Barentsburg, die russsiche Siedlung auf Spitzbergen

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Wer die russische Bergarbeitersiedlung Barentsburg am südlichen Ende des Isfjords besuchen will muss sich auf einen Zeitsprung einstellen. Es handelt sich um den zweitgrößten Ort der Inselgruppe. Die Siedlung wurde 1932 gegründet in der Hoffnung, mit den Kohlevorkommen in Spitzbergen grosse Gewinne zu machen. Eine Zeit lang funktionierte diese Überlegung, bis im Zuge der immer moderner werdenden Abbaumethoden weltweit, die Kohle Spitzbergens zu teuer und damit unrentabel wurde. Nach mehreren Grubenunglücken kam es darüber hinaus zu Spekulationen über die Sicherheit der Anlagen in Barentsburg, gewann die Siedlung in den letzten Jahren immer mehr Popularität im Tourismus und machte sich als Polarforschungsstation einen Namen.

Das Anlegen in Barentsburg ist eine Herausforderung

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492 Einwohner, meist aus der Ukraine und Russland, leben hier und arbeiten im Bergbau oder betreuen die immer zahlreicher ankommenden Kreuzfahrtschiffe. MS Ocean Majesty erreicht den Grønfjorden an dem Barentsburg liegt und wir werfen einen ersten Blick auf den Ort. Man kann sich kaum vorstellen wie schwierig die Lebensbedingungen einst gewesen sein müssen. Das Anlegemannöver ist keine einfache Sache. Die Pier ist in mehrere Teile gesplittet und in der Mitte steht ein vorstehender Kran. Im Vorfeld wurde mit Hilfe von E-Mails und Telefonaten ausgelotet, ob unser Schiff hier anlegen kann. Dann nimmt Kapitän Ioannis Papangelis Kurs auf die Pier. Spannende Minuten sind es bis unser Schiff festgemacht hat und immer wieder muss per Walkie-Talkie die Position des Schiffes korrigiert werden.

Russische Impressionen in der Arktis

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Was noch vor Jahren als fast unmöglich galt, erwartet uns heute Abend. Ein Besuch in Barentsburg. Doch vor das Erlebnis ist der Aufstieg über die weithin sichtbare Holztreppe von Nöten, die 270 Stufen besitzt. In der Siedlung angekommen werden wir freundlich und sehr professionell willkommen geheissen. Alle Geschäfte sind, obwohl heute Sonntag ist, geöffnet, das Postamt gibt Birefmarken aus und nimmt die Grusskarten der Güste entgegen, die Huskyfarm lädt zu einem Besuch ein, das Museum bietet einen Einblick in die Geschichte des Ortes und auch die Kirche erwartet den Besuch der Passagiere. Auch wenn immer noch die Büste Lenins die Ortsmitte schmückt, Barentsburg ist viel farbenfroher als alle gedacht haben.

Die nördlichste orthodoxe Kirche der Welt

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Viele der alten Holzhäuser aus den Anfangsjahren von Barentsburg wirken morbit, aber es gibt auch zahlreiche Neubauten die farblich ansprechend gestaltet sind. Einen Besuch wert ist die hölzerne Kirche. Es handelt sich um das nördlichste orthodoxe Gotteshaus der Erde. Die Kirche wurde 1996 errichtet, um an die 140 Opfer zu erinnern, die bei einem Flugzeugabsturz ums Leben kamen. Reizvoll ist das Geläut. Es befindet sich seitlich des Gebäudes und 4 Glocken sind nebeneinander aufgehängt. Sie werden durch Seile von Hand geläutet. Damit die Besucher nicht in Versuchung kommen, die Glocken zu lüten, wird durch ein Schild darauf hingewiesen! Man braucht die ausdrückliche Genehmigung des Priesters.

Der Abschied von Spitzbergen naht

Hauptstadt Longyearbyen auf Spitzbergen
Hauptstadt Longyearbyen auf Spitzbergen

Das Innere der Kirche ist aus hellem Holz gefertigt. Neben den zahlriechen Gedenkikonen befindet sich in der hölzernen Kuppel ein schiedeeiserner Kronleuchter. Das Gotteshaus hinterlässt einen intensiven Eindruck. Besucher schauen beim Verlassen der Kirche auf die schneebedeckten und vereisten Berge des Fjordes.
Noch in der Nacht macht sich MS Ocean Majesty auf den Weg nach Longyearbyen, wo wir den morgigen Vormittag verbringen werden. Danach geht es zurück durch das Polarmeer nach Norwegen, wo wir Tromsö besuchen werden.

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