Der Dom zu Amalfi in Italien

Der Dom zu Amalfi ist dem heiligen Andreas geweiht und eine der bedeutendsten Kirchen in Süditalien. Dass der Dom zu Amalfi in dieser Pracht gebaut werden konnte, ist der rasanten Entwicklung der Stadt als Handelsmetropole im Mittelalter zu verdanken.

Der Dom und viele andere Bauwerke in Amalfi, zeugen von diesem Aufstieg noch heute und ein Besuch der Kathedrale, des Kreuzgangs und der Krypta sind Highlights in Amalfi.

Amalfi-Wetter:

Amalfi zur Zeit des ersten Dombaus

Bevor man den Dom zu Amalfi besucht, ist ein Blick in die Stadtgeschichte interessant. Sie verrät, warum, die Stadt eine so herausragende Kathedrale bekam. Amalfi wurde im 4. Jahrhundert gegründet, die genaueren Umstände liegen allerdings im Dunkeln.

Wer die amalfinische Küste gesehen hat, der erkennt schnell, dass, bedingt durch die natürliche Enge der hoch aufragenden Felsen, die an manchen Stellen nahezu senkrecht ins Meer abfallen, eine Ausdehnung ins Landesinnere kaum möglich war.

Das hatte zur Folge, dass die ausreichende Versorgung der Bevölkerung durch Landwirtschaft oder Viehzucht kaum möglich war.

So wandten sich die Küstenorte schon im 6. Jahrhundert dem Seehandel zu. In den nun folgenden mehr als 200 Jahren stieg Amalfi zu einer der führenden Seerepubliken Italiens auf und baute seine Macht aus.

Die Stadt war Mitte des 9. Jahrhunderts so mächtig, dass sie eigene Schiffe zur Verteidigung Roms aussenden konnte. Der Seehandel war weit verbreitet und reichte in nahezu alle Bereiche des Mittelmeers.

Der zweite Dom zu Amalfi wird gebaut

Zum Ende des 10. Jahrhunderts war Amalfi so wohlhabend, dass man 987 daran ging den Dom zu bauen, nachdem die Stadt zum Erzbistum erhoben worden. Direkt neben dem ursprünglichen Gotteshaus, baute man schließlich die heutige Kathedrale. Beide wurden eine Zeit lang gleichzeitig benutzt und bildeten eine sechs-schiffige romanische Kirche.

In der Stadtgeschichte war diese Zeit zwischen dem 11. und 13. Jahrhundert eine Zeit der Unruhe des Umbruchs. 1073 eroberten die Normannen unter Robert Guiskard Amalfi. Danach versuchte sich die Seerepublik Pisa der Stadt zu bemächtigen. Dies besiegelte zunächst einen Niedergang Amalfis.

Der Dom zu Amalfi als Zeichen des Wiederaufstiegs

Die Kathedrale beherrscht heute das Bild der Innenstadt. Die Reliquien des Stadtpatrons, des heiligen Andreas, sind seit 1206 in der Kirche beigesetzt. Sie wurden aus Konstantinopel während des vierten Kreuzzuges hierhergebracht.

Die Krypta wurde 1208 fertig gestellt. Dies brachte schon früh zahlreiche Pilger nach Amalfi und ein erneuter Aufschwung und auch Wohlstand setzte ein. Es entstanden im 12. und 13. Jahrhundert nacheinander der Glockenturm, der Kreuzgang des Paradieses (Paradies-Kreuzgang) und weitere Neubauten in und am Dom.

So kam es durch einen Teilabbruch des alten Doms zur Verbindung beider Kirchen, in deren Mitte sich der Kreuzgang des Paradieses befindet.

Der Dom zu Amalfi gliedert sich heute in drei Teile – die Kruzifix-Basilika, in der sich auch das Diözesanmuseum befindet, den Paradieskreuzgang und die eigentliche dreischiffige Kathedrale. Unter ihr befindet sich die Krypta.

Der Glockenturm soll zwischen 1108 und 1276 erbaut worden sein. Andere Wissenschaftler geben an, er sei in der zweiten Hälfte des zwölften Jahrhunderts errichtet worden und hätte seinen oberen Teil erst in der Mitte des 13. Jahrhunderts erhalten.

Am 25. November 1343 zerstörten ein schweres Erdbeben und ein anschließender Tsunami die Stadt und ganze Stadtviertel versanken im Meer. Dies stoppte für längere Zeit auch sämtliche Bauarbeiten am Dom zu Amalfi.

Der Dom zu Amalfi im 18. Jahrhundert

Der Dom Sankt Andreas ist heute im Inneren eine Barockkirche. Im 18. Jahrhundert ging man daran, dem Zeitgeist entsprechend, die Decke, den Hauptaltar und die Seitenaltäre mit Gold und Ornamenten zu verzieren. Darüber hinaus wurden die Säulen mit vielfarbigem Marmor geschmückt.

62 Stufen führen vom Domplatz hinauf in den Dom, dessen Fassade ebenfalls mit Gold und Mosaiken geschmückt ist. Es sind die zwölf Apostel und Christus als Weltenrichter dargestellt. Das Portal ist ein Werk aus dem Jahr 1061.

Es ist eine Stiftung des wohlhaben amalfiner Kaufmanns Pantaleo de Maurus Comite, der in Konstantinopel arbeitete. In der Mitte der Tür befinden sich vier Figuren, die Christus, die Jungfrau Maria und darunter die Heiligen Andreas und Petrus zeigen.

Ein Teil der Fassade stürzte am Heiligen Abend des Jahres 1861, ausgelöst durch einen starken Sturm, ein und wurde daraufhin im heute sichtbaren, reich verzierten Stil vom Architekten Arrico Alvino erneuert.

Wenn der Besucher sich etwas Zeit nimmt, lassen sich hier sowohl Gotische als auch Arabisch-Normannische Elemente bestaunen. Wer nun die Kirche betritt, ist von der lichten Größe überrascht.

Das Innere des Doms zu Amalfi

Das Innere bietet eine Vielzahl von verschiedenen Stilelementen: da sind zum einen die quadratischen Pfeiler, die die Kirche in drei Schiffe unterteilen, zum anderen zahlreiche Rundsäulen aus Marmor mit goldenen Kapitellen und die reich verzierte Decke.

In ihrem Mittelpunkt sieht man drei Gemälde. Diese stammen aus dem Jahr 1702 und zeigen die Geißelung Jesu, die Kreuzigung des Apostels Andreas und das von Andrea dell‘ Asta gemalte Bild des Manna-Wunders aus dem Jahr 1710.

Die Kirche ist symmetrisch und der Blick wird sofort auf den Hauptaltar gelegt, in dessen Mitte das Gemälde der Kreuzigung des heiligen Andreas an dem nach ihm benannten Kreuz steht. Das Bild wurde von ebenfalls von Andrea dell’Asta geschaffen.

Die Heilig Kreuz Basilika und das Diözesan Museum

Die Basilika des heiligen Kreuzes ist jener Teil des Doms, der als Ursprung der Kirche angesehen werden kann. Sie soll 596 als erste Kirche erbaut worden sein und war die Hauptkirche der Stadt bis ins 12. Jahrhundert.

Das Innere besitzt auf einer Seite eine Reihe von Säulen, die mit Kapitellen geschmückt sind und Bögen im romanisch-gotischen Übergangsstil tragen. Wie eine Galerie sind darüber weitere kleinere Bögen angeordnet, die paarweise ausgeführt wurden und jeweils in der Mitte von einer Zwergsäule getragen sind.

In einem dritten oberen Teil befinden sich die eigentlichen lichtspendenden Fenster. Sie ziehen sich einmal rund das Gotteshaus, das von einer aus Holz gefertigten Decke abgeschlossen wird.

Eine bemerkenswerte Anzahl von sehenswerten Kunstwerken sind hier zu bewundern, darunter eine angevinische Mitra, verschiedene Gemälde und ein Altarkelch im 13. Jahrhundert.

Auf keinen Fall darf man einen Blick hinter den Hauptaltar versäumen. Hier wird in einem Schrein der Schädel des heiligen Andreas aufbewahrt. Die restlichen Reliquien wurden unter dem Altar beigesetzt, der mit einer 1604 von Michelangelo Naccherino gearbeiteten Statuen aus Bronze geschmückt ist.

Die Krypta im Dom zu Amalfi

Ein Schmuckstück im Dom zu Amalfi ist die Krypta. Sie wurde im Auftrag von Kardinal Pietro Capuano erbaut, um die Gebeine des heiligen Andreas aufzunehmen, dessen sterbliche Überreste 1208 nach Amalfi gelangt waren.

Die schmuckvolle Grabanlage entstand erst im 16. Jahrhundert und besteht aus einem Altar, der von Michelangelo Naccherino, einem Schüler von Michelangelo Buonarroti, geschaffen wurde. Die Marmorskulpturen stammen vom Pietro Bernini.

Das Kreuzgewölbe und die Wände der Krypta wurden im frühen 17. Jahrhundert von neapolitanischen Künstlern mit Fresken bemalt. Sie zeigen Szenen aus dem Leben Christi,

Die Krypta ist auch der Ort des Manna-Wunders, das seit 1304 belegt ist. Dabei handelt es sich um eine immer wiederkehrende Sekretion einer öligen Flüssigkeit, die auf den Oberflächen des Grabes von Sankt Andreas entsteht.

Der Kreuzgang des Paradieses (Paradies-Kreuzgang) im Dom zu Amalfi

Der Kreuzgang im Dom zu Amalfi ist ein Meisterwerk der amalfinischen Romanik und wurde 1268 von Erzbischof Filippo Augustariccio erbaut. Ursprünglich diente er als Friedhof für den Adel Amalfis.

So ist auch der Name ‚Paradies‘ zu erklären, denn damit wurde im Mittelalter eine Grabstätte bezeichnet, die mit einer bedeutsamen Kirche verbunden war.

Der Kreuzgang besitzt Zugänge auf allen vier Seiten und entlang der Südwand, rechter Hand vom Eingang, ist eine Kreuzkapelle zu finden, die nur eine von insgesamt sechs Kapellen ist. Diese wurden von aristokratischen Familien aus Amalfi im späten 13. und frühen 14. Jahrhundert gestiftet.

Bemerkenswert ist die maurische Stilistik der Anlage, denn die sehr eng gefassten Bögen sind auf kunstvolle Weise miteinander verwoben und ruhen auf paarweise angeordneten Säulen.

Unter den zahlreichen Kapitellen, Urnen, Sarkophagen und Säulentrommeln ragen mittelalterliche Mosaike heraus. Diese waren vermutlich Teile des Ambos in der Kathedrale.

Sehenswert ist auch ein Sarkophag an der Nordwand. Er stammt aus Griechenland und kann auf das 4. Jahrhundert v. Chr. datiert werden.

Viele der Kunstwerke, die ursprünglich im Paradies-Kreuzgang gefunden wurden und dort standen, sind mittlerweile im Diözesanmuseum zu bewundern, das sich in der Basilika des Heiligen Kreuzes (Kreuzbasilika) befindet.

Amalfi hat sich verändert – das Paradies für Superreiche

Abgesehen vom Dom, der wie eh und je die Besucher anzieht, ist Amalfi eine recht laute und machmal auch überfüllte Stadt geworden. Das rührt vor allem von der Tatsache her, dass sich immer mehr Reiche und Schöne hier niederlassen und die Stadt zu einem Hotspot für die High Society wurde. Die Folge waren stark ansteigende Preise, volle Strände und Hotels. Auch internationale Mode- und Schmuckfirmen sind hier ansässig geworden, um den Wünschen der anspruchsvollen Gäste gerecht zu werden.

Bei meinem letzten Besuch in Amalfi war dies augenscheinlich. Wenn man nur an Kunst und Kultur interessiert ist und mit der Fülle der Eindrücke aus dem Dom kommt, dann fällt der Blick die Freitreppe herunter auf den Domplatz, wo sich das alltägliche Leben Amalfis mit den Besuchern manifestiert. Der Dom ist da, aufgrund seiner Freitreppe, weit weg vom Geschehen und gestattet Abstand.

Umso erfreuter war ich beim Verlassen der Stadt, als ich auf eine Tafel stieß, die an den italienischen Schriftsteller Renato Fucini erinnert. Dieser hatte über die Menschen Amalfis, auch in Anbetracht der idealen Gegebenheiten für Superreiche in Amalfi gesagt:

Il giorno del giudizio.
Per gli Amalfitani che andranno in paradiso.
Sara un giorno come tutti gli altri.

Der Tag des jüngsten Gerichts
wird für die Bürger Amalfis, die das Paradies betreten werden
ein Tag wie jeder andere sein.

Fazit

Der Dom zu Amalfi ist für sich schon eine Reise wert. Wer jedoch den Besuch der Kathedrale mit ihren zahlreichen Kunstwerken, mit einem Aufenthalt an der Amalfi-Küste verbindet oder einige Tage in der Stadt bleibt, wird nicht nur die Kunst, sondern auch die Landschaft, das Meer und die Lebensweise in Amalfi kennen lernen.

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