Dublin – Irland

Campus des Trinity College Dublin
Campus des Trinity College Dublin

Der 8. Reisetag auf MS Europa rund um Großbritannien beginnt mit dem Festmachen des Schiffes im Hafen von Dublin in Irland. Die erste bekannte Erwähnung findet Dublin in den Schriften des Ptolemäus aus dem Jahr 140 unter dem Namen Eblana. Ursprünglich bestand die Stadt aus einer keltischen Siedlung mit dem Namen „Hürden-Furt“. Im 9. Jh. waren es Wikinger, die sich hier ansiedelten und im 12. Jh. war die Stadt Sitz der Anglonormannen.

Die Festung entstand 1204 und festigte die Machtposition der Engländer auf der Insel. Es folgten Jahrhunderte mit einer abwechsungsreichen Geschichte, gepräft von Hungernöten und Rückschlägen sowie der großen Auswanderungswelle des 19. Jhs. nach mehreren Kartoffel-Misserten verließen rund 2 Millionen Menschen also ein Drittel der Bevölkerung Irland und wanderten vor allem in die USA aus.

Das Trinity College

Long Room im Trinity College Dublin
Long Room im Trinity College Dublin

Unser Stadtbesuch beginnt am Trinity College. Es ist eine der renomiertesten Universitäten Europas. Der altehrwürdige Campus ist bestimmt von historischen Gebäuden in klassizistischem Stil. Die wichtigste Sehenswürdigkeit ist die Bibliothek aus dem Jahr 1592. ZU ihrem Bestand gehört auch das berühmte Book of Kells, das ursprünglich auf der Hebrideninsel Iona entstanden ist und im Laufe der Jahrhunderte nach Dubli gelangte.Die Bibliothek beherbergt 4,5 Millionen Bände sowie eine große Sammlung historischer Handschriften, Manuskripte, Inkunabeln und anderer früher Drucke. Die Hauptattraktion ist der 1732 gebaute Long Room. Er ist 65 m lang und ist Aufbewahrungsort für die wertvollsten Bände der Sammlung. Auch die älteste Harfe Irlands ist hier zu sehen.

Das georgianische Viertel

Im Georgianischen Viertel in Dublin
Im Georgianischen Viertel in Dublin

Besonders reizvoll ist die Fahrt durch einen der georgianischen Stadtteil Dublins. Insgesamt fünf dieser Viertel gibt es. Die Häuser sind architektonische Kostbarkeiten, die allesamt unter Denkmalschutz stehen und heutzutage nicht mehr verändert werden dürfen. Der sogenannte georgianische Stil ist eine Richtung der Architektur. Er bezieht sowohl das Äußere wie auch die Innendekoration und das Kunsthandwerk in England und seinen Kolonien unter den Königen Georg I. bis Georg IV. (1714-1830) mit ein. Der Georgian Style bediente sich weitgehend der Formensprache A. Palladios, griff aber auch Motive des französischen Rokoko auf. Wir halten und haben Zeit die herrlichen geschmückten Fassaden und Türen dieser Bauwerke zu bestaunen, die wie eine Open-Air-Kunstgalerie wirken.

Die St. Patricks Kathedrale

Patricks Kathedrale in Dublin
Patricks Kathedrale in Dublin

Unser nächstes Ziel ist die Kathedrale des Hl. Patrick. Die Kirche war ursprünglich eine kleine Holzkapelle, die nahe einer Quelle stand, an der angeblich St. Patrick um 450 bekehrte Gläubige getauft hat. Ungefähr im Jahre 1191, während der Bischofszeit von John Comyn (Erzbischof von Dublin), wurde die ursprünglich außerhalb der Mauern von Dublin aus Holz gebaute keltische St. Patrick’s Church zu einer Kathedrale. Ein Großteil des heutigen 91 m langen Gebäudes, Irlands größte Kirche, wurde bereits zwischen 1191 und 1270 erbaut. Der 43 m hohe Hauptturm (Minot-Turm) wurde 1370 unter dem Erzbischof Minot restauriert und erhielt im 18. Jahrhundert seinen Turmhelm. Im Laufe der Zeit verkam die Kirche allerdings immer mehr und brannte schließlich aus, so dass eine größere Sanierung in den 1860er Jahren notwendig wurde, die von Sir Benjamin Guinness finanziert wurde.

Das Innere der St. Patricks Kathedrale

Inneres der Patricks Kathedrale in Dublin
Inneres der Patricks Kathedrale in Dublin

Der Innenraum besitzt wertvolle Kunstwerke, darunter zahlreiche Grabmäler bedeutender Familien Dublins sowie einen schmuckvoll gestaltenen Chorraum in gotischem Stil. Hier öffnet sich der Blick auf die Standarten der einzelnen Grafschaften und in den weiten Raum des Mittelschiffs. Der Chorraum ist hochgotisch und in hellem Stein gehalten. Die Spitzbögen sind vollendet und ergeben ein harmonisches Gesamtbild, dessen Mittelpunkt der Hochaltar ist. Er stammt aus dem 13. und 14. Jh. und wurde mehrfach umgebaut und restauriert. Dennoch hat die Anlage nichts von ihrem Reiz verloren.

Das Grab von Jonathan Swift

Grab von Jonathan Swift in Dublin in der Patricks Kathedrale
Grab von Jonathan Swift in Dublin in der Patricks Kathedrale

Der Schriftsteller und Satiriker Jonathan Swift war von 1713 bis zu seinem Tod 1745 Dekan der Kathedrale. Sein Grab in der Patricks Kathedrale und die Grabinschrift in Form einer Plakette auf dem Fussboden erinneren an eine der grßten Persönlichkeiten des literarischen Irland, denn Swifts bekanntestes Buch „Gullivers Reisen“ wurde ein Bestseller, der um die Welt ging. Seine Geliebte – Swift war nie verheiratet – wurde neben ihm in der Kathedrale beigesetzt. Beide Gräber sind die am meisten besuchten Sehenswürdigkeiten der Particks Kathedrale, in der auch noch Duzende weiterer sehenswerter Grabmäler prominennter Persönlichkeiten zu bestaunen sind.

Der Phoenix-Park in Dublin

Phoenix Park in Dublin
Phoenix Park in Dublin

Zum Abschluss unseres Besuchs fahren wir von der Patricks Kathedrale  weiter und werfen noch einen Blick in den größten ummauerten Stadtpark der Welt. Der Phönix-Park ist so groß, daß Besucher mit dem Bus oder Auto zum Ziel fahren müssen. Er wurde aus einem alten Jagdrevier heraus angelegt und ist die grüne Lunge Dublins. Herrliche Raseflächen und sogar ein viktorianischer Gewürz- und Gemüsegarten befinden sich in seinen Mauern. Auch der Zoologische Garten gehört zur Anlage, die besonders an Sonn- und Feiertagen ein Erholhungsgebiet der Stadtbewohner ist.
Ein sehr interessanter Tag in der irischen Hauptstadt geht zu Ende und an Bord von MS Europa freuen sich alle bereits auf morgen. Es geht von Holyhead durch Wales zu den berühmten Burgen von Conwy und Caernarfon. Sie zählen zu den bedeutendsten Verteidigungsanlagen Großbritanniens und sind schon oft Filmkulisse für Hollywood-Produktionen gewesen. Davon berichte ich morgen ausführlich.

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