Valparaiso in Chile

Denkmal der Helden von Iquique am Plaza Sotomayor Valparaiso
Denkmal der Helden von Iquique am Plaza Sotomayor Valparaiso

Die Hafenstadt Valparaiso in Chile hat nur 253000 Einwohner, gehört aber zu den bekanntesten Städten Chiles. Viele zählen sie, trotz vieler sozialer Probleme auch zu den schönsten Städten des Landes. Zum einen ist da die herrliche Lage auf mehreren Hügeln an der Pazifikküste rund 120 km von der Hauptstadt Santiago de Chile entfernt. Sie hat viele farbenprächtige alte Häuser zu bieten, verwinkelte Gassen, Stätten des Weltkulturerbes und ist Sitz des chilenischen Kongresses. Ein Besuch hier lohnt zu jeder Jahreszeit, denn das Klima ist gemäßigt mit kühlen Nächten und angenehm temperierten Tagen.

Der Plaza Sotomayor – der Herz von Valparaiso

Denkmal der Helden von Iquique am Plaza Sotomayor Valparaiso
Denkmal der Helden von Iquique am Plaza Sotomayor Valparaiso

Dieser Platz ist das Schmuckstück in Valparasio unweit des Hafens. Auf ihm und in unmittelbarer Nähe befinden sich einige der bekanntesten Sehenswürdigkeiten der Stadt. Da ist das ‚Monumento a los Héroes de Iquique‘. Das Denkmal entstand zur Erinnerung an die Seehelden der Schlachten vom 21. Mai 1879 in Iquique und Punta Gruesa. Es wurde am 21. Mai 1886 in feierlicher Zeremonie eingeweiht. Zu sehen ist eine Statue von Arturo Prat. Im mittleren Teil sind die Figuren von Ignacio Serrano und Ernesto Riquelme sowie Juan de Dios Aldea und einem unbekannten Seemann.

Auf den vier Seiten des Monuments sind in großen Reliefs die Seeschlachten von Iquique, Punta Gruesa, Angamos und Arica bildlich dargestellt. Unter dem Denkmal befindet sich das Mausoleum, in dem die Überreste von 22 gefallenen und Überlebenden der Schlacht ruhen.

Die Armada de Chile – das frühe 20. Jh. in Valparaiso

Das Hauptquartier der Armada de Chile
Das Hauptquartier der Armada de Chile

Hinter dem Monument öffnet sich der Platz und der Blick fällt auf das ‚Edificio Armada de Chile‘. Das Bauwerk nimmt die ganze Breite des Platzes ein und ist das Hauptquartier des Oberbefehlshabers der ersten Seezone. Das fünfstöckige Gebäude wurde zwischen 1906 und 1910 nach den Plänen des chilenischen Architekten Ernesto Urquieta anstelle des nach Erdbeben und Überschwemmungen eingestürzten Vorgängerbaus aus dem Jahr 1831 im neoklassizistischen Stil mit Elementen der französischen Renaissance errichtet. Dokumente belegen, dass die Pläne an den Bau des Rathauses von Paris in Frankreich angelehnt sind.

Valparaiso – die Stadt der Aufzüge

Gleise des Ascensor Concepcion in Valparaiso
Gleise des Ascensor Concepcion in Valparaiso

Eigentlich sind es gar keine Aufzüge, sondern Standseilbahnen, die in die oberen Stadtviertel führen und das Leben der Einwohner über mehr als 100 Jahre erleichterten. Gab es in den 20iger Jahren rund 30 dieser Ascensores, so sind heute noch 15 übrig. Viele der zum Weltkulturerbe gehörenden Transportmittel sind allerdings renovierungsbedürftig. Nicht zuletzt durch die nicht selten vorkommenden Erdbeben in Valparaiso, ist es schwer, die alte Technik zu pflegen und funktionsfähig zu halten. Seit die UNESCO 2003 die Altstadt unter den Schutz des Weltkulturerbes gestellt hat, rückte das Interesse und der Augenmerk auch wieder mehr auf die Ascensores. Sie prägen teilweise das Stadtbild, denn ihre Konstruktion ist spektakulär.

Pablo Nerudo und Valparaiso

Haus von Pablo Neruda in Valparaiso
Haus von Pablo Neruda in Valparaiso

Man kann nicht über Valpo sprechen, wie die Bewohner liebevoll ihre Stadt nennen, ohne auch den Literaturnobelpreisträger Pablo Neruda zu erwähnen. Er bewohnte ein malerisches Haus ‚La Sebsastiana‘ genannt, das heute als Museum an den großen Dichter erinnert. Neruada erwarb das im Rohbau befindliche Anwesen 1958 und baute es dann nach seinen Wünschen aus. Entstanden ist ein Kunstwerk auf vier Etagen und von Außen entsteht der Eindruck, es handle sich um ein in die Stadt gesetztes Schiff. Auch im Inneren trägt das Haus die Handschrift des Dichters und seiner Liebe zum Ozean.

Die Aussicht von hier auf Valparaiso, das Neruda so liebte, aber sich auch immer wieder kritisch äussern konnte, ist grandios. Man merkt, dass Neruda unermüdlich an seinem Domizil gearbeitet hat. Einmal fügte er ein neues Zimmer hinzu, ein anderes Mal baute er einen Erker an, setzte hier ein Fenster ein oder mauerte dort eine Tür zu.

Fazit

Ein Besuch in Valparaiso gehört schon wegen seiner Lage am Pazifik zu einer Chile-Reise dazu. Aber auch kulturell und historisch hat die Stadt viel zu bieten und vermittelt etwas von Tradition, Architektur und dem Lebensstil Chiles.