Danzig und Marienburg in Polen

Die Marienburg bei Danzig
Die Marienburg bei Danzig

Die Marienburg liegt etwa 60 km südöstlich von Danzig an der Nogat, einem Mündungsarm der Weichsel, bei der polnischen Stadt Malbork. Von 1309 bis 1454 war die Burg Sitz der Hochmeister des Deutschen Ordens im Deutschordensstaat. Die Anlage ist der größte Backsteinbau Europas. Sie besteht aus dem Vorschloss, dem Mittelschloss und das Hochschloss. Den Gebäuden dieser drei Bereiche waren unterschiedliche Aufgaben zugeordnet, die – entsprechend den verschiedenen Aufgaben – auch architektonisch äußerst unterschiedlich gestaltet sind. Der bedeutendste Gebäudeteil ist der Hochmeisterpalast. Der um 1400 vollendete Profanbau, der wahrscheinlich nach Plänen des aus Koblenz stammenden Baumeisters Nikolaus Fellenstein errichtet wurde, stellt eine architektonische Besonderheit dar.

Der Hochmeisterpalast in der Marienburg

Gotischer Saal in der Marienburg mit Zentralsäule
Gotischer Saal in der Marienburg mit Zentralsäule

In seiner Form entspricht der Hochmeisterpalast dem Typus eines Wohnturmes und verweist auf die weitreichenden Beziehungen des Deutschen Ordens an der Wende zum 15. Jahrhundert. Zwei im Hochmeisterpalast gelegene Säle, wurden für Repräsentationszwecke des Hochmeisters errichtet und gehören in ihrer Architektur zu den eindrucksvollsten Innenräumen des späten Mittelalters. Die Sterngewölbe der beiden lichtdurchfluteten, quadratischen Säle werden jeweils von einer einzigen schlanken Granitsäule getragen. Der gotische Stil herrscht in der gesamten Burganlage vor. Gänge, Wohnräume, der Innenhof, die Säle alles ist jedoch harmonisch miteinander verzahnt und der Besucher hat zweitweise das Gefühl durch ein Layrinth zu gehen, denn viele der Gänge sind extrem lang und mit glatten Wänden nur einfach gestaltet.

In der Marienburg

Innenhof der Marienburg
Innenhof der Marienburg

Im Zweiten Weltkrieg wurde die Burg zu 60 Prozent zerstört. Danach fiel sie an Polen und wurde vom polnischen Staat wieder aufgebaut. Die Marienburg ist heute einer der wichtigsten Anziehungspunkte für Touristen in Polen; sie wird überwiegend als Museum genutzt. Seit dem 7. Dezember 1997 zählt die Marienburg zum Weltkulturerbe der UNESCO. Besonders sehenswert ist der Innenhof mit dem Brunnen, der ein eigenes spitz zulaufendes Runddach besitzt. Der Hof wirkt wie ein Relikt aus einem Kloster und hat die Form eines Kreuzgangs. Bemerkenswert ist vor allem die durchweg gotische Architektur mit Spitzbögen und mehreren Galerien.

Die Marienburg ist ein Stück europäischer Geschichte

Gotischer Gang in der Marienburg
Gotischer Gang in der Marienburg

Während des Dreißigjährigen Krieges, in den Jahren 1626 und 1629, besetzten die Schweden die Burg und ein weiteres Mal von 1656 bis 1660 während des Schwedisch-Polnischen Krieges. Durch die folgende Nutzung, etwa als Kaserne, sind viele Elemente der mittelalterlichen Architektur zerstört, und es gab sogar Pläne, das Hochschloss zu Gunsten eines neuen Magazinbaus abzureißen. Dagegen wandten sich aber zahlreiche namhafte Persönlichkeiten und so begannen ab 1817 Restaurierungsmaßnahmen, an denen auch Karl Friedrich Schinkel beteiligt war.

Die Hansestadt Danzig

Stadtansicht Danzig mit Krantor
Stadtansicht Danzig mit Krantor

Zu den schönsten Stadtansichten des Ostseeraums gehört der Mottlauhafen. Die historischen Fassaden entlang des Flusses sind heute beliebte Fotomotive und die zahlreichen Cafés und Restaurants sind ständig voll besetzt. Von hier aus erreichen Besucher die Frauengasse mit ihrem mittelalterlichen Gepräge. Das Wahrzeichen Danzigs ist das Krantor. Es handelt sich um das älteste erhaltene mittelalterliche Hebewerk. Es diente zum Be- und Entladen der Schiffe, die in großer Zahl nach Danzig kamen um ihre Waren in der Stadt zu verkaufen. Die Rekonstruktion des hölzernen Tors gehört zu den Meisterleistungen eim Wiederaufbau Danzigs nach dem Zweiten Weltkrieg.

Artushof und Neptunsbrunnen in Danzig

Artushof in Danzig
Artushof in Danzig

Zu den am meisten fotografierten Gebäuden ganz Polens gehört der barocke Neptunsbrunnen und der Artushof im Herzen Danzigs. Der Brunnen wurde im Auftrag des Danziger Bürgermeisters Johann Speymann im 18. Jh. erbaut und zeigt den Meereskönig. Der Brunnen sollte die Verbundenheit der Stadt Danzig mit der Ostsee, dem Handel und der Seefahrt darstellen und die Bürger daran erinnen, was ihren Wohlstand begründet hat. Der Artushof war ursprünglich die im 13. Jh. erbaute Versammlungshalle der Adeligen und reichen Kaufleute. Später machten sie die polnischen Könige zu ihrer Audienzhalle und ließen sie üppig ausschmücken. Das gesamte Ensemble rund um den Artushof mit Blick auf das rechtsstädtische Rathaus und das grüne Tor gehört zu den Höhepunkten eines Danzigbesuchs.

Der Aussenbereich im Lido-Cafe auf MS Europa

Aussenbereich des Lido-Cafes auf MS Europa
Aussenbereich des Lido-Cafes auf MS Europa

Mein heutiges Europa-Detail zeigt den Außenbereich des Lido Cafés auf MS EUROPA. Das stilvolle Buffetrestaurant lädt zum gemütlichen Speisen ein. Mal edel, mal rustikal, hier können die Gäste der EUROPA zum Frühstück, Lunch oder Dinner aus einem reichhaltigen Luxusbuffet wählen und dabei ganz nach Gusto im Inneren oder aber im überdachten Aussenbereich essen. Garantiert ist bei beiden Varianten immer eines: Man genießt den schönsten Ausblick der Welt auf die Ozeane, Inseln oder erlebt beim Essen vorbeiziehende Weltstädte während des Einlaufens aus der ersten Reihe.

Der letzte Liegehafen von MS EUROPA während dieser Kreuzfahrt zu den Schätzen des Mare Balticum hat einmal mehr gezeigt wie vielfältig die Ostsee ist und daß eine Wiederholung der Reise stets Neues und Unentdecktes bietet. Nun liegt vor uns ein erholsamer Tag auf See und am Nachmittag die Einfahrt und die Passage des Nord-Ostsee-Kanals. Wir alle sind gespannt wie sich die am meisten befahrende künstliche Wasserstraße der Welt sich präsentieren wird. Davon werde ich ihnen morgen berichten und dann meine Serie mit Reiseberichten von Bord der MS EUROPA abschließen. Ich freue mich darauf, wenn Sie morgen auch wieder mit dabei sind.

Aus Danzig grüßt Sie
Peter Jurgilewitsch

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