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Geysire von El Tatio, Mondtal

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Geysire von El Tatio, Mondtal

In der Rückschau auf meine Südamerikareise im Jahr 2012 erwartet uns heute einer der Höhepunkte. Sowohl die Geysire von El Tatio, die am höchsten gelegegenen in der Welt, als auch das Mondtal in der Atacamawüste gehören zu den Postkartenmotiven unseres Planeten! Hier der Originalbericht von damals:

Heute hieß es wieder einmal früh aufstehen. Das Ziel war eines der größten Geysirfelder der Erde: El Tatio. Hier sind duzende von äusserst aktiven Geysiren zu sehen, Schlammlöcher kochen vor sich hin und es zischt und brodelt überall. Doch das Reiseerlebnis dieses Tages war der Sonnenaufgang zwischen den Schwefelfumarolen. Man kann es nicht beschreiben, die Natur umgibt einen vollständig – mit Geräuschen, Gerüchen und in einer Höhe von erneut 4550 m mit sehr dünner Luft.

Um 5.30 verliessen wir das Hotel. Schon nach wenigen Kilometern gab es am Horizont ein wenig Licht. Die Anden erschienen in einer schwarzen Silouette und wir fuhren stetig bergauf. Unterwegs tauchten Flussläufe auf und kleine Seen. Alle waren gefroren. Kein Wunder. Die Temperatur am heutigen Morgen lag bei -12 Grad. Ich erreichte die Gesire von El Tatio und das Sonnenlicht kam gleichzeitig auf den Bergipfeln an. Noch 15 Min. bis zum Sonnenaufgang.

Dieser Sonnenaufgang ist ein Naturereignis. Die Sonnenscheibe wird von den Fumarolen derart bedeckt, daß man sie mit bloßem Auge sehen kann und die Umgebung wird in ein unwirkliches Licht getaucht. Überall brodelt und qualmt es, explodieren Wassersäulen in den Himmel, treten farbige Schlammläufe aus der Erde aus und riecht es nach Schwefel. In der sowieso schon dünnen Luft eine zusätzliche Anstrengung.

Nur die Viscajas trotzten den widrigen Bedingungen, denn obwohl die Sonne am Himmel steht, 0 Grad werden kaum erreicht. Ich streifte fast zwei Stunden durch das Geysirfeld. Dann taucht plötzlich Martin, mein Fahrer auf und bittet zum Frühstück. Auch hier steht ein Steintisch direkt an einem ruhenden Geysir. Inmitten der Dampfwolken der Gesire gibt es Brot, Marmelade, Salat, Orangensaft und Kaffee. Die warme Milch wurde in einer Flasche hängend im Geysir angewärmt. Top-Service in der Atacamawüste. Welch in Erlebnis!

Die Rückfahrt nach San Pedro de Atacama wurde zu einer unvergleichlichen Landschaftsfahrt. Vicuñas, Lamas, Viscachas, Blesshühner und Andengänse begleiteten mich auf meinem Weg.
Nach einer kurzen Mittagspause breche ich auf um einer der Höhepunkte Südamerikas zu besuchen. Das Tal des Todes und das Mondtal. Beide Landschaften sind Postkartenmotive des Kontinents und ich hatte vor das Tal des Todes zu durchwandern und danach zum Sonnenuntergang ins Mondtal zu gehem. Kurz zusammengefasst: Der Höhepunkt meines Chileaufenthalts. Im Anschluss hatte ich das Gefühl auf einem anderen Stern gewesen zu sein.
So endet eine Woche in Chile. Die Statistik ist schnell gemacht: 6 wolkenlose Tage mit Temperaturen von -12 bis +30 Grad, ein Tag war leicht bewölkt worüber ich froh war.

Morgen früh um 7 Uhr verlasse ich San Pedro de Atacama und reise mit meinem neuen Fahrer Jaime nach Bolivien. Im Vorgespräch kündigte er mir den härtesten Tag dieser Reise an. Die grossen Lagunen des bolivianischen Altipano die große bolivianische Wüste und ein ganz besonderes Hotel. Eine Nacht im Hotel del Desierto. Das Wüstenhotel gehört zu den Tayka Hotels. Hier ist alles aus Sand hergestellt. Stühle, Tische, Betten…etc.

Ich bin sehr gespannt. Jaime mein Fahrer verkündete denn auch, daß morgen, um gesundheitliche Schäden zu vermeiden, mehrfach am Tag ein paar Züge aus der Sauerstoffflasche, die jeder in Bolivien im Auto mit sich führt, genommen werden müssen. Das wundert mich nicht, denn wir werden auf 4600 m beginnen, es geht an die Laguna Colorada auf 4800 m und schliesslich erreiche ich den höchsten Punkt meiner Reise „Sol de Mañana“ auf knapp über 5000 m. Selbst das Hotel liegt auf 4600 m, was das Schlafen nicht einfach machen wird.

Herzliche Grüße an alle

Peter Jurgilewitsch

Hier finden Sie weitere Informationen zu Den Geysiren von El Tatio:

https://www.vulkane.net/vulkane/tatio/el-tatio.html

Peter Jurgilewitschhttps://peter-jurgilewitsch.de
Peter Jurgilewitsch ist Kulturhistoriker, Reiseexperte und Autor. Nach einem Studium der Musik- und Kunstgeschichte war er jahrzehntelang als Reiseleiter, Kreuzfahrtdirektor und Reisevermittler tätig und bereiste über 160 Länder. Seine Arbeit verbindet Kulturgeschichte, Archäologie, Natur- und Landschaftsverständnis mit eigener Erfahrung vor Ort. Er ist Autor mehrerer Reise- und Kulturführer.

Über den Autor:
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