Die Schätze des Mare Balticum, Tag09, Riga/Lettland

Petrikirche in Riga
Petrikirche in Riga

Riga ist heute mit etwas mehr als 1 Million Einwohner die größte Stadt des Baltikums und Lettlands Wirtschafts- und Kulturzentrum. Bischof Albert von Bremen gründete die Stadt 1201, die 1282 ein Mitglied der deutschen Hanse wurde. In den folgenden Jahrhunderten entwickelete sie sich neben Visby auf Gotland zum Dreh- und Angelpunkt des Ostseehandels und zog wohlhabende Kaufleute aus Norddeutschland an die Ufer der Düna. So entstanden die Gilden, die über Jahrhunderte das geselschaftliche Leben Rigas bestimmten und für den Ausbau des Stadtbildes sorgten, daß heute zu den großen Sehenswürdigkeiten des Baltikums zählt. Wir begeben uns am Morgen auf einen ausgedehnten Spaziergang durch die Stadt und ihre Vororte und besuchen die bedeutendsten Sehenswürdigkeiten der mittlerweile stilvoll restaurierten Altstadt mit ihren Bauwerken aus fast 800 Jahren Geschichte.

Jugendstil in Riga

Jugendstil in Riga
Jugendstil in Riga

Riga gilt als Hauptstadt des Jugendstils in Europa. Diesen Titel trägt die Stadt nicht zuletzt wegen ihrer vielen wertvollen Gebäude in der Albert- und Elisabethstraße. Ein sehr berühmter in Riga tätiger Jugendstilarchitekt war Michail Eisenstein, Vater des bekannten sowjetischen Regisseurs Sergej Eisenstein. In der Zentralstadt von Riga kann man etwa ein Dutzend seiner Jugendstilhäuser mit von ihm entworfenen, fast überladen wirkenden Fassaden bewundern – sicher ein Muss für jeden Liebhaber der Jugendstil-Architektur. Sie zeichnen sich nicht nur die die überschwängliche Dekoration aus sondern sind auch farblich interessant gestaltet. Auch die Häuser des lettischen Architekten E. Laube, der sich in seiner späteren Arbeit auch von der aus Finnland kommenden Neuromantik hat inspirieren lassen, sind sehenswert.

Michael Eisenstein, der Jugenstil-Architekt in Riga

Fassade von Michael Eisenstein in Riga
Fassade von Michael Eisenstein in Riga

Eisenstein widersetzte sich mit seiner Jugendstilarchitektur der seinerzeit in Riga vorherrschenden neoklassizistischen Bauweise nach Sankt Petersburger Vorbild. Mit mehr als fünfzig von ihm entworfenen Häusern prägte er das Stadtbild der Neustadt von Riga entscheidend. Heute steht die Neustadt unter dem Schutz des UNESCO-Welterbes. Michail Eisenstein konnte sich – im Gegensatz zu seinem Sohn – nicht mit den Ideen der Oktoberrevolution identifizieren und wanderte nach Berlin aus, wo er 1921 starb. Er wurde auf dem Friedhof der Russisch-Orthodoxen Gemeinde Berlin-Tegel beerdigt. Sein Sohn wurde ein bekannter Regisseur in der Sowjetunion. Das Schwarzhäupterhaus in Riga.

Die Schwarzhäupter in Riga

Schwarzhäupterhaus in Riga
Schwarzhäupterhaus in Riga

In der Gilde der Schwarzhäupter waren junge unverheiratete auswärtige Händler und Kaufleute vereint. Sie wurde im 13. Jh. gegründet und gewann immer größeren Einfluss auf die Politik und das gesellschaftliche Leben Rigas. Das Schwarzhäupterhaus auf dem Rathausplatz wurde 1334 erstmals urkundlich erwähnt. Das im gotischen Stil errichtete Haus entsprach mit seinem steilen Giebeldach, dessen First die stattliche Höhe von 27 Metern erreichte, einem mittelalterlichen Wohnhaus. Die reich mit Skulpturen und Reliefs verzierte Giebelfassade des Gebäudes, das nach dem Vorbild holländisch-flämischer Zunfthäuser im manieristischen Stil umgestaltet wurde, ist nach ihrer originalgetreuen Rekonstruktion wieder Symbol und eine der Hauptsehenswürdigkeiten von Riga.

Die drei Brüder in der Altstadt

Drei Brüder in Riga
Drei Brüder in Riga

Die Drei Brüder sind dass bekannteste Gebäudeensemble in der Altstadt von Riga. Das Haus 17 ist das älteste profane Steingebäude im Stadtgebiet, es wurde bereits im 15. Jahrhundert mit Merkmalen niederländischer Renaissance-Häuser errichtet. Das Haus könnte einst einem Bäckermeister gehört haben, man fand ein aufgemaltes Zunft- oder Familienwappenbild mit Getreideähren unter dem Putz. Die Fassade von Haus 19 wurde im Stil des Manierismus bauplastisch geschmückt, das Haus 21 erhielt einen barocken Giebel. Alle drei Häuser sind mit Holzdecken ausgestattet, in deren Mitte sich eine Lücke befindet, durch die man Waren in die verschiedenen Stockwerke mit einem Seil herablassen konnte. Die Gebäude wurden im Krieg zerstört und in den 50er Jahren wieder errichtet. Die lettische Nationaoper mit Meerjungfrauenbrunnen in Riga.

Die lettische Nationaloper

Lettische Nationaloper
Lettische Nationaloper

Die Lettische Nationaloper ist im Stil des Neoklassizismus erbaut und entstand zwischen 1860 und 1863 nach Entwürfen von Ludwig Bohnstedt (1822–1885). Der Bau war zunächst als „Deutsches Theater“ konzipiert. Am 16. Juni 1882 brannte das Gebäude nieder und wurde unter der Leitung des Architekten Reinhold Schmaeling (1840–1917) wieder aufgebaut. Seit 1919 befindet sich in diesem Bauwerk die Lettische Nationaloper. Klssizistische Säulen schmücken die schlichte Fassade, die auf einen großen Platz zeigt, der von Blumenbeeten und einem Brunnen bestimmt ist, der als Meerjungfrauen-Brunnen bekannt wurde. Die Verbindung Rigas zur Kunst und zur Ostsee und dem gewinnbringenden Ostseehandel ist auf diese Weise in Szene gesetzt.

Das Pooldeck auf MS Europa

Das Sonnendeck auf MS Europa
Das Sonnendeck auf MS Europa

Mein heutiges Europa-Detail ist der Blick vom Bellevue Deck (Deck 9) auf den Magrodome und den Poolbereich auf dem Lido Deck (Deck 8). Bei herrlichem Wetter in der Ostsee lässt sich hier so richtig entspannen. Eine Open Air Bar, der Whirlpool und der Meerwasserpool lassen schnell Urlaubsstimmung aufkommen und hier wird dem Gast von der Besatzung jeder Wunsch von den Augen abgelesen. Unter dem Glasdach des Magrodomes sind auch dann die Temperaturen angenehm, wenn es draußen einmal nicht gerade sonnig und warm ist. Jeder Gast findet hier den Platz, der ihm gefällt, sei es in der frischen Brise des Meeres oder in der stilvollen Umgebung des Pools. Hier befinden sich viele Kunstwerke und wurde an jedes Detail gedacht. Auch der gut ausgestattete Fitnessbereich von MS EUROPA ist ganz in der Nähe.

Riga ist eine spannende Stadt. Sie erlaubt eine Reise durch 800 Jahre Zeit- und Kunstgeschichte. MS EUROPA liegt direkt in der Innenstadt und die Wege zu den Sehenswürdigkeiten sind kurz. So geht ein eindrucksvoller Tag mit einer Refierfahrt auf der Düna zu Ende und MS EUROPA verlässt in der Abendstimmung bei Sonnenschein die lettische Hauptstadt. Nun freuen sich alle an Bord auf den Besuch auf der Insel Gotland, der morgen auf dem Kreuzfahrtplan steht. Davon berichte ich morgen und freue mich darauf, wenn Sie alle wieder mitlesen und mit den Gästen an Bord von MS EUROPA dabei sind, wenn das Schiff die Heimat von Pippi Langstrumpf besucht.

Aus Riga grüßt Sie
Peter Jurgilewitsch

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