Kooperationen und die Förderung hochwertiger Angebote sollen den Tourismussektor stabilisieren und ausbauen.

Besonders wichtig sind nachhaltige Strategien. Sri Lanka besitzt empfindliche Ökosysteme – Küstenbereiche, Korallenriffe, tropische Regenwälder und Hochlandregionen –, die geschützt werden müssen. Der zunehmende Tourismus kann hier Belastungen verursachen, weshalb Initiativen für Naturschutz und verantwortungsvolles Reisen weiter gestärkt werden. Auch der soziale Aspekt spielt eine Rolle: Lokale Gemeinschaften sollen direkter vom Tourismus profitieren, etwa durch kleine Gästehäuser, lokale Führungen oder nachhaltige Projekte.

Zudem eröffnen die Vielfalt der Landschaften und der kulturelle Reichtum des Landes zahlreiche Möglichkeiten, neue Nischenmärkte zu erschließen: Luxusreisen, Boutique-Hotels, Ayurveda-Therapien, Kultur- und Tempelrouten, Vogelbeobachtung, Abenteuer- und Aktivtourismus sowie kulinarische Erlebnisreisen. Die zunehmende Digitalisierung unterstützt diesen Wandel – von moderner Vermarktung bis hin zu innovativen Buchungs- und Informationssystemen.

Insgesamt befindet sich Sri Lankas Tourismus an einem Punkt des Wiederaufbaus und der Neuausrichtung. Trotz vergangener Krisen bleibt das Potenzial enorm. Mit kluger Planung, nachhaltigen Entscheidungen und einer klaren Vision kann sich Sri Lanka dauerhaft als eines der attraktivsten Reiseziele Asiens positionieren – ein Land, das Natur, Kultur und Herzlichkeit in einzigartiger Weise verbindet.

Sehenswürdigkeiten in Sri Lanka

1Sigiriya – Löwenfelsen (Zentrales Hochland)
2Polonnaruwa – Alte Königsstadt (Nord-Zentralprovinz)
3Anuradhapura – Heilige Stadt (Nord-Zentralprovinz)
4Dambulla – Höhlentempel (Matale)
5Kandy – Zahntempel (Kandy)
6Galle Fort – Altstadt (Südprovinz)
7Adam’s Peak – Sri Pada (Zentrales Hochland)
8Temple of the Sacred Tooth Relic – Dalada Maligawa (Kandy)
9Ella Gap / Ella Rock (Badulla)
10Nine Arches Bridge (Ella)
11Horton Plains – World’s End (Nuwara Eliya)
12Pidurutalagala – Höchster Berg (Nuwara Eliya)
13Yala Nationalpark (Südostküste)
14Wilpattu Nationalpark (Nordwesten)
15Udawalawe Nationalpark (Sabaragamuwa)
16Minneriya Nationalpark – Elefantenversammlungen (Polonnaruwa)
17Kaudulla Nationalpark (Nord-Zentralprovinz)
18Sinharaja Regenwald (Sabaragamuwa)
19Pinnawala Elefantenwaisenhaus (Pinnawala)
20Nuwara Eliya – „Little England“ (Zentrales Hochland)
21Royal Botanical Garden Peradeniya (Kandy)
22Colombo – Galle Face Green (Colombo)
23Nationalmuseum Colombo (Colombo)
24Jaffna Fort (Jaffna)
25Nallur Kandaswamy Kovil (Jaffna)
26Delft Island – Wildpferde & Korallenstrände (Jaffna-Region)
27Trincomalee – Koneswaram Tempel (Trincomalee)
28Marble Beach (Trincomalee)
29Nilaveli Beach (Trincomalee)
30Arugam Bay – Surfstrand (Ostküste)
31Bundala Nationalpark (Südosten)
32Mirissa – Whale Watching (Südprovinz)
33Unawatuna Beach (Galle)
34Hikkaduwa Korallenriff (Hikkaduwa)
35Bentota – Strände & Wassersport (Südwestküste)
36Kalpitiya – Delfine & Kitesurfen (Nordwesten)
37Mannar – Adam’s Bridge & Baobab-Baum (Nordwesten)
38Kurunegala Felsen (Kurunegala)
39Ritigala – Waldkloster (Ritigala)
40Mihintale – Wiege des Buddhismus (Anuradhapura)
41Aukana Buddha Statue (Aukana)
42Gal Viharaya – Felsenbuddhas (Polonnaruwa)
43Jetavanaramaya Stupa (Anuradhapura)
44Ruwanwelisaya Stupa (Anuradhapura)
45Isurumuniya Tempel (Anuradhapura)
46Kelaniya Raja Maha Vihara (Kelaniya / Colombo)
47Gangaramaya Tempel (Colombo)
48Seema Malaka – Tempel auf dem Wasser (Colombo)
49Independence Memorial Hall (Colombo)
50Ramboda Wasserfälle (Nuwara Eliya)
51Baker’s Falls (Horton Plains)
52Diyaluma Falls – 2. höchste Fälle des Landes (Badulla)
53Bambarakanda Falls – Höchster Wasserfall (Badulla)
54Lipton’s Seat – Aussichtspunkt (Haputale)
55Kataragama Heiliger Tempel (Kataragama)
56Tangalle Strand (Südprovinz)
57Weligama – Coconut Hill & Surfen (Südwestküste)
58Pigeon Island Nationalpark (Nilaveli)
59Beira Lake & Floating Temple (Colombo)
60Hambantota – Bundala–Ruhuna Region (Südprovinz)

Städte in Sri Lanka

NameAdministrationEinwohner Zählung 2012
AkkaraipattuEAS30,934
AmbalangodaSOU19,990
AmparaEAS22,511
AnuradhapuraNCE50,595
BadullaUVA42,237
BalangodaSAB16,510
BandarawelaUVA24,168
BatticaloaEAS86,227
BeruwalaWES37,793
BoralesgamuwaWES60,110
ChavakachcheriNOR16,129
ChilawNWE21,441
ColomboWES561,314
DambullaCEN23,814
Dehiwala-Mount LaviniaWES184,468
EmbilipitiyaSAB36,712
EravurEAS24,643
GalleSOU86,333
GampahaWES62,335
GampolaCEN37,871
HambantotaSOU23,236
HaputaleUVA5,288
Hatton-DickoyaCEN14,585
HikkaduwaSOU27,075
HoranaWES9,550
Ja-ElaWES31,232
JaffnaNOR80,829
KadugannawaCEN12,654
Kaduwela (Battaramulla)WES252,041
Kalmunai (incl. Sainthamarathu)EAS99,893
KalutaraWES32,417
KandyCEN98,828
Kattankudy (Kathankudi)EAS40,356
Katunayake (-Seeduwa)WES60,915
KegalleSAB15,993
KesbewaWES185,122
KilinochchiNOR15194
KinniyaEAS36,772
KolonnawaWES60,044
KuliyapitiyaNWE5,509
KurunegalaNWE24,833
MaharagamaWES196,423
MannarNOR24,417
MataleCEN36,462
MataraSOU74,193
MinuwangodaWES7,523
MoneragalaUVA10123
MoratuwaWES168,280
MullaitivuNOR23973
NawalapitiyaCEN13,338
NegomboWES142,449
Nuwara EliyaCEN23,804
PanaduraWES30,069
PeliyagodaWES27,736
Point PedroNOR12,334
PolonnaruwaNCE13900
PuttalamNWE45,511
RatnapuraSAB47,105
Seethawakapura (Avissawella)WES30,308
Sri Jayawardenepura (Kotte)WES107,925
TangalleSOU8,473
Thalawakele-LindulaCEN4,691
TrincomaleeEAS48,351
ValvettithuraiNOR8,283
VavuniyaNOR34,816
Wattala-MaboleWES28,031
WattegamaCEN8,157
WeligamaSOU22,377

Weltkulturerbe in Sri Lanka

BezeichnungJahrTyp (K=Kulturerbe / N = Naturerbe)
Heilige Stadt Anuradhapura1982K
Alte Stadt Polonnaruwa1982K
Alte Stadt Sigiriya1982K
Naturschutzgebiet Sinharaja Forest1988N
Heilige Stadt Kandy1988K
Altstadt von Galle und ihre Festungswerke1988K
Höhlentempel von Rangiri Dambulla1991K
Zentrales Hochland von Sri Lanka2010N

Weiter Informationen zu Sri Lanka (Englisch)

https://www.bbc.com/news/world-south-asia-11999611

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