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Saint Tropez, Frankreich

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Saint Tropez

Blick auf St. Tropez
Blick auf St. Tropez

MS EUROPA hat den Anker vor Saint Tropez an der Coté d’Azur ausgebracht. Den Ort als klein zu bezeichnen ist vllig korrekt, denn es leben nur knapp 5000 Einwohner in den engen Gassen. Dennoch: Wer den Namen Saint Tropez hört, denkt unweigerlich an den internationalen Jetset, die ‚Reichen und Schönen‘, an Presse, Fernsehen, Festspiele und Wohlstand. Jetzt Ende Oktober bin ich, nach dem Verlassen des Tenderboots, mit dem wir soeben an Land gefahren sind, überrascht wie ruhig alles ist. Es sind zwar Menschen auf der Straße, auch nicht wenige, aber es fehlt die Hektik und die Überfüllung, die der Ort in der Saison erfährt.

Die bunten Häuser, die Luxusyachten im Hafen, das Türkis des Wassers und die immer noch safti grünen Palmen vermittekn genau das Bild der Coté d‘ Azur, das schon zu Beginn der 60er Jahre des 20. Jhs. nach Deutschland kam und das Fernweh und die Reiselust in den Deutschen weckte. Es verspircht ein schöner Tag zu werden, denn schon jetzt am Morgen liegen die Temperaturen bei 21°c.

Gasse vor der Kirche Misericordia in St. Tropez
Gasse vor der Kirche Misericordia in St. Tropez

Ich gehe langsam durch die Altstadt vorbei an den teuren Auslagen von Weltmarken der Kosmetik und Mode, der Juwelierkunst und des Designs. Beim Anblick der Preise in den Schaufenstern verschägt es einem fast die Sprache, denn diese liegen jenseits von ‚Gut und Böse‘ wie der deutsche Volksmund zu sagen pflegt. Hier und da fällt mir ein besonders schön gestateter Vorgarten und eine sehr schön restaurierte Fassade auf. Mein Ziel ist zunächst die Kapelle Misericordia und die sich daneben anschiessende Gasse. Die Kapelle mit der Mutter Gottes als eine der Schutzpatroninen St. Tropez’s im Giebel, wurde früh zu einem Wallfahrtsort in den allträglichen Bitten und Anliegen der Stadtbewohner. Die Gasse ist mit breiten Bögen überspannt, die zu einem Postkartenmotiv des Ortes geworden sind. Das ist das St. Tropez des 18. Jhs.

Im Hafen von St. Tropez
Im Hafen von St. Tropez

Nun führt der Weg bergan in Richtung Zitadelle. Sie throt über St. Torpez. Von hier oben hat man einen fantastischen Ausblick auf die Dächer und den Turm der Pfarrkirche. Besonders reizvoll ist die Aussicht heute mit MS EUROPA direkt vor der berühmten Kulisse. Der Kirchturm erinnert an die Legende rund um den Statdpatron St. Torpes. Er soll, der Legende zu Folge, dem römischen Kaiser öffentlich wiedersprochen haben, als dieser die Göttin Diana als die Schöperin des Himmels ausrief. St. Torpes bekannte sich vor aller Augen zum Gott der Christen und ließ dafür sein Leben als Martyrer. Seine Gebeine wurden nach St. Tropez gebracht, das nach ihm benannt wurde. Die Kirche ist heute eine Schöpfung des 18. Jhs, die merhfach umgebaut worden ist.

Zitadelle in St. Tropez
Zitadelle in St. Tropez

Die Zitadelle enstand in zwei Jahrhunderten Bauzeit bis ins 18. Jh. hinein und ist ein idealer Ausgangspunkt für einen Weg rund um die Stadt mit einmaligen Aussichten auf die Küste, Strände, die Festungsmauern, die Dächer der Stadt und den Seefahrerfriedhof. Die Anlage ist heute ein maritimes Museum und bietet mit ihren Wachtürmen ein imposantes Bild. Der Weg ist bequem und ein Geheimtipp, denn man kann die Festungsanage einmal umrunden und dabei in fast alle Teile St. Tropez blicken.

Hinzu kommt das Panorama der weiten Meeresbucht, die den Ort oft in seiner Geschichte vor Feinden schützte. Auf dem Rückweg komme ich am alten Gendarmeriegebäude vorbei. Hier sind gerade Baumaßnahmen im Gange. Es entsteht im runderneuerten Haus eine Museum für den weltweit bekannten französischen Schauspieler Louis de Funes. Hier drehte der Komiker fünf Filme der Reihe „Louis, der Gendarm von St. Tropez“. Noch 2016 soll das Museum eröffnen und eine Bronzestatue von de Funes vor der alten Gendarmerie eingeweiht werden.

Vord er Sansibar auf MS EUROPA
Vord er Sansibar auf MS EUROPA

Heute Morgen, am Beginn dieses Tages, der sich nun schon wieder dem Ende zuneigt, habe ich einmal mehr einen kleinen Spaziergang über Deck auf MS EUROPA unternommen. Dabei ka ich an meinem heutigen EUROPA-Detail vorbei. Es ist der Balkon vor der Sanisbar auf Deck 9, dem Bellvue-Deck. Die legendäre Bar gibt es sowohl auf MS EUROPA als auch auf MS EUROPA 2 und wird in Zusammenarbeit mit der Sansibar auf der Insel Zypern betrieben. Hier lohnt es tagsüber einen Kaffee, am Nachmittag einen Sundowner und am Abend einen Absacker zu trinken, den die Stimmung hier oben ist immer gut. Versuchen Sie es selbst einmal.

MS EUROPA verlässt nun Saint Tropez, der Anker wir gelichtet und starker Wind kommt auf. Das ist völlig normal. Die heftigen Mistralwinde gibt es hier das ganze Jahr hindurch und dennoch Sonnenschein. So freuen wir uns an Bord auf einen Seetag und dann auf die Ausflüge in Rom. Ich habe mich entschieden, dieses Mal nicht nach Rom selnst zu fahren sondern wie etliche Gäste auch, den neustündigen Ausflug nach Viterbo und Tuscany zu wählen. Beide Städte sind mittelalterlich und in Viterbo regierten sogar die Päpste. Doch davon erzähle ich morgen. Ich freue darüber, daß Sie alle wieder mitlesen, dabei sind und danke Ihnen für ihre positien Mails.

Aus Saint Tropez grüßt Sie

Peter Jurgilewitsch

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Peter Jurgilewitschhttps://peter-jurgilewitsch.de
Peter Jurgilewitsch ist Kulturhistoriker, Reiseexperte und Autor. Nach einem Studium der Musik- und Kunstgeschichte war er jahrzehntelang als Reiseleiter, Kreuzfahrtdirektor und Reisevermittler tätig und bereiste über 160 Länder. Seine Arbeit verbindet Kulturgeschichte, Archäologie, Natur- und Landschaftsverständnis mit eigener Erfahrung vor Ort. Er ist Autor mehrerer Reise- und Kulturführer.

Über den Autor:
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