Aspendos und Perge, Türkei

Theater in Aspendos
Theater in Aspendos

Der mittlerweile neunte Reisetag mit MS EUROPA 2 unter dem Motto „Faszination Ägäis“ beginnt mit dem Anlegen in der südtürkischen Stadt Antalya. Von hier aus fahren wir nach Aspendos und Perge, zwei der bedeutsamsten antiken Stätten in der gesamten Türkei. Apendos gehörte in der Antike zu den wichtigsten Städten in Pamphylien. Auch wenn von der Stadt kaum noch etwas übrig ist, so gilt das Theater doch als das am besten erhalten Theater der Antike überhaupt. Alle aufragenden Gebäude stammen aus der römischen Blütezeit des 2. und 3. Jahrhunderts n. Chr., als Aspendos ein bedeutendes pamphylisches Handelszentrum war.

Die Örtlichkeit liegt 46 Kilometer östlich von Antalya an der Straße nach Alanya. Das Theater ist ein römischer Bau, dessen Bühnenhaus in vollständiger Höhe erhalten geblieben ist. Die Innenseite zur früheren acht Meter breiten Holzbühne war mit reichhaltigem Säulenschmuck, Balkenwerk, Friesen, Rosetten und Ornamenten verziert, wovon die heutigen Reste noch einen guten Eindruck geben.

Das Theater in Aspendos

Zuschauerrraum im Theater von Aspendos
Zuschauerrraum im Theater von Aspendos

Der zentrale Giebel in der Wandmitte ist erhalten und zeigt ein Relief des Dionysos. Unterhalb der Mauerkrone sind noch die Einlassungen erkennbar, auf denen eine schräge Holzkonstruktion ruhte, welche die Bühne überspannte und für eine noch bessere Akustik sorgte. Aspendos soll nach der griechischen Überlieferung etwa im 12. Jahrhundert v. Chr. von Siedlern aus dem peloponnesischen Argos gegründet worden sein. Der legendäre Seher Mopsos, der auch von Städten wie Perge als Stadtvater verehrt wurde, galt als einer der Gründer.

Die Stadt hatte eine sehr wechselvolle Geschichte und stand im Verlauf von 800 Jahren unter lydischer, persischer, griechischer, ptolemäischer, seleukidischer, römischer, byzantinischer und seldschukischer Herrschaft. In der byzantinischen Periode wurde die Stadt eine Zeit lang Primoupolis genannt. Aus ihrer griechischen Geschichte ist wenig bekannt – Grabungen können zukünftig sicherlich mehr Erkenntnisse über die vorrömische Epoche bringen.

Die historische Stadt Perge

Historisches Tor in Perge
Historisches Tor in Perge

Nicht minder spannend ist ein Besuch in Perge. Sie war neben Side die wichtigste Stadt in Pamphylien. Die noch stehenden Ruinen geben bis heute einen guten Eindruck von einer Stadtanlage der späthellenistisch-römischen Zeit. Als führende Stadt gehörte Perge dem Attisch-Delischen Seebund an. Die Stadt ergab sich Alexander dem Großen, danach unter seleukidischer und ptolemäischer Herrschaft, nach dem Frieden von Apameia von 188 bis 133 v. Chr. unter pergamenischer Herrschaft; danach römisch. Perge wurde 73/74 n. Chr. Hauptstadt der Provinz Lycia et Pamphylia.

Der überwiegende Teil der Stadt liegt hinter eindrucksvollen Befestigungsmauern. Sie wurden im dritten vorchristlichen Jahrhundert erbaut – vermutlich unter dem Eindruck von Alexanders schneller Einnahme der Stadt. Hinter deren ersten ovalen Türmen öffnen sich die breiten und langen Kolonnaden. Der Raum bis zum Hang eines markanten Tafelberges ist heute jedoch teilweise von Unkraut und Schilf überwuchert. Auf der großen Agora steht der Rundtempel der Glücksgöttin Tyche.

Perge und der Hl. Paulus

Tor zu den Thermen in Perge
Tor zu den Thermen in Perge

Seit den 1970er Jahren finden hier Ausgrabungen der Universität Istanbul statt, zunächst unter Leitung von Arif Müfid Mansel, dann von Jale Inan, heute von Halûk Abbasoglu. In Perge ist das Christentum schon früh belegt. Paulus und Barnabas kamen auf ihrer ersten Missionsreise zweimal hierher (Apostelgeschichte 13,13-14 und 14,25). Von dort zogen sie nach Norden (Pisidien) bzw. Osten (Ikonion) weiter. Während der folgenden Jahrhunderte wurde in Perge besonders Maria verehrt. In byzantinischer Zeit war es Sitz eines Bischofs, der zugleich Metropolit der Kirchenprovinz war. Perge ist die Geburtsstadt des Mathematikers Apollonios von Perge.

Whirlpool auf MS Europa

Whirlpool auf MS Europa
Whirlpool auf MS Europa

Das heutige MS EUROPA 2-Detail ist die Poolbar auf Deck 9. Hier kann man von früh Morgens bis in die Nacht hinein erfrischende Cocktails, Kaffee, Tee und frisches Obst genießen. Am Nachmittag werden direkt gegenüber die legendären Waffeln der MS EUROPA 2 gebacken….natürlich mit allen nur erdenklichen Topics…wie heissen Kirschen, Früchten, Schokloadensauce, Nüssen oder ganz einfach mit Erdbeeren und Schlagsahne. Dafür alleine schon lohnt es sich einmal an die Poolbar und den Poolbereich zu kommen. Abends unterhalten die Gäste die Musiker des Bordorchesters und verbreiten je Nach Fahrtgebiet landestypische oder auch internationale Klänge. Ein ort zum Wohlfühlen!

Morgen heisst es ausspannen. Nach all den Besichtigungen und Ausflügen könnten die Gäste einfach das Schiff und seine Vorzüge erleben bevor es dann mit Kusadasi in den nächsten interessanten Hafen geht von wo aus Ephesus, die Stadt des Hl. Paulus auf dem Programm steht. Dazu darf ich Sie dann hier wieder einladen und freue mich darauf, wenn Sie dabei sind. Von Bord EUROPA 2 grüße ich sie herzlich

Peter Jurgilewitsch

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